Bernd F. Schulte

Prof. Dr. Peter Kirchberg bei der AUDI AG.

Ein Schlag in das Gesicht der vom DDR-Regime Verfolgten.


Am 10. September 2004 weiht die AUDI AG in Zwickau das neu gestaltete "August Horch Museum" in erweiterter Form ein. Das Ereignis findet die Aufmerksamkeit der regionalen Presse. So berichteten die "Dresdener Neuesten Nachrichten" zwei Mal, am 17./18. Juli und 10. September, zu den Plänen und Vorführungen in Zwickau.

Das Fernsehen des MDR gab im Juli Herrn Prof. Dr. Kirchberg Gelegenheit, durch die Räume des nahezu fertiggestellten Museums zu führen. Bei der Festveranstaltung am 10. September, hielt dieser zwar keinen Vortrag, doch betreute er Besuchergruppen und gab Erklärungen ab. Die "Dresdener Neuesten Nachrichten" führten ein detailliertes Interview mit dem Automobilhistoriker. Der daraus erwachsene Artikel umfasst nahezu die gesamte "Seite 3" des "Journals" der Zeitung.

Diese Vorgänge erscheinen erstaunlich, angesichts der Tatsache, dass dem verantwortlichen Firmenhistoriker der VW AG, Herrn Dr. Grieger, dem Leiter der Traditionsabteilung bei AUDI, Franck, den früheren Vorständen von AUDI und VW Dr.Carl H.Hahn, Dr.Wolfgang R.Habbel und Dr.-Ing. Paefgen, die besonderen Umstände Kirchbergscher konspirativer Zuarbeit für das "Ministerium für Staatssicherheit der DDR", in den Jahren 1983-90, bekannt waren. Der regionalen und überregionalen Presse in Deutschland war der hier ebenfalls veröffentlichte Artikel:

"Stasi-Agent als Berater in Ingolstadt bei Audi! Audi, VW und die DDR 1983-1990",

rechtzeitig bekannt, um solche Peinlichkeit nicht weiter ausufern zu lassen.-

Welchen Eindruck macht es - wenn schon nicht in Ost- und Westdeutschland - dann im europäischen und transatlantischen Ausland, wenn die bekannten Firmen AUDI und VOLKSWAGEN einen früheren Mitarbeiter des "Ministeriums für Staatssicherheit der DDR" beschäftigen? Dr. Kirchberg ist nämlich nicht, wie Franck gegenüber dem Verband der Automobilindustrie, Prof.Dr. Bernd Gottschalk, im August 2004 behauptete, lediglich "Berater" für Automobilgeschichte bei AUDI in Ingolstadt, sondern, wie dieser den "Dresdener Neuesten Nachrichten" am 10. September erklärte,

"für die Traditionspflege m i t v e r a n t w o r t l i c h (im Original gesperrt, B.S.), nun Vorsitzender des Beirats für das neue Museum (vgl. dessen Web-Site)"

und Prädident des "Horch-Clubs", hat mit Dr. Heinrich Ulmer, dem früheren Leiter der "Auto Union GmbH" die USA auf Oldtimersuche (Horch etc.) bereist und das Museum in Ingolstadt ("AUDI FORUM") mitaufgebaut.

Erstaunlich, und - wie im Titel erwähnt - unerträglich, ist weiter, dass Herr Dr.Kirchberg seinen Professorentitel, der ihm noch zu DDR-Zeiten 1989 an der "Hochschule für Verkehr "Friedrich List" verliehen wurde, heute in der Bundesrepublik weiter führt, während z. B. Generalen der Volksarmee bis dato - und z.B. bestimmten Historikern - dieses Recht beschnitten wurde. Hier besteht, angesichts der Verfahrensweisen des betreffenden DDR-Wissenschaftlers, und Agenten, höchst überfälliger Handlungsbedarf.

Dr. Bernd F. Schulte