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Bernd F. Schulte

Die deutsche Diskussion um eine militärische Führerausbildung.


Über einer breiten Diskussion der Schwächen des französischen Führungssystems ging bis 1912 das Bewußtsein um die gravierenden Mängel der deutschen mittleren und oberen Führung verloren, die in der Vernachlässigung der taktischen Funktionen des Stabs- und Generalstabsoffiziers bestanden. Der Generalstabschef kritisierte im Dezember 1912 in scharfer Form die Schwächen deutscher Generalstabsausbildung und Stabsorganisation. Angeregt durch die bittere Erfahrung der türkischen Niederlage, leitete Moltke ab dem 18.12.1912 die Verlagerung des Schwerpunktes der Ausbildung auf die elementaren Tätigkeiten auf der mittleren Führungsebene ein. Dieser Einfluß Moltkes setzte sich 1913 mit der Kritik des Generalstabes an der Neigung der Stäbe fort, von hinten zu führen.

Diese Schwächen haben sich, trotz der seit 1905 andauenden Bemühungen um eine Vervollkommnung der Führungsmethoden, weiter erhalten. Es wurde angestrebt, durch die Vereinheitlichung der Führerausbildung ein Auseinanderlaufen der in größerem Maßstabe geplanten Heeresbewegungen auszuschließen. Mit dem Fehlschlag dieser Führungsmethode in der Generalstabsreise 1906, die den Angriff auf Frankreich unter nördlicher Umgehung der französischen Festungsfront durch Südbelgien probte, wurden grundsätzliche Mängel der Führungspraxis aller Ebenen offenbar. Die 1906 festgestellte Unfähigkeit selbst der unteren Führung, den Zusammenhang der Bewegungen zu garantieren, war bis 1911 nicht korrigiert.

Diese gravierenden Mängel auch der unteren Führung gingen zurück auf die bereits während der achtziger und neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts unterentwickelte Befähigung der Führer zu, auf ihren Ebenen, angemessener Initiative. Mit der Auflockerung taktischer Formationen setzte die Entwicklung überzeugender Eigenmächtigkeit ein. Dieser Tendenz wirkte seit 1888 ein neues Reglement entgegen, und mit dem neuen Jahrhundert begann eine Phase stärkerer Vereinheitlichung, die sich seit 1909 verstärken sollte. Indem die Initiative der unteren und mittleren Führung hinter Disziplinierung, Vereinheitlichung und Subordination zurücktrat, verringerte sich gleichzeitig jegliche Chance zur umfassenden Adaption technischer Neuerungen. Ausdruck der Kriterien, welche die deutsche Führerausbildung beherrschten, bildeten die Gefechtsübungen des brandenburgischen III. A.K. unter Karl von Bülow, die sich durch überscharfe, an der Totalität der Vorschriften orientierte, Anforderungen auszeichneten. Disziplinierung und Vereinheitlichung der Führer aller Grade auf den kodifizierten Buchstaben der Vorschrift hin, die von einem Idealfall ausging, mußten jegliche Initiative der Unterführer abtöten.

Die übersteigerte Disziplinierung der Truppe in Ausbildung und Führungsmethode war verknüpft mit überkommenen taktischen, militärpolitischen und sozialen Anschauungen, die unverändert die deutsche Beurteilung moderner Entwicklungen und zeitgenössischer Kriege dominierten. Wenn für die Jahre nach 1871 von Rückschritt in der deutschen Ausbildungspraxis zu sprechen ist, dann bleibt während des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts die geringe Fähigkeit der Ausbildung auf taktischer und führungstechnischer Ebene bestehen. Eine angemessene Berücksichtigung der, durch die Technik veränderten Bedingungen des modernen Gefechts, war nicht festzustellen. Die deutsche Ausbildungspraxis bewies zwischen 1900 und 1914 eine nur begrenzte Befähigung zur Evolution.

Dokumente zum Kaiserreich

1903
Besprechung der Schlussaufgaben 1903.1

1. Aufgabe.

Am 2.8. Abends sind die deutschen Armeekorps operationsfähig. Die Armeen sind aber noch nicht in sich aufmarschiert. Da geht in die Nachricht ein, daß die schwache Garnison von Saarbrücken durch die Franzosen zum Rückzuge will genötigt worden ist. Die Vermutung liegt nahe, daß dieses Gefecht als Einleitung einer französischen Offensive über die Saar gegen die 2. Armee zu betrachten sei. In dem Zustand, in welchem die 2. Armee sich befindet, kann sie nicht ohne weiteres dem anrückenden Feinde entgegengehen. Sie würde mit einzelnen Korps auf ihn stoßen. Erst muss auf marschiert und der Aufmarsch gesichert werden. Deshalb empfahl der Feldmarschall der 2. Armee zunächst eine Stellung hinter der Lauter einzunehmen.

Wir wissen, dass es nicht in der Absicht des Feldmarschall lag den Feind ausschließlich in dieser Stellung zu erwarten. Damit wäre höchstens ein Abweisen des Angriffs zu erreichen gewesen. Das Bestreben mußte aber doch sein, dem Feinde, welcher eine schnelle Entscheidung zu suchen schien, auch eine schnelle Entscheidung zu geben und ihm eine vernichtende Niederlage beizubringen. Nicht alle Truppen durften daher in der Stellung untergebracht, (S. 2) ein möglichst großer Teil mußte vielmehr zu Angriff gegen Flanke und Rücken des Feindes verwendet werden. Dies ließ sich um so leichter bewerkstelligen, als 3 - 4 A. Ks. (G., IV., IX. und XII.) mehr als ausreichend zur Besetzung der vorgeschlagenen Linie Kaiserslautern - Lauterecken erschienen. Es war die Frage, wie die verbleibenden 2 A. Ks. (III. u. X.) Verwendung finden sollten.

Von vielen Herren werden sie einfach zur Verlängerung der Front bis zur Straße Kirn - Oberstein, rechter Flügel bei Fischbach oder Oberstein, benutzt. Damit war wenig erreicht. Der Feind konnte, wenn er auch schwächer war, gegen diese verlängerte Front in ungefähr gleicher Breite vorrücken. Sein frontaler Angriff wurde voraussichtlich frontal abgewiesen. Seine Vernichtung wurde nicht erreicht.

Um eine Überflügelung zu erzielen, führen andere Herren die 2 Korps im weiten Bogen durch den Hunsrück, stellen sie angeeignet erscheinender Stelle bereit und wollen im gegebenen Augenblick wie aus einem Hinterhalt gegen Flanke und Rücken des Feindes vorbrechen. Auf diese Weise werden den Truppen große Anstrengungen zugemutet, es wird sehr viel Zeit gebraucht, aber auch ob ein rechtzeitiges Eingreifen gelingen wird, ist durchaus zweifelhaft.

Einfacher ist es für einen Flankenangriff, die Unterstützung der 1. Armee in Anspruch zu nehmen, die am 3.8. von Trier und Bernkastel nach Losheim und Wadern marschieren soll. Beide Armeen (S. 3) werden freilich durch einen großen Zwischenraum getrennt. Um ihn auszufüllen müsse das X. u. III. A. K. über Kirn - Oberstein und über Baumholder vorgehen. Wird nun noch das II. Bayer. A. K. bei Pirmasens vereinigt, so bildet sich binnen zwei Tagen ein Halbkreis innerhalb dessen der vormarschierende Feind erdrückt werden muss.

Zwei Bedenken sind gegen diese Anordnungen zur Sprache gebracht worden: als erstes, daß der Feind in diesen Halbkreis nicht hinein marschieren wird, darauf ist zu erwidern, daß der Halbkreis nicht vor Beginn der französischen Offensive besteht, sondern erst während des feindlichen Vormarsches sich bildet.

Als zweites Bedenken ist hervorgehoben worden, dass die 1. Armee, so lange sie isoliert ist, angegriffen und vernichtet und daß dann die ganze schöne Aufstellung von rechten bis zum linken Flügel aufgerollt werden möchte. Die 1. Armee dürfte daher keineswegs nach bloßen Losheim und Wadern vorgezogen, sondern müsse an der Mosel zurückgehalten oder dürfe höchstens bis Zerf und Thalfang vorrücken. Ich glaube, daß bei näherer Betrachtung die Gefahr; welcher die 1. Armee ausgesetzt scheint, sich wesentlich verringert.2

Um dies festzustellen, hatte ich bei einer Anzahl von Herren angefragt, wie wohl die Franzosen eine allgemeine Offensive am 3. August ins Werk setzen würden. Es war dabei angenommen, daß im Laufe des 2. vielleicht auch schon (S. 4) am 1.8 und das französische IV., III. u. G. A.K. an die Saar herangeführt worden wären. Die meisten darauf eingegangenen Arbeiten lassen die Franzosen gegen die rechten Flügel der Deutschen also gegen die 1. Armee vorgehen. Aber sie setzen sich über den Kernpunkt der Frage, wie wird die erste Armee vernichtend geschlagen, leicht hinweg. Sie nehmen eine Niederlage des VII. u. VIII. A.Ks. als vollendete Tatsache an und wenden sich rechts schwenkend nach Lauterecken, wo sie den rechten Flügel der 2. Armee, geduldig ausharrend, annehmen.

Es ist doch nötig auf das vorgehende Gefecht mit der 1. Armee näher einzugehen.

Unmittelbar an die Saarbrücken heran geschoben, konnten die Franzosen am 2.8. Abends nicht sein. Sie mußten, um überraschend auftreten zu können, sich mit diesseits ihrer Grenze zurückhalten. Am Morgen des 3.8., konnte eine Kolonne über Merzig, die andere Kolonne über Beikingen an in der Richtung auf Trier vormarschieren. Nach einem Marsch von etwa 18 und 25 Km konnten beide Kolonnen in der Gegend von Losheim auf den Feind stoßen. Die Entwicklung von je zwei Divisionen hätte längere Zeit in Anspruch genommen und es wäre zweifelhaft, ob es noch an diesem Tage zu einem Angriff gekommen wäre, der aber jedenfalls dem stärkeren Feind gegenüber ungünstig ausgefallen wäre. Eine bessere Lage wäre nur dann zu erwarten gewesen, wenn noch eine 3. Kolonne über Dillingen nach 30 km Marsch zum Aufmarsch gelangt wäre. Da eine (S. 5) französische Division nur ungefähr 2/3 der Stärke einer deutschen hatte, so hätten sich dann gleiche Kräfte gegenübergestanden. Die Gefahr einer Niederlage wäre für die Deutschen keine beträchtliche gewesen, im Gegenteil hätten die Deutschen ihre anfängliche Überlegenheit wohl benutzen können, um die Franzosen zurück zu schlagen. Erst wenn im Laufe des 4. eine 4. Kolonne etwa von Lons herangekommen wäre, konnte man eine französische Überlegenheit und ein Zurückdrücken der Deutschen gegen den Hochwald annehmen. Dann hatte aber der Sieger die Spitze des X.A.Ks. bei Nohfelden und des über Freisen weiter auf Tholey vorgerückten III. A.Ks. in seiner rechten Flanke und in seinem Rücken. Um sich dieses Feindes am nächsten Tage so erwehren, mußten neue Kolonnen herangezogen werden, sodaß nun bald die ganze französische Armee nach Norden abgeschenkt gewesen wäre und die 4 Korps hinter der Lauter kaum noch einen Widerstand gefunden hätten.

In welcher Formation auch immer die Franzosen ihren Vormarsch angetreten hätten, so würden sie durch das Erscheinen der 1. Armee bei Losheim und Wadern am 3., dass X. und III. A.K. bei Nohfelden und Freisen am 4. gezwungen worden sein, nach dieser Richtung abzuschwenken. Dadurch hätten sie sich in der Front derartig geschwächt, daß durch den Vormarsch des G. IV. IX. u. XII. A.K. ihre Vernichtung ohne Mühe herbeigeführt worden wäre.

Vor einigen Herr ist mit 1 französischen (S. 6) Korps oder 1 französischen Division eine Umkehrung des rechten deutschen Flügels zwischen Mosel und Saar über Saarburg oder Trier versucht worden. Letztere hätte mindestens 3 Tage in Anspruch genommen und wäre am 5. Abends wohl zu spät gekommen, erstere hätte durch das Seitendetachement, mit welchem das VII. A.K. sich in jener Zeit zwischen Mosel und Saar sicherte, an dem schwierigen Übergang bei Saarburg abgewehrt bewerben können.

Ich komme zu dem Resultat: das VII. u. VIII. A.K. durften weder bei Trier und Berncastel noch mitten im Gebirge zurückgehalten werden. Sie mußten durch Vormarsch ihre Vereinigung unter einander und mit der 2. Armee suchen. Die Punkte Losheim und Wadern welche der Feldmarschall der 1. Armee zur Vereinigung bestimmt hatte, konnten nicht zweckmäßiger ausgesucht werden. Von der 2. Armee durfte kein Korps zurückgenommen, keines seitwärts geschoben werden. Alle hatten vorwärts zu marschieren. Hätten die Franzosen am 3.8. die Offensive unternommen, so würde der Krieg bis zum 6. August beendet gewesen sein.

Dieses Resultat wäre mit 10 deutschen A.Ks. erreicht worden. Erfolgte die französische Offensive nicht, so wäre es für die späteren Operationen besser gewesen, dass wie es der Feldmarschall ursprünglich beabsichtigt hatte, nicht blos das II. sondern auch das I. Bayer. A.K. über den Hardtwald hinüber gezogen und die Offensive gegen die französischen Truppen im Elsaß den der 3. Armee verbleibenden (S. 7) 3 A.Ks. überlassen worden wäre.

2. Aufgabe.

Der ungefähre Ausgang einer französischen Offensive war schon am 2.8. vorauszusehen. Die Franzosen hatten daher auf jedes derartige Unternehmen verzichtet. Über ihre Aufstellung auf dem linken Ufer war das in der 2. Aufgabe Gegebene bekannt.

Es fragte sich, wie die Operationen seitens der Deutschen fortgeführt werden sollten. Die Antwort konnte doch nur lauten: man marschiert vorwärts und sucht den Feind auf. Nahm man diese Antwort an, und folgten in die Korps den an die sich Saar führenden Straßen, auf welchen sie bereits standen, so gelangten sie fast von selbst bis zum 6. Abends in die führt die 4. Aufgabe gegebene Lage, d.h. die 1. Armee hat die Saar überschritten, der rechte Flügel der 2. Armee ist bis an die Saar herangekommen, der linke Flügel befindet sich noch weiter zurück mit dem IX. u. XII. A.K. an der Blies, mit dem II. Bayer. u. VI A.K. bei Hornbach und Pirmasens.

Die meisten Herren haben angenommen, daß der Feind die Saarlinie verteidigen wollte. Nach den für die 2. Aufgabe über den Feind gegebenen Nachrichten kann man dies kaum sagen, nur der zurückgebogene rechte Flügel II. A.Ks. und 1 Division des V. A.K. standen zwischen Saarbrücken und Saargemünd an der Saar. Das IV. A.K. bei Busendorf, das III. A. K. etwas weiter zurück in dem Zwischenraum (S. 8) zwischen dem IV. u. II. A.K., das G..K. auf dem linken Flügel zurückgehalten, hatten im wesentlichen die Front nach Norden. Gegen diese Front mußte der rechte deutsche Flügel vorgehen, selbstverständlich in der Absicht, den feindlichen linken Flügel zu umfassen, aber auch in dem Bewußtsein, daß diese Bewegung durch die Moselfestungen Metz und Diedenhofen und durch eine Verstärkung des feindlichen linken Flügels verhindert werden könnte.

Um eine Entscheidung herbeizuführen musste daher für alle Fälle eine Umfassung des französischen rechten Flügels eingeleitet werden.

Dies wäre die Natur gemäße Aufgabe der 3. Armee gewesen. Sie war aber noch weit zurück, hatte Feind vor sich und man konnte nicht wissen, ob sie noch rechtzeitig zum Eingreifen in die Operationen der beiden anderen Armeen würde herankommen können. Es mußte daher durch die 2. Armee für diese Umfassung Sorge getragen werden. Deswegen ist das XII. A.K. und das G.K. zu dem II. Bayer. A.K. gegen die Linie Saargemünd - Bitsch herausgeschoben und das inzwischen eingetroffenen VI. A.K. über das Gebirge nachgezogen worden.

Man musste in diesen Flügel besonders stark machen, um nicht nur zu umfassen, sondern sich auch gegen Bitsch decken zu können.

Mehrere Herrn sind in diesem Sinne verfahren. Einige haben sich aber auf allgemeine Andeutungen beschränkt. Sie geben Direktiven, während doch die Armeen schon so (S.9) nahe herangerückt waren und die Entscheidung so nahe bevorstand, dass, wie in der Feldmarschall bei gleicher Lage ausdrücklich ausgesprochen, „es zulässig und geboten war, die Überlegungen der großen Heeresteile durch bestimmte Befehle von höchster Stelle zu lenken, wenngleich die Selbstständigkeit der Armeeführer vorübergehend dadurch beschränkt wurde.“

Viele Herren begnügen sich nicht mit der nächsten liegenden Aufgabe, den Feind dort wo er eben steht und wo man ihn findet, anzugreifen. Ihre Blicke schweifen weiter. Die Einwände denken schon daran, den Feind auch Paris zurückzutreiben, die anderen im Gegenteil eben vor der Hauptstadt des Landes abzudrängen. Die einen wollen ihn nach Süden, die anderen nach Norden an die belgische Grenze geworfen wissen. Durch solche Erwägungen kommen Sie zu einem der schwersten Fehler, die man bei Operationen begehen kann: Man wartet die Wirkung einer Umfassung ab, ehe man gegen die Front vorgeht. In der Strategie wie in der Taktik gilt dieselbe Regel: wer umfassen will, muss in der Front fest angreifen, den Feind dort an jeder Bewegung hindern und dadurch es dem umfassenden Flügel ermöglichen sich zur Wirksamkeit zu kommen.

Die 2. Armee darf daher, auch wenn man die Umfassung der dritten Armee überlassen wollte, nicht in der Pfalz stehen bleiben. Sie muß an die Saar heran. Ihr rechter Flügel muß mit der 1. Armee vereint diesen Fluß überschreiten, (S. 10) um die von dem Feinde so ungünstig gewählte Front festzuhalten. Der Feind muß gezwungen werden, sich in der Front zu verstärken und dadurch dem linken Flügel der 2. Armee es zu ermöglichen, die Saar bei Saargemünd, Saarunion zur Umfassung des rechten französischen Flügels zu überschreiten.

3. Aufgabe.

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Moltkes Militärische Korrespondenz. Aus den Dienstschriften des Krieges 1870/71, hrsg. Vom Großen Generalstabe, Abtheilung für Kriegsgeschichte, Erste Abtheilung, Der Krieg bis zur Schlacht von Sedan, Berlin 1896, S.207.

Bei allen Übergängen tritt ein bedenklicher Moment ein, wenn ein kleiner Teil des angreifenden Heeres das jenseitigen Ufer erreicht hat, die Masse aber noch diesseits geblieben ist. In einem solchen Zustand der Gefahr befinden sich die Deutschen am Abend des 6.8.. Eine rasche Offensive der Franzosen am Morgen des 7. gegen die übergegangenen Anfänge der deutschen Armeekorps hätte große Erfolge bringen können. Allein die französischen Armee Korps waren zu unglücklich gruppiert, als daß ein rascher Angriff mit einigermaßen namhaften Kräften möglich gewesen wäre. Der 7.8. mußte vergehen um die zurückstehenden Truppenkörper in vordere Linie zu ziehen. Während dessen gewannen aber auch die Deutschen die Zeit sich vollständig auf dem linken Saarufer festzusetzen. Es ist versucht worden, die früheren Fehler der französischen Führung durch Nachtmärsche wieder gut zu machen. Das muß aber als vergeblich angesehen werden. Nach einem Nachtmarsche von 20 - 30 Km kann man von einer Truppe (S. 11) kaum noch eine Waffentat verlangen. Überdies werden selten die Befehle so früh ausgegeben und so früh ihre Bestimmungsorte erreichen können, um noch Nachtmärsche von solcher Ausdehnung ausführen zu können.

Von denjenigen Herrn, welche den 7.8. zum Aufmarsch benutzten, hat er die überwiegende Mehrzahl das VI..A.K. u. G.K. zwischen das IV.A.K. und die Mosel eingeschoben. Sie wollen hier am 8. die Offensive ergreifen, wenn sie nicht schon vorher vom Feinde angegriffen worden sind. Dieser Entschluß ist gewiß zu billigen. Fraglich dagegen ist, ob mit diesem Angriff des linken Flügels auch ein Angriff des rechten verbunden werden kann.

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Zu: Grosser Generalstab, Moltkes Militärische Werke: I 3. Stellungen der französischen Korps am 7.8. und 9. August 1870. Handzeichnung des Generals v. Moltke. Verlag d. Kgl. Hofbuchh. v. E.S. Mittler & Sohn, Berlin/Kochstr. 68/71.

Eine Offensive dort mit dem V. A.K. allein trifft auf eine übergroße Überlegenheit. Auch wenn das III.A.K. zur Unterstützung des Angriffs herangezogen wird, kann man den 7 französischen Divisionen gegen 3 1/2 deutsche Armeekorps keine Aussicht auf einen Erfolg eröffnen. Am übelsten ist aber, dass bei einer solchen Kombination der Raum zwischen IV und.. II. A. K. Gänzlich offen bleibt. Drei deutsche Armeekorps können hier ohne Widerstand zu finden eindringen und den französischen Angriffen rechts oder links ein schnelles Ende bereiten. Will man mit dem linken Flügel angreifen, so muss jedenfalls der Raum zwischen Busendorf und Saarbrücken wenigstens soweit ausgefüllt werden, daß ein Durchbruch des Feindes abgewehrt werden (S. 12) kann. Gegen eine Umfassung des rechten Flügels muss zum mindesten das linke sah Ufer des S. Argument verteidigt werden können. Wenn dann das V. A.K. bei Bitsch stehen bleibt, so wird eine Umfassung des rechten Flügels dem Feinde mindestens sehr erschwert werden.

Es ist erklärlich, dass mehrere Herrn den aussichtslosen Kampf aufgeben und hinter die Mosel zurückgehen wollen. Ich halte dies nicht für möglich. Ein Volk, das mit solcher Siegesfreude und lebhaftem Ausdruck vorzeitigen Triumphes in den Krieg ausgezogen ist, wie die Franzosen 1870, kann nicht schon bei Annäherung des Feindes die Flucht ergreifen. Der Kampf muß aufgenommen werden, so gut es geht. Zweifelhaft ist es überdies, ob der Rückzug hinter die Mosel ohne Gefecht und ohne Niederlage noch möglich war, und ob die Aussichten dort viel günstiger waren wie hinter der Saar.

Andere Herrn wollen ihren Rückzug nicht bis auf das linke Moselufer ausdehnen, sondern beschränken sich darauf in eine Stellung hinter der franz. Nied oder Rotte zurückzugehen und unter Anlehnung des linken Flügels an Metz. Das bedeutet aber bloß einen Aufschub der Niederlage, da der rechte Flügel nach einiger Zeit jedenfalls umfasst werden konnte und dann die Katastrophe um so bedenklicher wurde als die Mosel nahe hinter der französischen Armee lag.

(S.13)
4. Aufgabe.

Wenn man die sich Lage des französischen Heeres am 6. Abends betrachtet hat, so erscheint die Aufgabe der Deutschen für den 7. ungemein einfach zu sein. Es konnte aber alles in Frage gestellt werden, wenn sofort der weitere Marsch angetreten wurde. Die Korps hatten vom 3. bis zum 6. sehr große Marschleistungen gehabt. Ihre Tiefe war sehr bedeutend geworden. Nur schwache Anfänge waren zunächst verfügbar. Ein Vorgehen der 1. Armee wäre voraussichtlich auf einen Angriff auf eine starke Stellung des IV. franz. A.K. bei Busendorf hinausgelaufenen. Ein Versuch eine solche Stellung mit dem VII. A.K. rechts zu umfassen, wäre aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Gegenstoß des VI. u. G.K. getroffen. Eine Umfassung der rechten franz. Flanke durch die noch weit zurückstehenden Korps X u. III wäre ebenso durch 1 Div. des IV. und 3 Div. des III. A.K. zu parieren gewesen. An der Stelle, an welcher der Feind am schnellsten seine Kräfte vereinigen konnte, war es nicht ratsam mit unzureichenden Kräften sich der Möglichkeit einer Niederlage auszusetzen. Durch einen Aufschub um 1 Tag vermochte der Feind seine Lage nicht zu verbessern. Je weiter er nach Norden der 1. Armee entgegenrückte, desto ungünstiger wurde für ihn der Rückzug im Fall einer Niederlage, während sich die Deutschen in 24 Stunden sich auf beiden Flügeln erheblich verstärken und (S.14) ihren linken Flügel näher heranziehen konnten.

Unter diesen Umständen blieben das VII.A.K. u. VIII.A.K. am 7.8. im Allgemeinen stehen und zogen nur ihre rückwärtigen Divisionen vor. Das X.. u. III. A.K. schoben ihre Avantgarden der bis zur Bist vor, um dahinter aufzumarschieren, das IX.A.K. überschritt wenigstens mit 1 Division bei Völklingen die Saar, um jenseits Stellung zu nehmen. Zum Angriffe gegen die Spicherner Höhen war dann noch 1 Division des X. A.K. und es IV. A.K. verfügbar. Das XII. A.K. rückte in der Richtung auf Saargemünd etwa bis Bebelsheim nördlich der Blies vor, das G.K. bis Gisingen und , die 12.Div. bis Weißkirchen fünf, die 11.Div. bis Eppenbrunn.

Für den 8. wurde ich beabsichtigt, den Feind auf der ganzen Linie festzuhalten und zu versuchen, ihn auf seinem rechten Flügel zu umfassen. Das Festhalten durfte aber nicht in Abwarten bestehen, es musste auf der ganzen Linie mit aller Kraft angegriffen werden. Erst durch den Angriff hatte es sich gezeigt, wo die Schwächen des Feindes lagen und nur so hätten sie ausgenutzt und der Feind verhindert werden können, sich gegen in die Umfassung zu wenden. Wahrscheinlich hätte der entscheidende Kampf bei Saargemünd stattgefunden. Um für diesen das XII. A.K. so stark wie möglich zu lassen, hätte es sich den schwierigen Übergang bei Blittersdorf gegenüber (S. 15) mit Wenigem behelfen können.

Für den Ausgang der Schlacht war es nicht von Bedeutung, daß der linke Flügel der Franzosen vollständig geschlagen wurde, wenn es nur gelang, ihn festzuhalten und zu verhindern über die Mosel auszuweichen. Sein Rückzug musste in südlicher Richtung genommen werden. Wenn dann der linke Flügel der zweiten deutschen Armee rasch vorwärts drang, so konnte es gelingen, die Franzosen noch einmal rechts der Mosel zur Schlacht zu zwingen, wenn sie nicht in voller Auflösung das linke Ufer aufsuchen wollten. Daraus geht hervor, von welcher Wichtigkeit es war, dass der linke Flügel der 2. Armee möglichst rasch und möglichst stark in Richtung Saaralben, Saarunion gegen die Mosel vordrang. An einer solchen Bewegung wurde er aber gehindert durch das bei Bitsch anzunehmende V. franz. A.K.

5. Aufgabe.

Mit der Deckung gegen dieses Korps war das II. Bayer. u VI. A.K. beauftragt. Wenn das V. franz. A.K. noch bei Bitsch stand, so wäre der Angriff auf dieses Korps voraussichtlich die Aufgabe der beiden deutschen A.Ks. gewesen. Eingegangene Meldungen machten es aber wahrscheinlich, dass das V. Korps nach dem Elsaß abgezogen wäre. Traf dies zu, so waren die beiden Korps ihrer Aufgabe ledig und konnten sich dem Vormarsch über (S. 16) die Saar ohne Aufenthalt anschließen, um bei der zu erhoffenden Vernichtung der feindlichem Hauptarmee mitzuwirken. Es war aber dabei zu bedenken, daß es einmal nicht gewiß war, daß das V. franz. A.K. auch völlig abgezogen war und andererseits, daß es, als es im Elsaß erschien, in die dort zu erwartende Schlacht vielleicht zum Nachteil der 3. Armee eingreifen konnte.

Unter diesen Umständen wird man den Entschluß wer diejenigen Herren, welche den Marsch gegen die Saar fortsetzten, weil sie es als das Wichtigste erkannt hatten, die feindliche Hauptarmee niederzuwerfen nur billigen können, obgleich ja dadurch möglicherweise die 3. Armee einer Gefahr ausgesetzt wurde. Die Herren setzten sich allerdings dem Risiko aus, daß der Feind doch noch bei Bitsch stand und gegen die marschierenden Kolonnen vorbrach. Aber auch in diesem Falle waren die beiden. A.Ks. bei einiger Aufmerksamkeit im Stande nach links einzuschwenken und umfassend gegen den Gegner vorzugehen.

Viele Herren haben es für geboten achtet, den 3. Armee zu Hülfe zu eilen. Bei der Größe des zurückzulegenden Marsches, bei den Schwierigkeiten die schlechte Gebirgswege boten, bei dem Aufenthalt, den selbst kleine feindliche Abteilungen bereiten konnten, lief man Gefahr weder der 3. Armee zu helfen noch bei der Hauptentscheidung zur (S. 17) Stelle zu sein.

Ebenso schlimm wird es denjenigen gegangen, welche durch einen Angriff in die Gebirgstäler hinein zu erkennen versuchen wollten, ob der Feind, der auf allen Straßen im Umkreis von Bitsch gemeldet war, bloß aus schwachem Vorposten bestand, oder ob noch stärkere Truppen dahinter zu suchen wären. Waren sie sich darüber klar geworden, dann wollten sie der 2. Armee nach der Saar folgen, sobald der Abmarsch des V. franz. A.Ks. festgestellt worden wäre. Wahrscheinlicherweise hätten sie den ganzen Tag über den wahren Sachverhalt nicht erkannt und wären an jedem tätigen Eingreifen nach der einen oder anderen Seite verhindert worden.

Die 3. Armee hatte voraussichtlich 2 Feinde vor sich, der eine stieg aus dem Gebirgstälern von Bitsch her in das Rheintal hinab, der andere sollte in einem Winkel dazu hinter der Nördlichen Zinsel stehen. Deckung gegen den ersteren Feind und Angriff gegen den rechten Flügel des letztere erschien angezeigt. Es war nicht wahrscheinlich, daß dieser den seiner rechten Flanke drohenden Angriff abgewartet hätte, er würde die Front mehr nach Osten genommen und dadurch eine Umfassung erschwert haben. Immerhin blieb für die deutschen nichts anderes übrig, als hauptsächlich den rechten Flügel anzugreifen.

(S. 18)

Unter Berücksichtigung dieser Verhältnisse wäre das I. Bayer. A.K. bei Wörth mit einem Detachement bei Lembach - Fronsberg, das V. A.K. bei zwischen den Straßen Gunzstadt - Gundershofen und Walburg – Merzweiler aufzustellen. Das XI. Nach. K., die württembergische und badische Division hätte auf Hagenau und südlich vorzugehen, die schlechte Galeriedivision gegen Straßburg aufzuklären gehabt.

Um am 8.8. diese Bewegungen ausführen zu können, mußten am 7. Nachm. noch verhältnismäßig starke Märsche zurückgelegt werden.

Ob in die 3. Armee am 8., obgleich an Zahl nicht unerheblich überlegen, einen Sieg erringen würde, war zweifelhaft. Gewiß war, daß, nachdem der linke Flügel der 2. Armee am nächsten Tage besah Saarunion erreicht hatte, die Franzosen aus dem Elsaß in ungünstiger Richtung zurückgehen mußten.

Trotzdem musste am 8. angegriffen werden, um nicht die französische Elsaßarmee ungeschädigt entkommen zu lassen, um ihr nicht zu erlauben in das bevorstehende oder in ein noch zu erwartendes Gefecht der Hauptarmee einzugreifen, sondern um beide in ihrer Trennung zu erhalten.

Der Teil der Operationen von 1870, welcher die Grundlage dieser Aufgaben gebildet hat, ist aus hinreichend bekannten Gründen nicht nach den Absichten des Feldmarschalls durchgeführt worden.3 Nach seinem Plan sollte die 2. Armee gegen die Saar, hinter der die feindliche Front angenommen wurde, vorgehen. Rechts von ihr sollte die 1. Armee den Fluß überschreiten, sobald sich jene ihm nährte ungefähr in der Art, wie es hier geschehen ist. Die 3. Armee sollte schon früher, womöglich am 1.8. in das Elsaß eindringen, den dort vorhandenen Feind zurückwerfen, durch ein Korps auf Straßburg verfolgen lassen, mit dem Rest aber über die Vogesen gehen um ungefähr gleichzeitig mit der 2. Armee an der Saar zu erscheinen. Eine Schlacht mit Umfassung beider Flügel war geplant.

In Bezug auf die 3. Armee ist bei den Aufgaben von dem Plan des Feldmarschalls abgewichen worden. Sie wurde zurückgehalten um die Aufgaben nicht allzu leicht zu machen.

Wenn sich trotz der großen Überlegenheit der Deutschen an Zahl in den Aufgaben 1 u 2 sowie 4 u. 5 Schwierigkeiten gefunden haben, so wird sich begreifen lassen, daß diese Schwierigkeiten sich einem gleich starken, oder vollends einem stärkeren Feinde gegenüber noch erheblich die steigert hätten.

Die Armeen, mit welchen wir zu tun gehabt haben, waren recht große, wie es heißt, zu große. Es ist nicht die Aufgabe junger Offiziere, wird gesagt, Armeen und Heere zu führen. Ich sehe nicht ein, aus welchem Grunde die Zukunft nicht manchen von Ihnen meine Herren an die Spitze einer Armee stellen sollte. Jedenfalls hoffe ich das, daß Sie berufen sind einmal 1 Armeekorps oder eine Division zu führen, mindestens doch als Chef oder als Generalstabs Offizier einem höheren Truppenführer zur Seite zu stehen. Sie müssen aber dann die Bewegungen einer Armee zu beurteilen verstehen. Nur dann werden Sie im Stande sein, wenn sie mit ihrem Armeekorps oder ihrer Division vor eine selbstständige Aufgabe gestellt werden, und dies wird in einem zukünftigen Kriege sehr oft vorkommen, einen Entschluss zu fassen, der dem Ganzen zum Vorteil gereicht.4

______

1 Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Ab. IV – Kriegsarchiv, NL Krafft v. Dellmensingen, 332.

2 Hier wird das operative Problem der ersten Schachzüge des Feldzuges 1870 berührt. Vgl. dazu: E. Kessel, Moltke, Stuttgart, 1957, S. 550ff. zur Rolle des Oberbefehlshabers der 1. Armee, von Steinmetz, der einseitig und unabgestimmt vordrang und so den Grundgedanken Moltkes konterkarierte. Berührt sei hier gleichzeitig die Erkenntnis dieser ersten Gefechte und Schlachten, die Moltke 1874 zog. Moltkes Kriegslehren. Die Schlacht, hrsg. Vom Gr.Generalstabe, Kriegsgeschichtliche Abteilung I, Berlin 1912, S. 163: „Meiner Überzeugung nach hat durch die Verbesserung der Feuerwaffen die taktische Defensive einen großen Vorteil über die taktische Offensive gewonnen. Wir sind zwar im Feldzuge1870 immer offensiv gewesen und haben die stärksten Stellungen des Feindes genommen, aber mit welchen Opfern? Wenn man erst, nachdem man mehrere Angriffe des Feindes abgeschlagen, zur Offensive übergeht, erscheint mir dies günstiger“.

3 Moltke fixierte als Grundgedanken seiner operativen Planung 1969, 1870 und im Juli 1870. Vgl. Moltkes Militärische Korrespondenz. Aus den Dienstschriften des Krieges 1870/71, hrsg. Vom Gr.Generalstabe, Abteilung Kriegsgeschichte, I.Abt.. Der Krieg bis zur Schlacht von Sedan, Berlin 1896, S. 128.

4 Schlieffen machte 1904/04 offen Front gegen die Tendenz, die Ausbildung junger Offiziere im operativ-taktischen Felde auf den Funktionsrahmen von Bataillon und Regiment zu begrenzen. Vgl. Bernd F. Schulte, Die deutsche Armee 1900-1914. Zwischen Beharren und Verändern, Düsseldorf 1977, S. 296. Ebd., S. 466 (Anm. 1): „Wie Schlieffen im Führungsbereich dachte, verdeutlicht sein Schreiben vom 14.10.1903 an den bayerischen Generalstab, in dem er sich gegen die verbreitete Unsitte wandte, den Generalstabsoffizier lediglich als ‚Unterführer’, statt entsprechend seiner Ausbildung, als Führungsgehilfen zu verwenden. Vgl. KA-München. K.B.GenStab, Bd. 218, Chef des Generalstabes d.A., Nr. 8316II, Berlin, 14.10.1903, gez. Schlieffen: ‚Es genügt nicht, dass der Leitende die Operationen selbst in der Hand behält und seine Generalstabsoffiziere als Unterführer verwendet’“. Es ging um ein latentes Problem deutscher Generalstabsarbeit seit 1858. Der jüngere Moltke wiederum bezog Ende des Jahres 1912 gegen diese Vorstellungen Schlieffens Stellung. Dieser hatte am 18.12.1912 betont, „bei der Ausbildung der Generalstabsoffiziere die taktische Befehlsschulung und die Stabsarbeit in den Vordergrund zu stellen. Kurz, weniger Strategen und mehr Taktiker auszubilden; vgl. B[undes]A[rchiv]-Koblenz, NL Bernhard Schwertfeger, Berlin 18.12.1912“.

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