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Bernd F. Schulte

Auf dass die Deutschen 1914 auch militärisch nicht kriegsbereit waren.


7. Oktober 2010

Epkenhans, wer anders, lobt Steins Werk zur deutschen Heeresrüstungspolitik zwischen 1890 und 1914 (vgl. sehepunkte).

Es geht in dieser, durch die “Düsseldorfer Schule” (W.J.Mommsen, Stig Foerster, Afflerbach, Krumeich) angeregten Arbeit darum, auch für den militärischen Bereich nachzuweisen, dass Deutschland (aus inneren Defekten) den Ersten Weltkrieg nicht “vom Zaune gebrochen” haben könne. Eben das zeigt Schulte in “Deutsche Policy of Pretention” für den Zeitraum 1871(1862) bis 1914!

Es geht ferner darum zu zeigen, dass, da ja ein Primat der Politik über das Militärische im Kaiserreich bestanden habe (eine wesentliche Korrektur des Bildes, das Gerhard Ritter zwischen 1958 und 1968 entwarf), die Militärische Führungselite, aus antiquierter Einstellung heraus (Linnebach 1935/40), diejenige Rüstung, welche zum Kriege befähigt haben würde, a) nicht forderte und b) die Politik diese nicht zuließ. Plötzlich soll der “Philosoph von Hohenfinow” ein zupackender und “gerissener” Politiker, der “mit allen Wassern gewaschen” war, gewesen sein. Diese, Fischers Deutung vor 50 Jahren, wurde allerdings zuvor stets geschmäht. In der Julikrise hinwiederum soll der Reichskanzler verzweifelt und ein düsterer Pessimist (“in wenigen Jahren sind die Russen da”, Riezler Tagebuch) gewesen sein.

Ja, es gilt eine positive deutsche politische Tradition (Unschuld am Krieg) zu retten, die in der Vergangenheit zu nah an die Hitlerepoche gerückt worden sei. Dafür wird in Kauf genommen, die Mängel der Heeresrüstung vor 1914 Bethmann Hollweg “in die Tasche zu schieben”; war doch der, nach allgemeinem Verständnis, schon an sich gute Primat der Politik auch dort durchgehalten (wie heute).

Was soll da noch alles Diskutieren, wenn die Funktionsfähigkeit der deutschen Reichsleitung vor 1914 wieder einmal, als von irrationalen (hier: antiquierten) Vorstellungen beherrscht, und ins Unzeitgemäße verschoben, überverkompliziert dargestellt wird? Kurzum ein Sieg der vorgefaßten Meinungen. Und das Alles nur, um Fischer zu widerlegen?

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