1989 - Schiessbefehl Honeckers gegen das eigene Volk



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Dauer des Videos: 8 Min:30 Sek

Der „Schiessbefehl Honeckers gegen das eigene Volk“ (vgl. www.forumfilm.de) flackerte vor wenigen Wochen wieder einmal in Form des Schiessbefehls an Grenze und Mauer durch die Gazetten. Doch wie nun einmal die Medien in unserem Land gestrickt sind, es eignen sich sehr viel mehr ein Einzelschicksal (oder Einzelschicksale), als Objekt von Berichterstattung, als das übergreifende, und, zugestandenermaßen sehr grundstürzende Problem, wie der Schiessbefehl, und die mögliche Bürgerkriegssituation des Oktober-November 1989 in der DDR.

Bodo Hauser erfasste damals im August 1990 instinktiv die Bedeutung dieses Themas, das der SPD-Redakteur beim NDR Klaus-Jürgen Boerner gerade im Begriff war zu torpedieren. Dieser hatte sich just einseitig, und entgegen seinem Auftrag an mich, auf das Thema Schiessbefehl/Grenze kapriziert. Auch dessen Rolle als Korrespondent der ARD in Ostberlin, und möglicherweise dessen Kontakt zum MfS, erscheinen dubios und wurden durch Auskünfte seinerseits für den Autor von „Armageddon des Kommunismus“ 2006 nicht zerstört.

Letztlich entstand so der Beitrag für das ZDF, der ein Doppelgänger eines von Schulte gleichfalls produzierten Berichtes für Boerner war, den dieser jedoch unter Zuhilfenahme unflätiger Behauptungen verhinderte. So kam es zu dieser erweiterten Produktion für das ZDF (Kurzform), die mit Hilfsmitteln der NVA das damals Wißbare vereinigte. Es werden die Dramatik der Situation, und die Nähe des europäischen Krieges, fühlbar. Aber es ist wohl ein Geheimnis der Meinungsmacher in Deutschland, das darin bestehen mag, möglichst die Menschen nicht mit übergroßen Problemen und Gefahren zu beunruhigen.

Das Abfangen der äußerst restrospektiven Tagesschausprecherin Eva Herrmann durch Kerner zeigt die Verfahrensweisen der Medien. Erstens wird aufgezeichnet (damit solche/und andere Haltungen nicht durchdringen), zweitens wird die Vorausplanung dieses Vorganges deutlich, denn Kerner liest seine vorgefertigten Fragen normalerweise einfach herunter, ohne groß auf die Antworten der Befragten zu achten. Sie sollten sich das Vergnügen des Erlebnisses solcher Leistung einmal als Zuschauer am Drehort gönnen...

 

Bernd F. Schulte

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