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„Ungeliebtes“ Thema: Volkswagen und die DDR.

Verhindert das Buch „Armageddon des Kommunismus“!


Aus unserem Archiv:

Hier werden der Anteil und das Interesse der Volkswagen-Audi AG am Erscheinen oder Nichterscheinen meines Buches „Armageddon des Kommunismus“ untersucht. Dass in diesem Zusammenhang auch die Methoden, Vorgehensweisen und Zielrichtungen von Hamburger Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten erkennbar werden, war nicht zu erwarten.

Schließlich bestand offenbar ein direkter Zusammenhang zwischen der zweimaligen Drohung des VW-Archivars Grieger, das Buch nicht zu schreiben, wenn ich nicht Gegenwirkungen aus Wolfsburg verspüren wolle, im Mai und Juli 2004 (Hamburg/Hotel Intercontinental und Hotel Leoni in Berg am Starnberger See), in direktem Zusammenhang mit dem Überfall eines bei Multimedia/Cinecentrum beschäftigten Schauspielers auf mich im August 2004. Dies geschah unmittelbar (1-2 Stunden) nach meiner Erklärung an die Adresse von Audi/VW, in der Sache der IM-Verbindungen Wolfsburgs mit dem MfS-Mitarbeiter Kirchberg, nicht mit dem Automobilkonzern zusammenarbeiten zu wollen, sondern das Buch zu schreiben.

In meiner IM-Akte hatte ich 1997/2003 die Verbindung Wolfsburg-Dresden enttarnt und entdeckt, dass Wolfsburg meinen Auftrag torpediert hatte, 1984ff. für Audi aus Dresden die Akten der früheren AUTO UNION-Vorgängerfirma Ingolstadts zu beschaffen. Das in den Akten des MfS erwähnte Schlüsseldokument – ein Brief des Öffentlichkeitsarbeiters Konrad (des Vorstandes Hahn) und des Archivars Wiersch, aus Wolfsburg an die Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden – enthielt das „Verbot“ weiterer Kontakte der DDR-Stelle mit mir und meinem Projekt für Audi. Dieses Dokument wollte ich von Grieger, dem Wolfsburger Archivar, zur Kenntnis vorgelegt erhalten, um meine Untersuchung zu überprüfen.

Dieses Ansinnen – und der Plan des Buches, das automatisch die Beziehungen zwischen Wolfsburg und Ostberlin vor 1989 aufdecken musste – war den Herren in Wolfsburg und Ingolstadt (von Hahn bis Habbel) offenbar hinderlich. Hahn wollte darüber offiziell nicht reden, schrieb – oder besser - ließ sofort seine Memoiren schreiben. Dass der Überfall auf mich im August 2004, in Groß Borstel – u.U. von dort inspiriert, und durch einen Angestellten gerade der Firma durchgeführt wurde, die meinen damaligen Film für Audi zum Jubiläum „100 Jahre Automobil“ (1986) hergestellt hatte, verifiziert meine Arbeitshypothese hier.

Wie verrottet von innen heraus der deutsche Staat, gerade hinsichtlich seiner juristisch-polizeilichen Organe ist, wird deutlich. Rechtlosigkeit, Ausgeliefert Sein und tiefste Erniedrigung waren die zentralen Beobachtungen, die mir hier, nach vergleichbaren Erfahrungen als Rekrut der Bundeswehr 1967 in Handorf bei Münster (AKp 5/7) wieder begegneten. Die Rechtsbeugungen des Polizisten aus der Niendorfer Polizeiwache 24, die wohlbedachten Betrugsversuche des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt Hamburg und die Unlust der Staatsanwaltschaft Hamburg, überhaupt zu ermitteln, gepaart mit einer Verkehrsrichterin und Staatsanwältinnen, die (bis auf eine) weder wussten was sie wollten, noch sich in die Akten einarbeiteten, demonstrieren was es heißt, in Deutschland Bürger zu sein. Das finanzielle Interesse Hamburgs war der psychisch offenbar labilen Richterin (in Rechtskreisen Hamburgs bekannt) prävalierend gegenüber dem legitimen Anspruch des Angeklagten auf Recht. Und dies alles, d.h. ein Strafprozess, weil ich mit einem Schreckschussrevolver (Platzpatronen!), durch Schüsse in die Luft und auf den Boden, gegen den Angreifer zur Wehr gesetzt hatte.

So bleibt ein Blick auf die offenbar langen Arme von einflussreichen Industriefirmen. Hier zusätzlich gepaart mit Interessen von früheren MfS-Mitarbeitern. Herr Kohl hat dann auch solche Herren 1995 vor weiterer Verfolgung geschützt, sodass diese heute, z.B. durch Audi sakrosankt gemacht, an bayerischen Universitäten junge Menschen infiltrieren können. Generalbundesanwälten sind die Hände gebunden und die örtlichen Staatsanwaltschaften verfügen über große Papierkörbe ... Die Strafanzeigen besorgter Bürger verschwinden.

Auf Grund dieser Gegebenheiten, und durch die Einstellung der erwähnten Dienststellen zum „Pflichtgemäßen Ermessen“ bedingt, bleibt unserem Staat wenig Aussicht auf Zukunft. Jedenfalls zeichnen die bereits überwiegende Ablehnung des Staates durch seine Bürger und dessen Haltung, seine Bürger nur als Steuerzahler zu betrachten (vgl. Gneisenau 1807), vor, dass Deutschland auf dem Weg zurück zum Obrigkeitsstaat ist. Ich jedenfalls bedauere, diesem Staat, in den verschiedensten Stellungen, und über zu lange Jahre, gedient zu haben. Denn - umsonst.- An Plausibilität wird das hier Gesagte nur noch gewinnen, wenn in Kürze an diesem Platz die Entstehungsgeschichte eines Filmes für das ZDF (Bodo H. Hauser) zum Thema der „Bremsensicherheit bei Automobilen“ folgt. Wie große Automobilfirmen mit der Pressefreiheit – und damit dem Recht - umgehen und wie sich beispielhafte Öffentlich R e c h t l i c h e Sender dafür Indienst nehmen lassen, bestätigt im Grunde nur die allgemeine Resignation, die in breiten Bevölkerungsschichten vorherrscht und stützt die hier niedergelegte Interpretation von Vorgängen, die über sich hinausweisen.

 


Vorspiel auf dem Theater.

Mitte Oktober 1998 stellte ich den Erweiterungsantrag "Presse-Recherche Industrie/Stasi" bei der damaligen "Behörde zur Sicherung der STASI-Unterlagen" in Berlin. Das Thema lautete: "Der Umgang des MfS mit der NS-Vergangenheit in der deutschen Industrie am Beispiel der Deutschen Bank/Pittler AG".1 Während meines letzten Besuches in Berlin hatte sich ergeben, dass Akten des Vorganges Hermann Josef Abs, Deutsche Bank AG, in großen Pappkartons bereitlagen, von einem anderen Benutzer aber nicht eingesehen worden waren. Ich war zu diesem Zeitpunkt in Berlin, um zu meinem Thema "Staatssicherheit und westdeutsche Automobilindustrie" Akten einzusehen, was aber nur in begrenztem Umfange möglich war. Deshalb wurde ich anscheinend auf das Thema Abs gelenkt. Dass ich die Fotokopien, die ich nach diesem Besuch beantragte, erst 12 Monate später bekam, als das Thema bereits in der Presse (FAZ, Spiegel etc.) abgehandelt war, steht auf einem anderen Blatt; gehört jedoch zu den Unerklärlichkeiten auf die ich im Folgenden immer wieder stoßen sollte.2

Hemmende Vorgehensweisen der "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik" sollten sich nun anschließen. Das wusste der im Ausscheiden begriffene Sachbearbeiter Dr. Hermann Berlin nicht, als er am 24.Oktober 2001 schrieb, ich möchte den den "aufgefundenen Unterlagen" beigefügten "Kostenbescheid bitte" beachten. Jedenfalls erinnere ich lebhaft, dass die Mitarbeiterinnen Frau Schade und Frau Dr. Eckhart, sich gegenseitig ergänzend, im Mutterschaftsurlaub, beziehungsweise nicht anwesend oder als Schöffin unterwegs waren und damit außerstande, ihren Aufgaben nachzukommen. Infolgedessen konnten "1307 Blatt Kopien" nur mit Verzögerung der Bearbeitung zugeführt werden.3 Im Gespräch mit dem Sohn des Auto Union-Konstrukteurs Robert Ebern von Eberhorst, der vor 1939 an der Konstruktion der letzten Version des Auto Union Rennwagens führend beteiligt gewesen war, erhielt ich Kenntnis von einem Kongress zu Ehren des Vaters in Zwickau, an der dortigen Hochschule. Doch Erinnerungen an meine Arbeit für Audi während der 80iger Jahre, und die dabei gemachten Erfahrungen in Dresden, ließen mich an den damaligen Vorsitzenden des Vorstandes der Audi AG, Martin Winterkorn, schreiben, dass ich "leider...- nach einigem Nachdenken - nicht an einer Veranstaltung teilnehmen" könne, "auf der Herr Kirchberg" spreche und schrieb weiter:

"Meine Erfahrungen mit diesem in den Jahren 1983/85 machen mit dies unmöglich. Im Auftrag der Audi AG habe ich den Film "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit" erarbeitet, produziert und vorgestellt. Der Film gewann 1988 auf dem internationalen Industriefilm-Festival in Hannover den dritten Preis. Meine Forschungen seit 1996 förderten Materialien zutage, die zeigen, dass meine Arbeit für AUDI 1983 - 1986 durch Kräfte innerhalb und außerhalb des Hauses im Zusammenspiel derart gefährdet wurden, dass meine persönliche Existenz bedroht war. Zu diesen Kräften zählte, neben anderen im Außenverhältnis, der oben erwähnte Herr Kirchberg".4

Mit dem Bundesarchiv in Berlin trat ich in im Januar 2003 in Verbindung, um "Kontakte der Firmen Volkswagen und Audi mit dem Außenhandelsministerium und anderen Stellen der DDR Führung" zu untersuchen. Insbesondere ging es mir um ein Schreiben der Volkswagen AG an das Ministerium für Außenhandel, "die Verkehrshochschule "Friedrich List"", dass MfS "oder das Auswärtige Amt" der DDR "vom 26.9.1984". Weiter um "Korrespondenz der Staatlichen Archivverwaltung der DDR 1983-1987 (Frau Merker) mit dem MfS, "Verkehrshochschule "Friedrich List", Dr. Schulte/Hamburg, Audi AG/Ingolstadt, Dr. Ulmer". Weiter suchte ich "Schreiben Dr. Ulmer/Auto Union GmbH/Ingolstadt (Traditionsfirma) an Verkehrshochschule "Friedrich List"/Dresden, ca. Januar bis Oktober 1984".5

Dass ich auch weiterhin auf wenig Gehör bei der Bundesbeauftragten traf, belegt die Antwort dieser Stelle auf meinen Antrag um Einsicht in die "sogenannten "Rosenholz"-Dateien". Es wurde höchst länglich ausgeführt, wie wenig ergiebig diese Einsicht sein würde.6

Auch meine Versuche, über die Außenstelle der Bundesbeauftragten in Schwerin, Erfolge bei der Decknamen-Entschlüsselung der erkannten MfS-Offiziere zu erzielen, blieben äußerst begrenzt.7 Nachdem das Birthler-Amt mich nicht hatte abschrecken können, die Agentennamen zu verifizieren, wurde nun zugestanden, dass

"Rosenkreuzkarteien recherchiert werden sollten. Geben Sie möglichst ein Geburtsdatum oder die Anschrift der Personen mit an. Wie bereits erwähnt, erlauben die genannten Karteien keine Recherchen zu Sachthemen",

lauteten die behördlichen Ausführungen. Angedeutet wurde ferner, es bestünde Bereitschaft, nach einem "Dr. Peter Kirchberg" zu suchen. Ich notierte auf dem Schriftstück:" Dr. Bergmann, Herr Römer, Dr. Peter Kirchberg, Dr. Bernd Wiersch, Dr. Ulmer"8 und äußerte im Gegenzug "mein Erstaunen, dass" die Birthler-Behörde "bereits den Namen Peter Kirchberg aufgenommen" habe. Ich führte weiter aus:

"Gerade konnte ich im Bundesarchiv Berlin eine Akte der Staatlichen Archivverwaltung der DDR einsehen, welche Aufschluss über die Kontakte zwischen VW, Außenhandelsministerium der DDR-KoKo und Dresdner Stellen (Staatsarchiv) gab. Sie konnte aus Stasi-Akten im Dezember 2002 das Gespräch in Dresden (Oktober 1984) dokumentieren.

Dr. Peter Kirchberg hat:

Zusätzlich geht es um weitere "Drahtzieher" in dieser Sache:

Es handelt sich um, möglicherweise einen "Kreis" von Personen, der interaktiv [gemeint: "konspirativ", vgl. Brief an Niemann, A. 10]kooperierte". (Hervorh.v.m., B.S.)9

Gegenüber der Außenstelle Schwerin bestätigte ich, meine Bemühungen um eine "Benutzung der Akten der Verkehrshochschule Friedrich List/Dresden" würden "bislang verzögert". Niemann hatte im Dezember 2002 "aus Stasi-Akten das Gespräch in Dresden (Okt.1984)" enttarnt.10 Gleichzeitig bat ich die Staatsanwaltschaft Hamburg, mir die Ergebnisse gestellter Strafanzeigen aus den Jahren seit 1996 mitzuteilen. Am 25.März fand sich die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg schließlich bereit, durch einen einen Justizobersekretär, dessen Name im Dunkel bleibt, und der die Anrede falsch formulierte, mitzuteilen, dass die in Frage stehenden Strafanzeigen "am 17. +18.Februar zuständigkeitshalber zur weiteren Bearbei­tung der Staatsanwaltschaft Hamburg, Kaiser-Wilhelm-Straße 100, 20355 Hamburg zugeleitet worden" seien. Im übrigen sei auch die Mahnung "vom 23.3.04... an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden". "Bescheid" ergehe von dort. Ein Vorgang, der im Folgenden bedeutsam werden wird.11 Im Monat März 2004 antwortete Frau Buchwald, vom Universitätsarchiv der Technischen Universität Dresden, "die Einsicht in die Personalakten" könne "aus Datenschutzgründen ...nicht gestattet werden".12 Nach Ostern könne es allerdings zur Akteneinsicht kommen.

 

Wolfsburg beunruhigt.

Anfang des Monats Mai schrieb ich an den Archivar und Firmenhistoriker der Volkswagen AG/Wolfsburg, Dr. Grieger, um über die VW-Archive den Wortlaut eines Schreibens des VW-Vorstandes an die Direktion der Verkehrshochschule "Friedrich List" in Dresden, aus dem September/Oktober 1984, zu erfahren. Ich hatte dazu den früheren Bochumer Historiker Hans Mommsen angerufen, der - wie ich dann erfuhr - mit Grieger die Darstellung des Volkswagen-Konzerns zur Fremdarbeiterfrage 1939/45 erarbeitet hatte.13 Ich umriss den Anlass meines Schreibens:

"Im Zuge meiner Arbeiten für die Audi AG (1984-86), zu den Themen "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit" und "Rad der Zeit", hatte ich mich Anfang 1984 bemüht, die Akten der Auto Union im Staatsarchiv Dresden einzusehen.

Dazu benötigte ich die Genehmigung der Verkehrshochschule Friedrich List. Interessiert war ich an der Kooperation mit Herrn Kirchberg, dem Typenkundler zum Thema Auto Union in der damaligen DDR. Ziel war zunächst der Einblick in das Material, weiter die Verwendung von Teilen daraus (Foto-,Filmarchiv) für das o.g. Filmprojekt.

Als ich jedoch am 3.10.1984,13.30 Uhr, in der VHS war, zeigte sich sehr schnell eine merkwürdige Atmosphäre. Weder Herr Kirchberg, noch die gleichfalls anwesende Frau Professor Rehbein (ideologischer Kader) zeigten sich wesentlich förderlich. Als Grund für diese Haltung lassen sich objektive und subjektive Interessen festmachen. Die Stasi-Akten belegen, dass ein äußerer Anlass das o.e. Schreiben aus "Wolfsburg" war, das mir meine Verhandlungsposition entscheidend erschwerte.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn ich dieses Schreiben einsehen, und auf die o.e. Wirkung hin überprüfen könnte".14

Grieger monierte umgehend, die Anschrift des Verfassers sei in der o.a. e-mail nicht enthalten. Fand sich aber dann überraschend schnell bereit, in einem persönlichen Gespräch, auf der Terrasse des Hotels Interkontinental Hamburg, an der Fontenay, mit sommerlichem Blick auf die Außenalster, die im Raum stehende Frage zu erörtern. Es überraschte nicht, dass VW-Archivar darauf weniger zurückkam, sondern das Gespräch auf einen möglichen Besuch des Verfassers in Wolfsburg hin zu verschieben suchte. Als ihm jedoch klar wurde, dass der Verfasser stringend die Absicht verfolge, die während der achtziger Jahren abgelaufenen Vorgänge detailliert zu untersuchen und zu publizieren, streute Grieger postwendend ein, der VW-Konzern habe "im Augenblick kein Geld". Was wohl heißen sollte, dass eine - wie auch immer geartete - finanzielle Lösung ausscheide. Sofort nachgeschoben wurde die unverhohlene Drohung, ein derartiges Buch überhaupt zu veröffentlichen, da ein solches Unternehmen sicherlich auf den ernsthaften Widerstand der Volkswagen AG treffen werde.15

Dementsprechend bündig resümierte ich den Kern des Gespräches am folgenden Tage. Ich schrieb an Grieger:

"Ich danke Ihnen für das Gespräch, gestern, am 24.5.2004. Das infrage stehende Dokument ist, wie Sie sagten, nicht aufzufinden. Wir sind überein gekommen, dass wir im Kontakt zum Thema "Auto Union/Audi-VW und DDR" bleiben. Gern besuche ich sie einmal an Ihrer Arbeitsstelle in Wolfsburg."16

Offensichtlich war die Tür nach Wolfsburg, nach meinem damaligen Verständnis, noch nicht völlig verschlossen. Das bestätigte die Antwort, welche - zunächst telefonisch gegeben - die mich jedoch nicht ereichte und so auf dem Wege der E-Mail wiederholt wurde. Der Wolfsburger Archivar schrieb:

"Ich empfand unser Gespräch in Hamburg als ausgesprochen angenehm und anregend, gern habe ich inzwischen auch Ihr Buch durchgesehen, Als mir nun Herr Ohletz mitteilte, dass Sie sich wegen der besprochenen Thematik an ihn gewandt hätten, war ich vor diesem Hintergrund einigermaßen überrascht. Gern würde ich mit Ihnen den Meinungsaustausch fortsetzen, so dass Sie mich bitte in der Angelegenheit weiterhin als Ihren Kontaktpartner betrachten sollten". (Hervorh.v.m., B.S.)17

Grieger sprach bewusst unser Diskussionsthema, den Brief von Volkwagen an die Verkehrshochschule "Friedrich List"/Dresden, nicht an sondern benutzte wohlweislich die anonymen Begriffe "besprochene Thematik" und "Angelegenheit". Mir war daraufhin unklar, worüber der Volkswagen-Mann noch weiterhin sprechen wollte. Schließlich ging es um nichts anderes, als um ein Dokument, das offensichtlich nicht (oder noch nicht) zur Verfügung stand. Doch offensichtlich behielt ich den "Draht nach Wolfsburg" bei, wenngleich weitere Erkundigungen bei den früheren Gesprächspartnern von Audi, Dr. Ulmer/ Rechtsabteilung und Auto Union GmbH und Vollnhals/Justitiariat, sowie dem Vorgänger Griegers, Wiersch, nicht weiterführten. Ich verschwieg dem Gesprächspartner unter dem erwähnten As­pekt, Mitte des Monats Juni keineswegs, dass Ulmer, nach eigener Aussage, "ei­nen Beratervertrag mit Audi" besitze "und deshalb nichts sagen" könne, weiter Vollnhals angegeben habe, "da die Akten Traditionsfilm/Schulte/Forum Film vor 10 Jahren (nach 10 Jahren?) vernichtet" worden wären, "nicht helfen zu können" meine und Wiersch "mitteile (zu meiner Überraschung), dass der Brief nicht von IHM", sondern "aus Ingolstadt" gekommen sei. Diese Behauptung aber hat sich mit meinem Buch "Armageddon des Kommunismus" erledigt. Der Unterzeichner und Verhandlungsführer mit der Verkehrshochschule war in Kontinuität Wiersch gewesen. Daraufhin hatte ich versucht, den Kontakt zu dem vormaligen Vorständen Hahn und Habbel zu schließen, und war so in Kontakt mit dem Öffentlichkeitsarbeiter Ohletz gekommen. Daraufhin meldete sich Grieger und beklagte mein angebliches Abschwimmen. Ich ging sogar so weit, dem Volkswagen-Archivar weitere Erkundigungen bei dem früheren Forschungsdirektor der Verkehrshochschule Dresden, Dr. Herkner, und Arbeiten am Bestand KoKo im Bundesarchiv Berlin mitzuteilen. Ich erklärte dazu im Einzelnen:

"Wohl könnte noch etwas in den Gesprächen zwischen Strauß und Schalck verborgen sein. Ansonsten wohl eher im Außenhandelsministerium bei Herrn Beil.

Sie sehen, ich bin aktiv und versuche, bevor die Reinschrift erfolgt, noch die Ebenen

zu durchdringen.

Hinzukommen wird wohl die allgemein politische Ebene, obwohl unsere geliebten Vertreter an der Spitze wohl eher im Detail gesprochen haben, als in den übergreifenden Bezügen. Also der Weg der kleinen Schritte auch hier - comme toujours."18

Mitte des Monats gingen eine Buchsendung ("Weltmacht durch die Hintertür") und zwei Begleitschreiben an Hahn ab, welche mein momentanes wissenschaftliches Betätigungsfeld abstecken und den Hinweis auf das Buch "in nuce" zur Volkswagengeschichte, damals noch "China begann an der Elbe", transportieren sollten.19 Parallel suchte ich Kontakt zu Thomas Frank, dem Leiter der Abteilung Tradition bei der Audi AG. Dieser fand sich augenscheinlich sofort zu einem Gespräch bereit, und es ging um einen Termin Anfang des Monats Juli.20

Die Dinge mit Hahn schienen sich währenddessen wieder einmal positiv anzulassen. Dieser antwortete mit "Dank" für die "interessante Briefe vom 14.Juni", und unterstrich sein "Interesse" daran. Weiter bemerkte er, "Ihr Buch ist bereits in meinem Bücher-Urlaubskoffer gelandet. Ich bin gespannt auf die Lektüre". Demnach ging es allen Anschein nicht um mein Anliegen, nämlich die Vorkommnisse vor zwanzig Jahren.21 Doch schienen sich die Dinge weiter voran zu bewegen. Ich antwortete Hahn, neben Hinweisen auf das neu erschienene Extra Blatt, mein Tasten im Dunkel sichtbar machend:

"Der bewußte Brief wurde übrigens ausschließlich von Ingolstadt (Dr. Ulmer) geschrieben, ist demnach von Herrn Grieger in Wolfsburg auch nicht aufzufinden."

Hahn antwortete: "Herzlichen Dank - bin für eine Stunde in meinem Büro, zurück am 28.Juni. Deshalb nur so kurz. Gruß Carl H. Hahn".22 Mit Frank/Ingolstadt ging inzwischen die Verabredungstour weiter. Der Vorschlag von Frau Stark, aus dem Sekretariat der Audi-Tradition, ging am 16.Juli dahin, einen Termin in München oder sogar Ingolstadt zu vereinbaren.23 Daraufhin dauerte es in einem ständigen Hin und Her bis zum 30.Juni, um festzustellen, dass Frank, "auf Dienstreise in Österreich", einen Termin am 29., beziehungsweise 28.Juli ebenfalls nicht wahrnehmen könne. Nunmehr wurde das Ende des Monats August ins Auge gefasst. Schließlich versuchte ich die Sache abzuschließen, indem ich schrieb, ich sei "ab dem 27.Juli im Hotel "Leoni" am Starnberger See erreich­bar". Es sei ferner "der 7.August für die Abreise von dort in Aussicht genommen". Ich nähme an, "dass in diesem Zeitraum ein Treffen zu gestalten wäre".24 Parallel teilte ich Grieger/Volkswagen mit, ich hätte Frank geschrieben, "dass ich ab dem 27.7.ds. abends im Hotel "Leoni" in Berg, am Starnberger See", erreichbar sein würde. Ferner ergänzte ich,

"Da Herr Frank offenbar zu diesem Zeitpunkt nicht in Deutschland ist, habe ich ihm angeboten, in dem Zeitraum bis zum 7.8.ds. dort Kontakt aufzunehmen und direkt einen Termin abzustimmen".

Ich drückte aus, "ich würde mich freuen, wenn wir uns dann wieder sehen könnten".25

Erneut erfolgte die Antwort,

"Wenn, dann ginge nur der 27.Juli. Das hängt jetzt aber von einer anderen Sache ab... Der restliche Zeitraum 28.Juli bis 7.August ist leider nicht möglich, da Herr Frank auf Dienstreise und anschließend im Urlaub ist.

Ich melde mich dann am Montag nochmal. Falls der 27.Juli nicht klappen würde, dürfte ich Sie dann doch um Termine Ende August bitten; aber mal sehen".26

Der Briefwechsel dauerte nunmehr bereits über einen halben Monat an. Um die Dinge schlussendlich zum Ziel zu führen, schrieb ich, via "Elke Träger",

"Da die Termine in München für Herrn Dr. Schulte Anfang der Woche um den 28.7.ds. liegen, wird die Anreise nun bereits am 24.7.ds. (über München Airport) stattfinden, sodaß Herr Dr. Schulte ab dem 24.7. Nachmittags/abends in Berg (a. Starnberger See) eintreffen wird.... Somit ließe sich ein Termin im Großraum München, bis einschließlich 27.7. vereinbaren".27

Nun bestätigte Stark den Termin für Montag, den 26.Juli, vormittags oder nachmittags.28 Ich antwortete daraufhin unmittelbar und offiziell, und bat Frank um Mitteilung, "wann wir, um die Mittagszeit, zusammentreffen" könnten. "Die Wahl des Ortes" stelle ich ihm "gern frei". Ich schloss an, "Herr Grieger" wolle, "soweit ich" unterrichtet sei, "teilnehmen".29 Erneut begann der Tanz mit Frau Stark, die nun nicht unterscheiden konnte, ob am 26. die Mittagszeit gemeint sei, da im Betreff meiner "mail" "Termin 29.ff." stand.30 Schließlich erbarmte sich Frank und schrieb direkt:

"Es ist zwar schwer, aber nicht unmöglich, zusammenzukommen. Ich schlage daher vor, am 26.7. vormittags oder nachmittags nach München oder Starnberg zu kommen. Wie sieht es bei Ihnen aus? Ich kann ab 28.7. nicht mehr, da ich mich auf der Ennstal Klassik Rallye befinde. Bis zum 26.7. also und freundliche Grüße"31

Daraufhin lud ich die Herren zum Mittagessen im Hotel Leoni, in Berg, ein.32 Ergänzt wurde diese Einladung durch eine genaue Wegbeschreibung, nebst Telefonnummer.33 Offenbar erfolgte dazu eine telefonische Anfrage aus Ingolstadt. Frau Harrer/Audi-Tradition bestätigte diese Termin mit den Worten:

"Sehr geehrter Herr Schulte, vielen Dank für die Einladung. Herr Frank kommt gerne. Er wird versuchen am 26.7. pünktlich um 12:00 Uhr mittags dort zu sein".34

Inzwischen waren sämtliche Termine für eine Antwort der Staatsanwaltschaft Hamburg auf mein Auskunftsersuchen zu den seit 1996 gestellten Strafanzeigen überschritten. Dementsprechend hatte ich am 1.Juni an die Generalstaatsanwaltschaft geschrieben:

"Vor inzwischen geraumer Zeit habe ich Ihnen acht Strafanzeigen übersandt, mit der Bitte mir mitzuteilen, was in den entsprechenden Fällen tatsächlich veranlasst wurde.

Sie haben diesen Vorgang an die zuständige Staatsanwaltschaft Hamburg weitergegeben und mir dies bestätigt. Bis heute ist keinerlei Reaktion der Staatsanwaltschaft zu verzeichnen.

Da der Publikationstermin des diesen Vorgang mitbehandelnden Aufsatzes, Mitte Juni 2004 liegt, bitte ich um Mitteilung, ob in der Sache noch eine Antwort zu erwarten ist. Es handelt sich bei der Ihnen vorliegenden Dokumentation um den Ausschnitt aus Material, das seit ca. 1997 erhoben wurde".35

Wenig später berichtete ich dem Pressechef der Gauckbehörde, Boos, ein wesentliches "Ergebnis" meiner "Studie zu Erfahrungen mit der Stasi in den Jahren 1983-84" habe "die Enttarnung von IM"s im Raum Dresden" gebildet. Dabei sei "vor allem" Licht auf "die Verbindung zwischen der westdeutschen Autoindustrie und der Stasi (bzw. DDR)" gefallen. Es ginge ferner "insbesondere um das Zusammenspiel der Firmen Audi und VW mit DDR-Stellen (bzw. IM"s)". Es werde hier "zusätzlich die Ebene der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der DDR in diesen Jahren vorgestellt". Dabei würde eine "besondere Erhellung" des Themas durch die Analyse der Spitzengespräche erbracht, die der bayerische Ministerpräsident Franz J. Strauß, in Verbindung [mit](oder trotz) der Bundesregierung geführt habe. Diese "Nachforschungen (Dr. Berlin)" seien "seit 1996" durch die BStU unterstützt worden. Es stünden "noch die Enttarnungen verschiedener Mitarbeiter des MfS" aus, "mit denen...die Vorgänge... noch einmal persönlich" abgeglichen werden sollten.36

 

Showdown in Berg.

So eingeleitet begann der 10.August 2004, ein sonniger, heißer Tag, der bereits am Vormittag eine drückende Schwüle entwickelte. Gerade war ich aus dem Urlaub am Starnberger See zurückgekehrt. Dort hatte das Treffern mit Frank und Grieger stattgefunden. Der Volkswagenmann war als erster eingetroffen. Er saß auf den neuen, in großkarierte Bezüge eingeschlagenen, braungrau-rot gehaltenen Sitzgruppe im Foyer des Hotel "Leoni". Wir begrüßten uns kurz, es fiel die dunkle Sonnenbrille Griegers auf, durch die kein Auge zu erkennen war, und wir gingen darauf zu dem für das Mittagessen vorbereiteten Tisch auf der sich nach Westen hin öffnenden Seeterrasse. An dem äußerlich entspannten Gespräch ist bemerkenswert, dass der Wolfsburger, ohne auf Frank zu warten, seine drohende Warnung wiederholte, keinesfalls etwas über die skizzierten Vorgänge während der 80iger Jahre zu schreiben. Außenstehende mochten diesen Unterton nicht bemerken, allein die Wiederholung umriss jedoch Stellenwert und mögliches Ergebnis des Gespräches, das nun folgte. Kurz darauf tauchte im schwarzem Anzug ein jüngerer Mann auf, der sich als Frank von Audi-Tradition vorstellte. Die kurze Begrüßung in der Runde wurde unterbrochen durch den Hinweis Franks, er habe seine Sonnenbrille im Auto vergessen; und beide, Grieger und Frank, verschwanden für etwa sieben Minuten. Im Verlauf des Gespräches, das sich nun, nach Rückkehr beider, anschloss fiel die ostentativ desinteressierte, überlässige Haltung Franks auf, die sich unverkennbar hart von der verbindlicheren Haltung des Volkswagenvertreters abhob.

Ich wies den Gesprächspartnern ein mit grauer Type geschriebenes, circa 20-seitige Exposé zu "Audi, Volkswagen und die DDR" vor, in welchem die Bezüge auf Audi und VW mit schwarzer Tinte unterstrichen waren. Der Reaktionen auf der Gegenseite fielen verhalten bis kaum wahrnehmbar aus. Auf meine Frage, ob das von mir gesuchte Schlüsseldokument, der Brief vom 29.9.1984 von Volks­wagen/Audi an die Verkehrshochschule "Friedrich List", inzwischen aufgetaucht sei, behauptete Frank, er habe noch nicht die Gelegenheit gefunden ins Archiv zu schauen. Damit war für mich der Vorgang abgeschlossen. Die Aussicht, sich - wie Grieger das erneut ins Spiel brachte, in Wolfsburg über Kooperationen (was immer das sein mochte) zu unterhalten, wurde von mir im Foyer im Herausgehen beschieden, wenn das Schlüsseldokument auftauche, könne man sich über Alles unterhalten. Beide Herren verweilten noch auf dem Parkplatz, um ihre Eindrücke auszutauschen.

Diese anderthalb Stunden am Starnberger See standen mir deutlich vor Augen, als ich am Vormittag des 10.August in Hamburg die Antwort Hahns zu meinem Buch "Weltmacht durch die Hintertür" auf dem Tisch hatte und darauf erwiderte:

"Sie sehen, dass ich am Automobilthema wieder dran bin.- In meinem Urlaub, aus dem ich gerade zurückkehre, habe ich mit den Geschichtsvertretern von VW und Audi, Herr Dr. Grieger und Herrn Frank gesprochen. Leider liegt die Behandlung meines Themas, der negativen Einflüsse aus Wolfsburg und Ingolstadt auf mein damaliges unternehmensgeschichtliches Projekt, auf einer falschen Schiene.

Ich möchte Aufschluss erhalten darüber, was in den Schreiben von Herrn Dr. Wiersch und Dr. Ulmer an die VHS Dresden gestanden hat, die vor dem 3.10.1984 meinen Verhandlungspartner in Sachen Auto-Union-Akten erreichten und dazu führten, dass die Verkehrshochschule Dresden nicht mehr mit mir verhandelte. Weiter die Stasi, per Anzeige aus Dresden, in den Fall eingeschaltet wurde. Zusätzlich ein IM an der Verkehrshochschule (Dr. Peter Kirchberg/inzwischen enttarnt) sich in den weiteren Verhandlungen mit Auto Union/Audi und VW eine derartige Position erwirtschaften konnte, dass er heute Museumsleiter in Ingolstadt (und demnächst in Zwickau ?) ist (oder sein wird).

Ich stehe vor dem Problem, mit einem Vertreter von VW oder Audi von höherer Verantwortung sprechen zu müssen. Denn mit Herrn Grieger, der nicht versteht, wieso VW damals überhaupt an Auto Union Sachen beteiligt gewesen sein soll, und Herrn Frank, der von m i r Material für sein internes Gespräch mit Herrn Kirchberg haben will, komme ich nicht weiter.

Vielleicht können Sie mir einen Rat geben? Mit Herrn Habbel gelang es mir inzwischen nicht, ins Gespräch zu kommen. War dieser doch damals die Zentralfigur für alles, was passierte. Auch Herr Ulmer will sich nicht äußern. Herr Wiersch sagte mir, nicht er, sondern Herr Ulmer habe den gesuchten Brief geschrieben. Eine bewusste Verkennung der Aktenlage.- Gern komme ich zu einem persönlichen Gespräch nach Wolfsburg."(Hervorh.v.m., B.S.)37

Gegenüber Frank fasste ich wenige Minuten später das Ergebnis des Gespräches am Starnberger See folgendermaßen zusammen:

"Unser o.e. Gespräch zu dem Buch "China begann an der Elbe" darf ich hier bestätigen. Im Verlauf der Unterredung, unter Teilnahme von Herrn Grieger, deuteten Sie an, dass Sie ihre Akten durchsehen wollen, um den bewussten Brief von Herrn Ulmer an die VHS Dresden zu finden (Datum: Ende September 1984). Dazu zeigte ich Ihnen den Bericht des IM Dr. Herkner an das MfS, der damals Forschungsdirektor der VHS war. Gern werde ich Ihnen für weitere Hinweise auf den IM Dr. Peter Kirchberg (dazu legte ich Ihnen in Berg die Enttarnung durch die Birthler/Gauck-Behörde vor) geben, wenn sie in Ihrer Aktendurchsicht weiter gekommen sind. Aus dem ersten Rohentwurf des Buchmanuskriptes, das ich Ihnen gleichfalls vorlegte (Kirchberg-/Audibezüge markiert), haben Sie entnommen, dass Herr Kirchberg seinerseits aktiv an der Ablehnung meines Forschungsvorhabens (Unternehmensfilm "Audi-mobil") beteiligt war.

Ich plane in Kürze eine Aufsatzveröffentlichung erster Ergebnisse, die noch vor dem Ende August erscheinen soll. Deshalb wäre ich sehr daran interessiert, alsbald von Ihren Ergebnissen in der Nachsuche nach dem Dokument (den Dokumenten) zu erfahren." (Hervorh.v.m., B.S.)38

Beide Schreiben legen offen, dass die Vertreter von Volkswagen und Audi die Dinge äußerst nonchalant zu behandeln versuchten. Keinesfalls war beabsichtigt, offen in eine Kooperation auf dem Felde der früheren DDR-Beziehungen einzutreten. Das zeigten zumindest die ausschließlich, wenn überhaupt, an der Klärung der Rolle Kirchbergs orientierten Forderungen Franks. Keinesfalls wurde gesehen, und honoriert, dass ich im Vorfeld einer Publikation, meine Kenntnisse über die Rolle und Funktion Kirchbergs in der DDR offenbarte. Offenbar ging es den Vertretern der alten Administration Hahn zunächst darum, möglichen Schaden zu begrenzen.

Im nächsten Schritt, das heißt wenige Minuten darauf, schrieb ich an Grieger:

"Unser o.e. Gespräch zu dem Buch "China begann an der Elbe" darf ich hier bestätigen. Dieses werde ich im Verlauf des Sommers abschließen und eine Darlegung meiner "Erlebnisse" im Dreieck Wolfsburg-Dresden-Ingolstadt bieten, die von dem Hintergrund der VW/Audi-Unternehmensgeschichte, sowie der übergreifende ökonomisch-politischen Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen handelt.

Im Verlauf unserer zweiten Unterredung in der oben angeführten Sache [i]n Berg, unter Teilnahme von Herrn Frank, deuteten Sie an, dass Sie keine Verbindung zwischen VW und Dresden (und den in Frage stehenden Vorgängen) sehen. Gerade auf diese Verbindung wird jedoch in dem Bericht des IM Dr. Peter Kirchberg (dessen Enttarnung durch die Birthler-Behörde legte ich Ihnen vor) überraschend informiert. Weiter auf meine Person, Qualifikation, Hintergründe und Tendenzen, sowie die Motive der Audi AG und VW (der Brief aus Wolfsburg wird ausdrücklich - im Gegensatz zu Herrn Wierschs Äußerung mir gegenüber - erwähnt) Bezug genommen.

Ich würde sehr gern mit weiteren Informationen (ich legte Ihnen den Bericht des Dr. Herkner, und das Rohmanuskript meiner Buchveröffentlichung - bis zum 3.10.84 reichend - vor) warten bis die Nachforschungen bei Ihnen beendet sind. Es geht dabei um den bewussten Brief von Herrn Wiersch an die VHS Dresden (Datum: Ende September 1984). Aus dem ersten Rohentwurf des Buchmanuskriptes, das ich Ihnen gleichfalls vorlegte (Kirchberg-/Audibezüge markiert), haben Sie entnommen, dass Herr Kirchberg seinerseits aktiv an der Ablehnung meines Forschungsvorhabens (Unternehmensfilm "Audi-mobil") beteiligt war.

Ich plane in Kürze eine Aufsatzveröffentlichung erster Ergebnisse, die noch vor dem Ende August erscheinen soll. Deshalb wäre ich sehr daran interessiert, im Sinne einer Kooperation, alsbald von Ihren Endergebnissen in der Nachsuche nach dem Dokument zu erfahren".39

Dieses entscheidende Schreiben fasste noch einmal die - so wie mit Hahn als auch Frank - behandelten Grundpositionen in der Diskussion um einen weiteren Kontakt zwischen Audi VW und mir zusammen. Es ging mir in erster Linie dabei um Zugang zu dem Original des Schreibens von Wolfsburg an Dresden aus dem Ende des September 1984. Demgegenüber verfolgten Grieger, Hahn und Frank die Absicht, Derartiges im Zuge nicht verpflichtender Gespräche zu umgehen. Dass Wiersch, Ulmer, Habbel und andere zusätzlich in die Irre führende Informationen streuten, mag nicht weiter erstaunen. Vor diesem Hintergrund kann meine Ankündigung, "im Verlauf des Sommers abschließen[d]... meine[r] "Erlebnisse" im Dreieck Wolfsburg-Dresden-Ingolstadt" zu veröffentlichen, wie eine Drohung erschienen sein. Gerade aber war jede "Verbindung zwischen VW und Dresden", d.h. der, mit MfS und NVA-Kadern durchsetzten, Verkehrshochschule "Friedrich List" zu diesem Zeitpunkt, im Jahre 2004, für den öffentlichen Leumund Volkswagens, als außerordentlich schädigend einzuschätzen. Zusätzlich ging es offenbar um eine in Kürze erscheinende Publikation, für die das Dokument aus Wolfsburg unbedingt vonnöten schien und dessen Vorlage oder Nicht-Vorlage darüber entschied, wie die Verhältnisse zwischen Volkswagen/Audi und mir sich ferner gestalten würden. Grieger konnte sich, nach meinen Ankündigungen, unter Druck gesetzt sehen. Die Frage lag - aus Wolfsburger Sicht - durchaus auf der Hand, wie eine derartige Veröffentlichung, auf kurze Distanz, zu verhindern wäre. - Es war 11:34 Uhr.

 

Überfallen.

An diesem Mittag, etwa gegen 14:00 Uhr, verließ ich das Büro und fuhr von Niendorf in Richtung Hamburger Innenstadt, um noch einige Dinge zum Abendessen einzukaufen. Dass dieser Nachmittag ein langer werden würde war mir dabei, so erschöpft wie ich bei der Hitze des Tages war, nicht klar. Ein dunkles Fahrzeug, das offenbar bisher unbemerkt hinter mir gefahren war, stand am Niendorfer Marktplatz hinter mir und vor der Kreuzung Garstedter Weg/Kollaustrasse. Als ich anfuhr hörte ich laute Musik, und wenige Sekunden später stach ein Auto von rechts hinten auf mein Heck zu, geriet fast über den durchgezogenen weißen Streifen auf die Gegenfahrbahn und raste mit etwa 100 km in Richtung Innenstadt. Ich folgte mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, verlor den Wagen, durch die Biegung der Kollaustraße an diesem Punkt, aus den Augen und war erstaunt, als der BMW auf Höhe der Mercedes-Niederlassung immer noch an der Ampel einsam wartete. Ich konnte durch die merkwürdig braune Heckscheibe nicht in das Innere des Wagens sehen (anscheinend mit Folie beklebt), was mir als merkwürdig auffiel, sah jedoch, dass der Fahrer mich beobachtete. Als "Grün" kam, fuhr er an, um sofort und unerwartet scharf zu bremsen; was mich zu einer Vollbremsung zwang. Darauf bog er links ab und musste vor einer weiteren roten Ampel halten. Ich ließ mich mitziehen, bog ebenfalls ab, stieg aus und holte aus dem Kofferraum meine Videokamera. Diese setzte ich im Wagen in Gang.40 Der BMW fuhr darauf an und bog in die Groß-Borsteler Strasse ein, eine einsam wirkende "Waldstrasse". Sobald außer Sichtweite der Esso-Tankstelle, an der Einbiegung Kollaustrasse, bremste der Wagen erneut scharf ab.41 Ich fuhr langsam links an ihm vorbei, der Fahrer, ein langmähniger "Loddeltyp", fixierte mich frontal, gab Vollgas und raste dann in die im weiteren Verlauf dicht von Bäumen gesäumte Straße hinein. Ich folgte, mit laufender Video Kamera, und filmte den weiteren Verlauf. Die Straße wurde an einigen Stellen durch parkende Autos auf eine Fahrspur verengt. Bei nächstpassender Gelegenheit vollführte der vorausfahrende Wagen eine Vollbremsung,42 der Fahrer sprang im Sturmschritt heraus und griff mich, der ich schutzlos im offenen Wagen saß, übergangslos an. Ich konnte nur nach rechts greifen, den dort in der Türtasche liegenden Schreckschuss-Revolver meiner Frau ertasten, hochheben - da war der Gegner schon an der Tür meines Wagens, trat mit dem Knie gegen den hinteren linken Kotflügel (verursachte eine Beule) und suchte mich am Aussteigen zu hindern. Ich schoss daraufhin, mit Platzpatrone, in die Luft, der Gegner wich zurück, ich versuchte - noch im Wagen sitzend - die klemmende Waffe in Gang zu setzen, da drehte sich Gegner herum, um erneut anzugreifen.43 Ich schoss in seine Richtung, kam auf die Beine und sah in diesem Moment links hinter mir versetzt, in kürzester Entfernung, eine Taxe halten, deren Fahrer nicht zu sehen war. Trotz dieses "Zeugen" hatte also der Angreifer seine Aktion fortgesetzt. Daraufhin ergriff ich die Videokamera, rief, dass ich nun alles dokumentieren würde und trieb, mit der Kamera im Anschlag, den Angreifer hinter die Taxe.44 Ich forderte den Taxichauffeur auf, die Polizei zu Hilfe zu rufen. Jetzt machte sich ein HVV-Bus bemerkbar, der durch das Fahrzeug des Angreifers blockiert war.45 Ich forderte den Angreifer auf, sein Fahrzeug beiseite zu fahren; was dieser auch trat und setzte meinen Wagen ebenfalls rechts an den Bordstein.46 Inzwischen war noch ein Passant mit einem Kampfhund auf der Szene erschienen. Diesem schilderte ich den Hergang und forderte noch einmal den Taxichauffeur auf, die Polizei zu verständigen.47 Merkwürdig nur, dass der Angreifer damit einverstanden war. Währenddem schlich der Taxichauffeur geduckt herum, sah ausländisch-schwärzlich aus und sprach in ein "Headset". Ich stellte mich schließlich mit dem Rücken an einen Zaun, um die Szenerie weiter zu beobachten.

Als die Polizei herankam (ein kleiner Volkswagen-"Bulli") lief ein schlechter Film ab. Der federführende Polizist Windele (heute "Jensen" genannt) sprang heraus, zog - obwohl ich erkennbar unbewaffnet war - die Pistole, wechselte kurz einen Blick und ein Wort mit Angreifer und Taxichauffeur, die zusammenstanden, und forderte mich auf, die Hände hochzunehmen und legte mir rücksichtslos Handschellen an. Er sagte, ich hätte keine Aussagen zu machen oder Auskünfte zu erteilen. Gleichzeitig tauchte von der anderen Seite, von da wo der HVV-Bus gestanden hatte, ein weiteres Überfallkommando auf (ca. 8 Mann), das ausschwärmte. Daraufhin wurde mein Wagen verschlossen, Taxichauffeur und Angreifer verhört. Es stand währenddem ein junger Mann mit Baseballkappe bei dem Angreifer. Dieser fuhr das bis in die Farbe identische Fahrzeug (BMW 325) wie der Angreifer und war, wie geschildert,48 durch diesen per Handy herbeigerufen worden.

Ich wurde auf das Polizeirevier 24 im Garstedter Weg verbracht, dort ohne Luft und Wasser, in die Ausnüchterungszelle verfrachtet. Kein Wort wurde gesprochen, erneut war keine Aussage erwünscht. Ich blieb ohne Wasser, bei großer Hitze in einem Raum ohne Lüftung, bis der Polizist Windele-Jensen mit einer ihn begleitenden Polizistin erschien, mich ausforschen wollte, und zu einer Aussage aufforderte, die seiner Sicht zu entsprechen habe.

Es fiel auf, dass die Polizistin alles wiederholte was der Polizist sagte; d.h. wie ein Echo fungierte. Daraufhin antwortete ich ihm: "Wenn Sie so an die Sache herangehen, dann habe ich dazu nichts zu sagen". Das produzierte ein erneutes Verschwinden der beiden Beamten und es verging weitere Zeit unter den erwähnten stickigen Bedingungen. Durch die Behandlung war mein Bandscheibenleiden wieder aufgebrochen. Das hatte aber weder die überführenden, noch die Polizisten in der Leitstelle interessiert. Und dies, obwohl ich gesagt hatte, wo ich arbeite, und dass ich im Büro erwartet würde. Unsere Firma ist in Niendorf, und dem Polizeirevier, die oft bei uns Spenden sammeln, besten bekannt. Schließlich wurde ich aus der Zelle geholt, erhielt Gürtel, Brieftasche etc. zurück, stellte aber bei der Überprüfung des Inhaltes die Frage: "Wie ist Ihre Polizeinummer? Ich bin Journalist und werde über diesen Vorgang schreiben." Daraufhin trat, wie zufällig, ein unrasiert aussehender Zivilfahnder dazu, und der Polizist Windele-Jensen fragte: "Wo haben Sie Ihren Führerschein?" Ich zückte diesen aus der Brieftasche; bis zum August 2005 sollte ich diesen nicht wieder sehen. In diesen Stunden im PK 24 hat sich mein Verhältnis zu Staat grundlegend gewandelt. Das Gefühl, jeglicher Willkür ausgeliefert zu sein, bekroch mich. Recht- und Hilflos war ich gezwungen, der Dinge zu harren, die da kämen.

Der betreffende Polizist Windele-Jensen (PP008423) übersandte am 10. August die "Führerschein-Abnahmebescheinigung", und kreuzte auf dem Formular an, diese Aktion sei "zur Abwehr einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr nach § 14 des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" notwendig gewesen. Offensichtlich nach eingehender Überlegung unterschrieben und gestempelt mit: "Polizeidirektion West Polizeikommissariat 24, Garstedter Weg 24, 22453 Hamburg". Der Führerschein werde an den "Landesbetrieb/LBV 23, Ausschlägerweg 100/Haus A in 20537 Hamburg" weitergeleitet und das mit der Begründung: "aufgrund geistiger, körperlicher oder charakterliche Mängel".49

 

Devise: Weiterarbeiten.

Ich setzte, trotz der gerade gemachten Erfahrungen, am folgenden Donnerstag, dem 12.August 2004, meine Bemühungen beim Bundesarchiv in Berlin fort, dort liegende Akten einzusehen. Einen Teil der Unterlagen habe ich bis heute noch nicht nutzen können, da meine Bewegungsfreiheit und Arbeitskraft nun über Monate gebunden und eingeschränkt werden sollte. Ich schrieb an den Bundesarchiv-Archivar Ritter in Berlin:

"Weiter bitte ich um Auskunft, ob sich Akten des Exportbüros beim MHF und/oder des Büros für Auslandsprojekte der DDR erhalten haben. Im Zusammenhang mit meinen Nachforschungen zu dem Schicksal meines Forschungsprojektes zur Geschichte der AUTO UNION, in den Jahren 1983-90, möchte ich den Entscheidungsverlauf zur Benutzung der AUTO-UNION-Akten im Sächsischen Staatsarchiv nachprüfen".50

Dass mein Interesse, unter Umständen auch durch die Vorgänge am und um den 10.August angeregt, in die Richtung der Firma Volkswagen ging, bestätigt mein Schreiben an den Sohn des früheren, inzwischen verstorbenen, Audi-Pressechefs Detmar Grosse-Leege. Dirk Grosse-Leege, nun Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei Volkswagen, bat ich um dessen Kenntnisse aus dem Nachlass seines verstorbenen Vaters zu den Vorgängen um meinen Auftrag für Audi, die im Staatsarchiv Dresden lagernden Akten der Audi Union für das Ingolstädter Unternehmen zu erschließen. Hatte ich doch den Auftrag für den Film "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit", zu dem Jubiläum "100 Jahre Automobil", von Grosse-Leege unter anderem auf Grund meiner vollmundigen Behauptung erhalten, in der DDR über Kontakte zu verfügen. Ich benannte in meinem Schreiben Detmar Grosse-Leege als besonderen "Anreger und Verfechter eines Unternehmensgeschichtlichen Filmes zum Jahr 1986" und vermittelte:

"Im Zuge der Veränderungen des Jahres 1990 wurden Akten und Informationen frei, die mir Einblick in die Vorgänge um meine Verhandlungen im Auftrag ihres Vaters mit DDR-Stellen geben. Hier hat ein Vorgang meine Aufmerksamkeit geweckt. Es geht um die Verhandlungen mit der Verkehrshochschule Dresden wegen des Zuganges zu den Auto Union-Akten im Sächsischen Hauptstaatsarchiv. Dazu führte ich ausgedehnte Korrespondenz mit dieser Institution während der ersten Monate des Jahres 1984. Ein möglicher Erfolg der Verhandlungen dort wurde durch Schreiben aus Wolfsburg (Eing.: Dresd.: 2.10.84) und Ingolstadt stark beeinträchtigt."

Geradezu geworben habe ich um die Mitarbeit des Sohnes, der es jedoch nicht einmal für nötig fand, zu antworten. Ein Telefonat mit dessen Mutter erbrachte in den folgenden Wochen, dass keine Bereitschaft bestand, ein Gespräch zu führen. Schließlich hatte ich im letzten Absatz deutlich gemacht, welchen Geist meine Ausführungen atmen würden. Es ginge mir schließlich "um die Darstellung der o.a. Jahre, und eine adäquate Berücksichtigung" Grosse-Leeges. Ich würde hoffen, so meine Zeilen, er, Dirk Grosse-Leege, könne "u.U. aus eigenem Miterleben, bzw. auf Grund noch vorliegender Materialien", "nähere Informationen" geben.51

 

Verwerfungen.

Die besondere Rolle des ersten, mit dem Fall "Vorgang Borsteler Chaussee" betrauten Rechtsanwaltes Benoit gestaltete sich - nachdem dieser das Mandat übernommen hatte - zumindest kompliziert.52 Zunächst schickte ich dem Anwalt mein Buch zu Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges und Nachkriegsentwicklungen und suchte ein gutes Verhältnis aufzubauen.53 Am 16.August erhielt Benoit die Anforderungen des Polizeireviers Garstedter Weg, federführend blieb der bereits erwähnte Polizist Windele-Jensen, der die Bescheinigung für den eingezogenen Führerschein überstellte.54 Vergeblich suchte ich den Anwalt ferner auf die Beschädigung am Wagen meiner Frau hinzuweisen. Ich fragte: "Sollte eine Strafanzeige erwogen werden?"55 Nachfolgend wurden Benoit die Hintergrunde der Vorgänge vom 10.August entwickelt, so wie diese damals im Raum standen. Ich schrieb:

"Ich arbeite an einem Buch zur Automobil/Wirtschaftsgeschichte. Darin enthalten ist mein Geschäftskontakt mit der auch VW-Audi AG 1983-87. Im Ergebnis

Im Urlaub, Anfang August, hatte ich ein Gespräch mit Vertretern von AUDI/VW am Starnberger See. Es zeichnete sich ab, dass - falls sich das Buch (oder auf anderem Wege) veröffentliche[,] gedroht wurde (dies bereits zum zweiten Mal). Meine Erfahrungen beim Film über zu schwache Mercedes-Bremsen (1991) versetzten mich in starke Unruhe." (Hervorh.v.m., B.S.)56

Dieses war das entscheidende Schreiben. Damit waren die möglicherweise weiterreichenden Hintergründe des Falles offengelegt. So wie der Anwalt Klosterfelde sich verhalten hatte, so gestaltete sich nun dasjenige Benoits. Ich wiederholte meine Aufforderung, sich des Schadens am Wagen meiner Frau beweissichernd anzunehmen, mit Schreiben vom 23.August. Ich gab dem Anwalt weiter ein Kfz-Gutachten an Hand, das - im Auftrag meiner Frau das Mandat enthielt, "gegen den Verursacher des Schadens" vorzugehen. Ich betonte noch einmal, es gehe "mir darum, möglichst schnell" wieder "in den Besitz meines Führerscheins zu kommen". Weiter bat ich um einen Gesprächstermin zur Sache. Angefügt waren das "Gutachten zum Kfz-Schaden" und eine "erneute Mitteilung der Staatsanwaltschaft".57 Als ich dazu mit Benoit, der sich zuvor immer wieder wegen Krankheit, Abwesenheit etc. hatte verleugnen lassen, direkt telefonierte, wurde dieser ausfallend und brüllte u.a., das würde ein Jahr dauern.

Daraufhin erteilte ich Rechtsanwalt Hinsch-Timm den Auftrag, künftig in dieser Angelegenheit meine Interessen zu vertreten. Ich sandte ihm, mit dem Bemerken, es ginge "mir darum, möglichst schnell in den Besitz meines Führerscheins zu kommen", und den Hinweis auf "den Weg über eine richterliche Anordnung", die "Mitt[eilung]. der Polizei vom 12.8.04", eine "Zusammenfassung zum Fall" sowie ein "Gutachten zum Kfz-Schaden", und die "Mitt[eilung]. der Staats­anwalt­schaft".58

Bedingt durch das Fahrverbot, wurden meine weiteren Recherchen, z. B. in Berlin und Dresden, höchst behindert.

 

Signal an Dresden.

Dennoch setzte ich die Bemühungen um Ergebnisse, z. B. im Staatsarchiv in Dresden, fort. Ich schrieb dazu an die Archivarin der Universität Dresden, Frau Buchwald:

"Inzwischen nähert sich die Darstellung um die oben erwähnten Briefe ihrem Ende. Es ist inzwischen folgendes klar:

Vielleicht können Sie mir diesen Angaben etwas anfangen? Mich beeindruckt jedenfalls das Ausmaß der Intrige.59

Ich war tiefgetroffen, durch die Erkenntnis offenbarer Machtlosigkeit gegenüber einer Front verbundener Kräfte aus Polizei, Industrie und möglicherweise Staatsicherheit. Dass sich inzwischen meine Lage nicht nur infolge der körperlichen und psychischen Belastungen, die aus dem Überfall vom 10.August resultierten, sondern auch auf Grund des Schulterschlusses zwischen VW/Audi und mit dem Thema befassten staatlichen und sonstigen Stellen verschärfte, zeigten etwa die Vorgänge um meine Kontaktaufnahme mit dem Staatsarchiv Dresden. Über das Schreiben an Frau Buchwald heraus, fragte ich bei dem Staatsarchivdirektor Martin an:

"- Es geht um eine Anfrage vom 15.Mai 1984/Dr. Wiersch/VW AG, an das Staatsarchiv in Dresden. Die Antwort darauf mag von Herrn Dr. Hartstock gegeben worden sein (Sachbearbeiter).

- Hatte evtl. Herr Dr. P. Kirchberg, im Rahmen seiner Forschungen zur Auto Union, mit Herrn Hartstock Kontakt?

- Gab es Anfang Juli 1984 eine Anfrage der Audi NSU Auto Union GmbH Ingolstadt (Dr. Heinrich Ulmer/ Herr Höland) an das Sächsische Hauptstaats­archiv?

- Wurden in den Jahren 1982-84 Teile der Auto Union Akten (Rennabteilung für VW/Dr. Bernd Wiersch/Archiv-Geschichte-Museum) mikroverfilmt oder vervielfältigt?

- Schreibt die Volkswagen AG am 26.9.1984 (oder benachbart?) an das Sächsische Hauptstaatsarchiv?

- Am 18.5.1985 befanden sich Dr. Herkner, Dr. Kirchberg und Herr Dienst bei Dr. Groß. Gibt es Gesprächsnotizen zu diesem Treffen? (Evtl. vor- oder nachbereitende Material[i]en[,] Briefe, Kontakte?

- Wann wurden die Aufträge mit der VW/Audi-Konzern zu den Ausarbeitungen aus dem Auto Union Akten unterzeichnet?"60

Damit lag in Dresden (und möglicherweise darüber hinaus) offen, dass ich in die Verhandlungen, die in den Jahren 1983/85 zwischen Stellen der DDR und Volkswagen/Audi liefen, eingeweiht war.

Inzwischen übernahm der Rechtsanwalt Hinsch-Timm mein Mandat und teilte mit, inzwischen habe die "Abteilung 2350 der Staatsanwaltschaft...die Sache dem Amtsgericht Hamburg zur Entscheidung über einen Antrag auf vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis vorgelegt". Der Anwalt kündigte an, ich würde "von s[m]einem Anspruch auf rechtliches Gehör Gebrauch machen".61 Auch nahm ich Kontakt auf zum Leiter der Presse bei der Birthler-Behörde, Herrn Boos. Diesem erteilte ich mit, es würden "noch die Enttarnungen verschiedener Mitarbeiter des Mf[s]S ausstehen, mit denen ich die Vorgänge gern noch einmal persönlich abgleichen" würde.62 Weitere Archivreisen, die im Zusammenhang mit dem Projekt "Audi, VW und die DDR" notwendig gewesen wären, wurden, zum Schaden des Unternehmens, nicht durchgeführt, da mich der Entzug des Führerscheins daran genauso hinderte, wie der psychologische Druck, der durch die polizeiliche, gerichtliche und sonstige Nachstellungen im Folgenden aufgebaut wurde und war.63 Eine Stelle allerdings unterstützte mich bei meinen Bemühungen ausgesprochen hilfreich. Frau Buchwald, im Archiv der Technischen Universität Dresden berichtete über ihre Nachforschungen dort:

"Es zeichnet sich ab, dass eine Akteneinsicht für Sie eventuell noch nützlich sein kann. In einem Registerbuch der Lizenzobjekte habe ich folgende Notiz gefunden: "405 HfV 84/Aufbau bzw. Komplettierung des Archivs im Hinblick auf die Auto-Historie (Auto-Union)/7.11.1984". Für dieses Projekt ist kein Außenhandelsbetrieb angegeben, was bei anderen Projekten durchaus üblich war. Ferner ist bei meiner Erschließungsarbeit bereits eine lange Liste mit schrecklichen Abkürzungen entstanden, die aber zusätzlich Aufschluß über die Verbindungen gibt, welche in der DDR die sog. Auslandskontakte regulierten. Das von Ihnen hinterfragte BFA steht für "Büro für Auslandsprojekte". (Hervorh.v.m.,B.S.)64

Dass ich mich keineswegs durch die Verhältnisse und Entwicklungen in Hamburg von der Fortsetzung meiner Arbeit hatte abschrecken lassen, zeigt die Antwort:

"Die in Frage stehende Firma in Berlin muss wohl dem Bereich KoKo zugerechnet werden. Es scheint, dass weitere Figuren auftreten, wie z.B. ein Herr Dienst. Auch der Rektor der Hochschule Grabach [falsch: "Garscha"] scheint involviert.

Mit dem Staatsarchiv habe ich Kontakt. Dort gibt es, nach meinen neuen Ergebnissen, Kontakte und Diskussionen mit der HfV genauso wie mit der Staat[lichen].Archivverwaltung und dem Innenministerium.

Eine erste Publikation zum Fall IM Kirchberg (mit vorläufigen Ergebnissen) werde ich u.U. in Kürze bringen. Der damalige VW-Vorstand Hahn will sich mit der Sache, die "Geschichte" sei, nicht auseinandersetzen. Gleichfalls der damalige Vorstand von Audi, Habbel. Herr Wiersch sucht mich auf falsche Fährten zu setzen. Herr Ulmer (der 2. Briefschreiber) "darf" nach d[essen].E[rmessen]. "nichts sagen", weil er "einen Beratervertrag mit Audi" habe".65

Nach außen tat Hahn nämlich so, als sei er an den Fragen um mein Filmprojekt von 1983/87 nicht interessiert. Tatschlich begann er jedoch mit dem Welt-Redakteur Jacobi, seine Memoiren zu verfassen. Zu den hier erörterten Fragen wurde darin geradezu ängstlich jeglicher ernsthafte Bezug vermieden. Zu diesem Zeitpunkt betrieb Audi bereits das Horch-Museum in Zwickau, unter Leitung des früheren Ulmer-Mitarbeiters Vollnhals. Als Vorsitzender des Beirates fungierte Prof. Dr. Kirchberg/Auto Union GmbH, der frühere IM des Ministeriums für Staatssicherheit /Dresden.66 Berührungsängste mit der DDR-Vergangenheit kannten Audi und Volkswagen offensichtlich nicht. Anfang September deutete ich John Moses in Brisbane die jüngsten Entwicklungen an. Ich schrieb:

"Im Augenblick geht es um Stasi-VW-AUDI und IMs in der deutschen Automobilindustrie. Kurz gesagt DEUTSCH-DEUTSCHES 1983/90. Es stehen mir täglich die Haare zu Berge. Gestern war ich in der Gauk-Behörde Schwerin/Stasi-Akten und fand die IM-Akte des Hauptverantwortlichen ( 2 dicke Mappen mit IM-Berichten!). Heute ist der Mann MUSEUMSLEITER bei AUDI in Ingolstadt."67

 

Jagd nach dem Schlüsseldokument.

Herr Detlef Niemann, den ich am 1.September aufsuchte, fand ich äußerst aufgeschlossen, da ich erklären konnte, auf welch unfaire Art und Weise ich in Kontakt mit MfS-Mitarbeitern, und den Interessen darum herum, geraten war. Ein Freund fuhr mich in meinem Wagen in das entlegene Archiv für Stasi-Unterlagen. Mit einiger Mühe, denn das Navigationsgerät versagte, so auf dem Dorf gelegen war das Institut. Wir fanden schließlich - auf einem modern eingerichtetem früheren Gut, das wohl auch einmal den Grenztruppen der DDR gedient hatte, die Stasi-Akte eben des Audi-Mitarbeiters Kirchberg. Allerdings, trotz allen Entgegenkommens, kam es wiederum nicht zu einer Archivmäßigen Behandlung, denn einsehen - in des natürlichen Wortes Sinn - durfte ich die Akten wiederum nicht. Erst musste nach guter Behördensitte kopiert und geschwärzt werden. Und vor allem: es wurde nur verengt auf den kleinsten Kreis vorgelegt. D.h. nur das, was direkt Kirchberg namentlich (und das von mir genannte Umfeld) betraf. Und: ich musste zunächst einen erweiterten Antrag an Frau Birthler stellen und um die Genehmigung zur Einsicht bitten. Es wurde ferner im offenen Gespräch der Kollegenkreis des sächsischen Automobilhistorikers erörtert und es kam heraus, dass der Forschungsdirektor der Hochschule für Verkehr, Herkner, ebenfalls zum MfS gehört haben könne. Der Antrag auf Einsicht in dessen ggf. vorliegende Akte führte weiter. Es war schließlich bisher nicht gelungen, den Stab - selbst der bekannten MfS-Offiziere - zu erschließen. Ein Beispiel für die Sorgfalt der Gauk-Behörde bei ihrer Tätigkeit, die schließlich vor allem durch politische Rücksichten bestimmt war und ist.68

Unter Hinweis auf den "Fortgang" meiner "Forschungsarbeiten" bat ich um Einsicht in die "IM-Akte" Kirchbergs, "die inzwischen auf meinen Antrag hin in Schwerin" vorliege. Diese enthalte "zentrale Mitteilungen zur Breite der IM-Tätigkeit dieses MfS[S]-Mitarbeiters. So z.B. innerhalb der Hochschule für Verkehr Dresden "Friedrich List". "Im Zuge" meiner Arbeit habe "sich herausgestellt, dass dieser IM "Stuck" [alias Peter Kirchberg] zentrale Bedeutung für die o.e. Untersuchung" habe. Diese belege, "dass ich mit hoher krimineller Energie durch den IM Kirchberg in der DDR verfolgt" worden sei. Das führte ich Frau Birthler gegenüber aus und ergänzte:

"So z.B. durch Anzeige bei der Stasi-Zentrale Berlin ("als Bundeswehr-Spion")."

"Ziel" sei es "u.a." gewesen, "mich als wissenschaftlichen "Konkurrenten" in DDR-Archiven (Z.B. STA Dresden) auszuschließen".69 Ob mein Hinweis auf das Buch "China begann an der Elbe" irgendetwas bewirkt hat, mag dahingestellt bleiben.

 

Ein junger Anwalt.

Parallel ließ sich der neue Verteidiger Hinsch-Timm beim Amtsgericht Hamburg ein. Zum "Anfüttern" führte er aus:

"Die Auseinandersetzung zwischen Herrn Dr. Schulte und dem Philipp Bleuß waren mehrere zum Teil äußert riskante zum Teil provokative Fahrmanöver des Philipp Bleuß vorausgegangen, welche meinen Mandanten schließlich veranlaßten, vor einer Ampelkreuzung seine Video-Kamera aus dem Kofferraum seines Fahrzeuges in den Fahrgastraum zu holen. Der Philipp Bleuß wusste ganz genau, weshalb er gefilmt werden sollte. Nach Betrachtung des Video Filmes wird eine umfassende Einlassung zur Sache erfolgen".70

An einen früheren Klassenkameraden und Rechtsanwalt berichtete ich, die Sache stünde still, nachdem durch den Rechtsanwalt Benoit "Akteneinsicht und Führerscheinrückgabe bei der Polizei beantragt" worden seien. Dieser habe jedoch "weiter nichts unternommen". Der Anwalt Hinsch-Timm habe das Mandat übernommen. Dieser sei "tätig geworden" und habe "den Richter ausfindig gemacht". Komme gleichfalls "jedoch nicht weiter. Das Gutachten zur Fahrzeugbeschädigung" liege vor. Indiz für den Vorgang. H.T." warte auf die Akte, um dann vorzugehen".71 Inzwischen beliefen sich die Kosten für das Kfz-Gutachten des Sachverständigen Erdmann auf € 270,86 und verlangte der Anwalt die Verpflichtung auf die Summe von € 1.500,-, als Entgeld für dessen Tätigkeit im Vorverfahren zuzüglich der üblichen Kopier- und Kosten für Post und Telekommunikationsleistungen.72 Mit H.T. fand sich in den Vorstellungen zum Fall zu Anfang einige Übereinstimmung. Das bestätigte ich am 6.September und führte im Einzelnen aus:

"1. ist die Aussage des Polizisten von Anfang bis Ende - nicht nur in Randbereichen - falsch. Hier ist eine Klage wegen uneidlicher Falschaussage zu erwägen.

2. stellt der Gegner nur die letzte Phase des Vorkommnisse dar. Auch dort sind sämtliche entscheidenden Wertungen falsch. Hier bitte ich Sie, eine Klage wegen des Unfallschadens an dem SLK meiner Frau in Gang zu setzen (bitte senden Sie mir dazu ihr Vollmachtsformular). Sollte eine a) Strafanzeige wegen Angriffs (es handelt sich um das sich in den Besitz der Video-Camera-Setzens) zu stellen, b) Klage in dieser Sache, parallel zu führen [sein]?

3. haben wir zu der Video-Cassette vereinbart, dass Einsichtnahme gefordert wird vor der Erwiderung in Sachen Führerschein. Ich befinde mich ab dem 13. (bis 27.) September im Urlaub.

4. darf ich Sie bitten, mir vereinbarungsgemäß die Akte in Fotokopie zu überlassen."73

Der Anwalt schrieb gleichzeitig an das Amtsgericht "in dem Ermittlungsverfahren" gegen mich "wegen Nötigung im Straßenverkehr u.a.", beantrage er "vor einer Einlassung zur Sache, die Gestattung der Betrachtung des sichergestellten Videofilmes, welcher sich in der ebenfalls sichergestellten Video-Kamera" befunden habe, "in Anwesenheit" des Mandanten. "Des weiteren" werde "angeregt, die Aufzeichnungen der Verkehrsüberwachungskamera am Niendorfer Marktplatz/Kollaustraße sowie aller weiteren Verkehrsüberwachungskameras im Verlauf der Kollaustraße stadteinwärts bis zur Groß Borsteler Straße für die Zeit des 10.8.2004 von 14:30 Uhr bis 15:00 Uhr beizuziehen".74

 

Schwierige Recherche zum IM Kirchberg.

Trotz eingeschränkter Beweglichkeit setzte ich meine Nachforschungen fort. U.a. entstand eine Pressemitteilung zu Peter Kirchberg für Extra-Blatt, die dessen IM-Tätigkeit offen legte.75 Trotz der bereits im Frühjahr mündlich erfolgten Ablehnung des früheren Leiters der Rechtsabteilung der Audi AG, Dr. Heinrich Ulmer, sich zum Sachstand zu äußern, schrieb ich diesem erneut am 11.September, um ihm nahe zulegen "im Augenblick der Formulierung - auch unseres Verhältnisses 1983-87 - ...noch einmal [zu] sprechen".76 Doch Ulmer würdigte mich keiner Antwort. Wie überhaupt der Kontakt zu Vertretern von VW und Audi nun völlig abgerissen war.

Auch aus dieser Entwicklung heraus intensivierte ich meine Nachforschungen bei der Birthler-Behörde und gab Hinweise auf mögliche Verbindungen und Fundstellen in den Akten des Instituts. Ich bat in diesem Zusammenhang um Einsicht in die IM-Akte Kirchbergs und fuhr fort:

"Es geht um die inzwischen strafrechtlich relevante Aktivitäten Kirchbergs, der heute Angestellter/Berater (-Vertrag) in Ingolstadt der Audi AG ist. Kirchbergs Aktivitäten gegen mich 1983/86 werden in diesem Zusammenhang Gegenstand einer gerichtlichen Klärung werden.

Um den Umfang des Anteils des IM "Stuck" in meiner Darstellung zur so Audi/VW-Geschichte der 80iger Jahre zu klären und den Umfang der Intrige, die diesen Vorgängen zu Grunde lag, aufzuschlüsseln, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie meinen o.e. Antrag unterstützten."

Aus anderer Quelle bekannt gewordene Materialien benannte ich, um die Verhandlungen zwischen Volkswagen und der DDR in den Jahren vor 1989 weiter aufzuschlüsseln. Es ging um:

"1. BStU, MfS HA XVIII Nr. 7364=MfS HA XVIII (Kleine), Jahresplan des Leiters der Hauptabteilung XVIII für 1989, GVS MfS 0010-729/88 (u.a.: Seite 11: " Sicherung der Aufgaben zur Entwicklung des Automobilbaus in der DDR. Erarbeitung einer zusammenfassenden Information über Strategie, Kräfte, Mittel und Methoden des VW-Konzerns und seiner Nachauftragnehmer aus den NSW gegenüber der Fahrzeugindustrie der DDR").

2. MfS HA XVIII Nr. 7428 = [Berichte, Informationen und Einschätzungen von IM, Ministerien, Auslandsvertretungen der DDR und der MfS HA VI und HA XX zur Leipziger Herbstmesse 1984, Berichte zu Messen und zur Konjunktur- und Preisentwicklung in West-Deutschland 1984] (u.a.: Seite 270-274: Gerhard Beil (Minister für Außenwirtschaft): "Informationen" zu Gesprächen mit einem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und mit einem Vorstandsmitglied der VW AG)."

Weiter betonte ich mein Interesse an Akten aus dem Bereich der Dresdner Stellen und schrieb:

"3. da die Akten des Bestandes im Bundesarchiv DR 302, Büro für Ausländerprojekte Dresden (einschließlich Export)" "unbearbeitet und deshalb nicht benutzbar" sind, wäre ich Ihnen für die Einsicht in Materialien des oben erwähnten Typus gleichfalls dankbar."77

Auch beim Bundesarchiv in Berlin bemühte ich mich um weitere Erkenntnisse, zum Beispiel zu Schlüsselbegriffen wie:

"Dr. P. Kirchberg (IM "Stuck"), Dr.-Ing. M. Herkner (IM "Manfred") Forschungsdirektor, Woijak (Exportbeauftragter der HfV), Prof. Dr. habil. Gräbner (Rektor der HfV), Dr. Prof. Dr. habil. Richter (Sektionsdirektor), Dipl.-Ing. Riedel (Direktor Internationale Beziehungen), Dr. Strickmann/Berlin, Exportbüro für Hoch- und Fachschulwesen, Dr. Bernd Wiersch (Archiv-Geschichte-Museum) VW AG/Wolfsburg, Dr. Heinrich Ulmer (Auto Union GmbH/Ingolstadt), Dr. Wolfgang Andrä (Ministerium für Außenhandel der DDR), Günter Mittag (Politbüro), V. Köhler (Prokurist VW AG/ zuständig für DDR-Angelegenheiten beim Vorst[ands].Vors[itzenden]. Dr. Carl H Hahn)."

Da sich dort meinen Erkundigungen hindernd die Tatsache entgegenstellte, dass die DDR-Akten im Bundesarchiv noch nicht verzeichnet waren, unterstrich ich die besondere Bedeutung "der Rolle des IM Dr. Peter Kirchberg (alias "Stuck")", der gegenwärtig "Berater der F[irma] Audi/Ingolstadt, Professor, Präsident des HORCH-CLUBS, Mitglied des Beirates des August Horch Museum Zwickau" sei. Sowie auch der inzwischen deutlich gewordenen intensiveren Beziehungen zwischen der Verkehrshochschule "Friedrich List" und der Volkswagen AG nach 1984. Weiter unterstrich ich die Tatsache, dass mich Kirchberg 1984 der Staatssicherheit in Berlin als "Bundeswehrspion" angezeigt hatte. Was "deren "Interesse" an meiner Person weckte".78

Inzwischen hatte sich herausgestellt, dass Kirchberg

"durch gezielte Angriffe/Berichte/ Stellungnahmen

  1. gegenüber dem "operativen Mitarbeiter" des MfS in Dresden,
  2. der Verkehrshochschule (Dr.-Ing. M. Herkner (IM "Manfred")
  3. durch Anzeige meiner Person als "Bundeswehrspion" bei der Stasi-Zentrale/Berlin,

meinen wissenschaftlichen Leumund verunglimpft, meine Berufsinteressen geschädigt, eine nachrichtendienstliche Anbahnung meiner Person unterstützt und meine Person in Gefahr gebracht" [hat], inhaftiert zu werden. Zeugnisse dieser Tätigkeiten ergeben sich aus meiner Darstellung "China begann an der Elbe" (Arbeitstitel), die ich in Kürze zum Druck bringen werde. Es liegen vor: "Treffberichte" des "operativen Mitarbeiters" (Führungsoffizier "Stucks") zu einer "HO" zu meiner Person, Zuarbeiten zur "aussagekräftigen Einschätzung mit Personenbeschreibung" meiner Person "als Grundlage für die Erarbeitung einer [...unleserlich] an die Abt[eilung]. XV zu Schulte".

Der IM Stuck hielt über verschiedene Kanäle Kontakt zur VW AG. Anlässlich eines Besuches verschafft er sich ein Telefonverzeichnis des Unternehmens und übergab diese Unterlage an seinen Führungsoffizier in Dresden. U.a. dienten diese Bewegungen dazu, in der Bundesrepublik Anschluss zu finden und dorthin zu übersiedeln (Zeugnis: [mein Besuch] bei Dieter Jokisch [in] Korbach, 1984). Heute ist Herr Kirchberg für die Traditionspflege der Audi AG/Ingolstadt zuständig (Dresdner Neuesten Nachrichten, Wunder auf vier Rädern, 10.9.2004, S.3)".79

Daraufhin ergriff ich gegenüber der Technischen Universität Dresden, deren Kanzler Post, die Initiative. Ich übersandte die Strafanzeige gegen Peter Kirchberg.80 So wie hier keine Reaktion erfolgte, ergab sich ebenfalls aus einem Kontakt zum Sächsischen Staatsministerium für Kultus eine interessante Einsicht in die innere Kohärenz der dortigen staatlichen Verwaltung; was inzwischen auch auf anderen Gebieten erkennbar wurde. Auf die Zusendung der Strafanzeige gegen Kirchberg antwortete Walter Siegemund, Referent für Öffentlichkeitsarbeit ebendort:

"Mit Interesse habe ich Ihre Mitteilung über eine Strafanzeige zur Kenntnis genommen. Allerdings finde ich keinerlei Bezug zum Arbeitsbereich von Herrn Staatsminister Professor Dr. Mannsfeld, der als sächsischer Staatsminister für Kultus weder für Hochschulen noch für die Audi AG in Ingolstadt[!] zuständig war oder ist. Daher kann Herr Staatsminister Prof. Dr. Mannsfeld nichts - wie offenbar erwartet - in dieser Angelegenheit veranlassen".(Hervorh.v.m., B.S.)81

Ich erwartete an sich nicht mehr und nicht weniger, als das, was ich daraufhin antwortete, nämlich "die [o.a.] Nachricht an die entsprechende, zuständige Stelle weiter[ge]leite[t]n" würde. Ich ergänzte, es sei mir durchaus "nicht klar gewesen, dass das zum Beispiel "August Horch Museum"/Zwickau als kulturelle Erscheinung "im weitesten Sinne" n i c h t in den Amtsbereich" des dortigen Kultusministers fiele. Ich bat deshalb "um pflichtgemäße Prüfung und Behandlung". Dass der dortige Sachbearbeiter nun, in nachgerade autistisch anmutender Manier, darauf verfiel, die feingliederigen Abgrenzungen zwischen sächsischen Ministerien zu erklären, um eben nicht tätig werden zu müssen, mutet als das an, was es ist: nämlich Verschwendung von Arbeitszeit.82

Die offensichtliche Weigerung, pflichtgemäß tätig zu werden, die sich vornehmlich auf Seiten der in Sachsen zuständigen Stellen kristallisierte, fand ihren Widerpart in den Bemühungen des Archivars Michael Müller im Bundesarchiv Berlin/Lichterfelde. Dieser meldete sich Anfang Oktober mit der Nachricht,

"Ihre nachgereichten ausführlicheren Erwägungen vom 29.9. zum Hintergrund Ihrer sehr knappen Anfrage vom 12.8. (und vor allem auch die Nennung der anderen Personen) haben es ermöglicht, mit vertretbarem Aufwand nach dem gesuchten Vorgang im noch unbearbeiteten Bestand die DR 302 Büro für Auslandsprojekte zu recherchieren. Der Vorgang (Laufzeit 1984-89) konnte ermittelt werden und kann von Ihnen in Berlin-Lichterfelde eingesehen werden.... Sollten sich in anderen Beständen noch weitere Unterlagen ermitteln lassen, so werden Sie davon in Kenntnis gesetzt."83

Auch dieser Erfolg war nur über langjährige Erfahrungen mit dem deutschen Archivwesen und Archivaren möglich. Was hier zugestanden wurde, war zuvor eben gerade nicht möglich gewesen. Unter dem 7.Oktober finden sich darüber hinaus Aufzeichnungen in meinen Unterlagen, welche die Suche nach Mitarbeiten des MfS, wie z.B. des Hauptmanns und späteren Oberstleutnants Andreas Roth, bestätigen. Dass ich den Eindruck hatte, Roth, den "Führungsoffizier" aus den Jahren 1983/87, zu diesem Zeitpunkt telefonisch aufgefunden zu haben, legt eine Notiz mit Straße und Telefonnummer nahe; sowie die Erinnerung an zwei Gespräche mit einer Stimme, die mir durchaus bekannt vorkam. Der damalige Gesprächspartner verwies auf die Abwesenheit des gesuchten Andreas Roth und legte eine spätere Kontaktaufnahme nahe, welche sich jedoch nicht bewerkstelligen ließ.84

Im weiteren richtete ich zusätzlich an den Generalbundesanwalt in Karlsruhe die bereits erwähnte, gleichlautende Strafanzeige, um dem Verfahren weiteren Nachdruck zu verleihen.85 Weiter bot ich, unter Bezug auf mein Schreiben vom 30.September und die darauf erfolgte Mitteilung vom 19.Oktober, dem bearbeitenden Oberstaatsanwalt in Ingolstadt "die inzwischen analysierte IM Akte Kirchberg/"Stuck"" zur Auswertung an.86 Analog verfuhr ich gegenüber dem zuständigen Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof, dem ich zudem ergänzend mitteilte, ich hätte "in der Frage "Doppelagent" ...über das Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg mit dem BND Kontakt aufgenommen".87

Just in dieser Situation erhielt ich ein Schreiben des Sozialpsychologischen Dienstes der Hansestadt Hamburg, das mit farbigem Filzstift unterschrieben, zwischen blauer und roter Type wechselnd ausgefertigt, als einziges Zeichen von Authentizität lediglich das Wappen der Stadt enthielt. Ich riet infolgedessen dem Anwalt, das merkwürdige Blatt "als nicht erhalten" zu klassifizieren.88

Es entwickelte sich ein nachgerade merkwürdiger Wechsel zwischen Vor- und Rückschritt. Ich hatte das Staatsarchiv Dresden gebeten, Aufschluss über den eventuellen schriftlichen Niederschlag zu den Kontakten in Sachen Auto Union-Akten zu vermitteln. Es ging um den Bestand 10707 im Sächsischen Hauptstaatsarchiv. Meine Anfrage datierte vom 24.August. Da ich bislang in dieser Sache nichts erfahren hatte, bat ich fernmündlich am 9.November um Aufschluss. Der Archivar Lorenz Beck antwortete, man habe "aktenmäßigen Niederschlag in" dem Bestand 107 07 "nur zu einem der von" mir "angeführten Vorgänge" nachweisen können. Es handle sich dabei

"um ein Anliegen der Volkswagenwerk AG Wolfsburg, das von der Verkehrshochschule Dresden übermittelt worden ist, und das auf Reproduktionen aus dem Bestand Auto-Union AG als Fotokopien oder Kleinbildfilmen in größerem Umfang gerichtet war. Das damalige Staatsarchiv Dresden zeigte grundsätzliche Bereitschaft, entsprechende Reproduktionen für die Volkswagenwerk AG anzufertigen, mußte allerdings zur Genehmigung die Staatliche Archivverwaltung der DDR beim Ministerium des Inneren der DDR einschalten. Eine Rückäußerung der Staatlichen Archivverwaltung ist nach Aktenlage nicht erfolgt, oder eine solche ist nicht überliefert. Auch zum weiteren Fortgang der Sache bietet dieser Schriftwechsel keine Angaben" [die entsprechenden Kleinbildaufnahmen liegen im Volkswagenarchiv].

Trotz der langen Wartezeit, die durch mein Telefonat entscheidend verkürzt worden war, fiel dieses Schreiben zunächst detailliert, und schließlich im gesamten Spektrum genommen, aufschlussreich aus. Denn Beck fuhr fort:

"Eine abgeschlossene Reproduktion einzelner Akten aus dem Bestand Auto-Union AG auf Antrag der Volkswagen AG Wolfsburg ist allerdings für das Jahr 1983 nachweisbar. Diese Verfilmung wurde mit einer Anfrage der Volkswagen AG vom 26.4.1983 ausgelöst. Nach Genehmigung durch die Staatliche Archivverwaltung sind im August 1983 die entsprechenden Mikrofilme von Akten der 1930er und 1940er Jahre (v.a. Rennwagen) gefertigt waren" [diese wurden mir von Dr. Wiersch in Wolfsburg 1984 vorgelegt/die Rennabteilung Auto Union betreffend].

Diese Informationen entsprachen durchaus den Tatsachen vor Ort im Wolfsburger Archiv, wo diese pro Filme, bei meinem Besuch dort, 1984 lagerten. Die entscheidenden Teile meiner Anfrage, nämlich die Frage nach "den Vorgängen 1984", sei so Beck, in Dresden "kein Schriftwechsel vorhanden". Ferner ergänzte der Archivar, "im fraglichen Zeitraum ist ein Kontakt zum Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR in unseren Unterlagen nicht nachweisbar". Auch sei "zur "BFK" keine Angabe möglich. Auch zu den angegebenen Kontakten des Jahres 1985" enthalte "- wie schon gesagt - der vorhandene Schriftwechsel keine Angaben". Beck führte das aus, um zu schlussfolgern, dass "aufgrund des § 10 Abs. 1 des Archivgesetzes für den Freistaat Sachsen,... Archivgut erst dreißig Jahre nach Entstehung der Unterlagen für die Benutzung freigegeben werden" könne (Hervorh.v.m., B.S.). Er bat:

"Die von mir erteilten Auskünfte betrachten Sie bitte als Entgegenkommen, aus dem weiterer Anspruch freilich nicht abgeleitet werden kann.

Für die Dauer der Beantwortung Ihrer Anfrage darf ich höflich um Ihr Verständnis bitten. Ihre Anfrage umfasst zehn präzise Fragen, die eine Recherche nach Daten und Bearbeiter-Namen erfordern. Der Bestand 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv ist allerdings - wie die meisten anderen Archivbestände auch - nicht mit Registern zu Daten und Namen von Mitarbeitern erschlossen. Zur Prüfung Ihrer Fragen musste ich also die Vorgänge des entsprechenden Zeitraums einzeln durchgehen, womit erheblicher Zeitaufwand verbunden war. Meine sonstigen Dienstaufgaben erlauben mir dabei leider nicht, mich dieser Aufgaben ununterbrochen und ausschließlich zu widmen, so daß ich diese Durchsicht nur portionsweise, über einen längeren Zeitraum gestreckt, vornehmen konnte" (Hervorh.v.m., B.S.).89

Warum hatte der Staatsarchivdirektor das nicht mitgeteilt? Oft genug hatte ich diesen am Telefon. Die Mitteilung des Referenten Beck beantwortete ich derart, dass mich am folgenden Tage, und erneut aus dessen Feder, die Nachricht erreichte:

"Wie bei jedem anderen Benutzer auch, so liegt uns auch in Ihrem Fall selbstverständlich daran, Ihnen die gewünschten Informationen zugänglich zu machen und Ihre Benutzungsanliegen bestmöglich zu befriedigen. Dies ist unsere Dienstaufgabe und darüber hinaus eine Frage des Berufsethos. Die Art und der Umfang einzelner Dienstgeschäfte, darunter auch von Anfragen zur Benutzung von Arch[i]vgut, bedingen allerdings eine unterschiedliche Bearbeitungsdauer.

... Herr Dr. Martin war am 8.11. vormittags wegen anderer Dienstgeschäfte außer Haus und nicht erreichbar. Sie waren am Nachmittag des 8.11. für einen Rückruf nicht erreichbar. Telefonischer Kontakt hat in dieser Sache dennoch mehrfach zwischen Ihnen und Herrn Dr. Martin stattgefunden, wobei - wie bei jedem anderen Nutzer auch - versucht worden ist, Ihren Anliegen nach Kräften zu entsprechen. Für die Bearbeitungsdauer Ihrer Anfrage können wir nur erneut mit Bezug auf unser Schreiben vom gestrigen Tage oft Art und Umfang Ihrer Anfrage und den dadurch bedingten Rechercheaufwand hinweisen. Der Erschließungszustand des Bestand 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv erlaubt - wie bei den allermeisten Archivbeständen - keine Recherche nach den Namen der Bearbeiter einzelner Vorgänge oder nach den Namen von in einzelnen Schriftstücken genannten Personen. Der gesamte Schriftverkehr musste für den entsprechenden Zeitraum einzeln durchgegangen werden.

Natürlich besteht jederzeit für Sie die Möglichkeit, die von uns ermittelten Vorgänge und darüber hinaus den Bestand 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv insgesamt während der Öffnungszeiten des Archivs (Montags, Donnerstags und Freitags 8.30 - 16.00 Uhr, Dienstags und Mittwochs 8.30 - 18.00 Uhr) in unserem Lesesaal selber einzusehen" (Hervorh.v.m., B.S.).90

Es war nötig gewesen, kurz zuvor dem Staatsarchiv eine Strafanzeige im Falle weiterer Sperrung von Akten mit DDR-Provenienz in Aussicht zu stellen. Schließlich hatte sich der Staatsarchivdirektor Martin über Wochen hin verleugnen lassen. Sei das nun im Einzelnen begründet gewesen mit Urlaub, Dienstreisen oder durch Betriebsausflüge.

 

Schleppender Fortgang der Strafsache.

Ich sah mich in der anhängigen Strafsache, auch durch den zweiten Anwalt Hinsch-Timm, nicht offensiv genug vertreten. An einen befreundeten Anwalt richtete ich die Fragen:

"Soll ich die Gegner eruieren (hinsichtlich background, Beschäftigung)?

Zeugen suchen, das Fehlverhalten des Polizisten aufzeigen (Strafanzeige wegen uneidlicher Falschaussage). Soll..., wegen der Beschädigung ...[d]es Wagens, ein[en] Zivilprozess hinsichtlich Erstattung der Reparaturkosten (Beschädigung am Kotflügel)"

angegangen werden? Den Ausgangspunkt für diese Überlegungen bildete die Tatsache, dass "der (recht junge) Anwalt Hinsch-Timm nicht...vorwärts" kam. Dieser wartete offensichtlich "auf die Hauptverhandlung". Von mir wurde angeschlossen:

"Ich stehe ohne Führerschein[,] ohne Einkünfte und Fortschritte in meinen Aufgaben, Plänen und Arbeiten da".91

Zusätzlich erstattete der Anwalt Benoit weder den Vorschuss in Höhe von 500 €, noch erhielt ich die entstandene Akte.92 Ergänzend zu diesen weniger erfreulichen Entwicklungen, äußerte sich der Generalbundesanwalt Dietrich zu meiner Strafanzeige vom 27.November:

"Auch Ihre oben angeführte Eingabe vom 27.November 2004 gibt mir keinen Anlass zu einer anderen rechtlichen Beurteilung des Gesamtsachverhalts. Sämtliche in Betracht kommenden Vergehen der geheimdienstlichen Agententätigkeit sind spätestens seit November 1995 verjährt, so dass ich Kraft Gesetzes an der Aufnahme von Ermittlungen gehindert bin. Sollten allgemein kriminelle Straftaten in Betracht kommen, die noch nicht verfolgungsverjährt sind, entzieht sich dies meiner Zuständigkeit. In diesem Fall müssen Sie sich an die Staatsanwaltschaft des Tatorts wenden". (Hervorh.v.m., B.S.)93

Diese "erfreulichen" Nachrichten entsprachen dem Sinn nach der Übermittlung der "Anklageschrift" in der Verkehrsstrafsache Borsteler Straße, die nun einlief. Neben der Tatsache, dass diese sich ausschließlich auf den Zeugenaussagen der beiden Angreifer, nämlich des Taxifahrers Christiansen wie des Bleuß, stützte, wurde ich - völlig aus der Luft gegriffen - als "vorbestraft" diskriminiert, offensichtlich ein weiterer Schritt, damit der Fall verlässlich in die "richtige" Richtung dirigiert werde. War diese "Kenntnis" etwa gar durch den entlassenen Anwalt Benoit lanciert? Dieser hatte mit dem Polizisten Windele-Jensen, nach eigener Aussage, telefoniert. Das wäre der Tatbestand des "Parteienverrats" begründet.94 Dass es überhaut zu einer Anklage wie dieser kam, spricht Bände. Weder wurde von irgendeiner Stelle auf die Vorstellungen des Anwaltes Hinsch-Timm reagiert, noch kam es zur Berücksichtigung meines bisherigen Lebensweges.95 Und was der gesamte Vorgang mit einem Führerschein zu tun haben sollte, bleibt ebenfalls unerfindlich; zudem die Beschlagnahme ein willkürlicher Akt des Polizisten Windele-Jensen gewesen war. Weiter wurde diese unmittelbar von diesem ergänzt durch die Meldung des Vorganges, auf dem "Unteroffizier-Dienstweg" (ohne Begleitschreiben) an den Sozialpsychiatrischen Dienst der Hansestadt.96

 

Autismus in Dresden.

Meine Laune konnten auch nicht die Akten der MfS-Hauptabteilung XVIII heben, die mich, aus Berlin kommend, am 17.Dezember erreichten.97 Wie im Grunde sinnlos es nämlich ist, Vorgänge den Verantwortlichen in unserem Staat mitzuteilen, demonstriert nachgerade exemplarisch-eindringlich die Antwort des Ministerpräsidenten Milbrad (Sachsen) auf meinen Hinweis, das Sächsische Staatsarchiv Dresden verhindere den Zugang zu DDR-Akten. Die Referentin im Sächsischen Staatsministerium des Innern, Birk, nahm es auf sich, sämtliche Verzweigungen des Schriftwechsels mit dem Staatsarchivreferenten derart zu komponieren, dass kunstvoll die Ablehnung einer Einsichtnahme durch das Archiv übergangen wurde. Vielmehr erschien es Frau Birk als Wirklichkeit, ich hätte "nach mehrmaligen telefonischen Kontakten eine Antwort per E-Mail" erhalten. Darin sei mir "zu einem der... nachgefragten Vorgänge ein positives Rechercheergebnis mitgeteilt" worden (aber eben eine Benutzungsgenehmigung nicht erteilt, sic). "Zu den übrigen Vorgängen" habe "in dem Archivbestand 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv nichts ermittelt werden" können. Frau Birk schützte nun vor, dieser - natürlich nichtige - Umstand sei der Ausgangspunkt für mein Schreiben an Milbrad gewesen. Das war jedoch keineswegs der Fall. Es grenzt schon an Autismus, wenn Staatsangestellte sich zu derartigen Argumentationen hergeben. Oder zeigt sich daran etwa für Sachsen Typisches?98

 

Säumige Anwälte.

Aber auch ein Lichtblick kam vor und schien die Perspektive weiterer Ergebnisse zu bieten. Lutz D. Schilling, in Ingolstadt ansässiger früherer Audi- und VW-Pressesprecher, gab Hinweise auf mögliche Gesprächspartner im Konzern, die bereit sein könnten, zu sprechen.99 Die Angelegenheit des Anwalts Benoit entwickelte sich inzwischen zum "Fall Benoit", der einen weiteren Anwalt beschäftigen sollte. Würde dieser in der Sache seines nichterfüllten Vertrages nicht einlenken, so sah dieser Anwalt ein "Klagverfahren (auf Erstattung des "überzahlten" Vorschusses)" anhängig. Dementsprechend schrieb Dr. Lill diesem zum Thema Nichterfüllung:

"Dieses Schreiben, welches gerade einmal aus sieben Zeilen(!) besteht, ist unvollständig und unverständlich. Ich weiß nicht, wer dieses Schreiben diktiert (oder geschrieben) hat, kann mir angesichts der Ungereimtheiten der Ausführungen auf Seite 2 zu denjenigen Seite 1 kaum vorstellen, dass Sie es selbst gewesen sind. Offensichtlich ist es wegen der sprachlichen und logischen Inkompetenz dann auch nicht abgeschickt worden. Fest steht jedenfalls, dass Ihre Tätigkeit nicht die Zahlung des in Rechnung gestellten Betrages in Höhe von 474,21 € rechtfertigt. Gerechtfertigt wäre allenfalls eine Gebühr nach Nr. 2402 VV ("Schreiben einfacher Art") also eine 0,3 Gebühr. Das Mandat war übrigens bereits am 24.8.2004 wieder gekündigt worden."

Konzentriert auf den Fall der Strafsache fügte der neue Anwalt an:

"In der Verkehrsstrafsache haben Sie bislang lediglich Akteneinsicht beantragt und - nach erfolgter Kündigung des Mandats - am 3.9.2004 an die Staatsanwaltschaft geschrieben, dass Sie Herrn Dr. Schulte nicht mehr vertreten. Eine weitere Tätigkeit über das Akteneinsichtsgesuch hinaus haben Sie nicht entfaltet. Vielmehr haben Sie ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein "realistisches Gespräch über die Angelegenheit" erst nach Akteneinsicht geführt werden könne. Die bloße Stellung eines Akteneinsichtsgesuches rechtfertigt jedoch ebenfalls nicht den Ansatz einer Verfahrensgebühr nach Nr. 4104 VV, jedenfalls nicht in Höhe von 112,00 € netto. Die Verfahrensgebühr nach Nr. 4104 VV ist eine Rahmengebühr, wobei sich der Rahmen im vorliegenden Fall an der unteren Grenze (30,00 €) zu orientieren hätte. Auch insoweit habe ich Sie aufzufordern, Ihre Kostenrechnung zu reduzieren. Der Überreichung neuer (geminderter) Kostenrechnungen innerhalb der nächsten 10 Tage (vom Datum dieses Schreibens an gerechnet) sehe ich entgegen. Der überzahlte Vorschuss ist innerhalb der vorgenannten Frist zu erstatten."100

Hierauf folgte, so die Akten, keine Reaktion Benoits. Ein Gespräch, am 10.Januar, mit dem Anwalt in der Strafsache, Hinsch-Timm, ergab, dass sich dieser um eine alsbaldige Terminierung des Falles bemühen solle, weiterhin eine Halternachfrage nach dem Fahrzeug des Angreifers Bleuß zu stellen sei, Akteneinsicht auf dem Terminplan stehe und weiter das neurotische Verhalten des Polizisten Windele-Jensen vom PK 24 zum Gegenstand von Nachforschungen gemacht werde. Mein Bestreben war, Bleuß in eine "Schlacht mit verkehrter Front" zu verwickeln. Ich fuhr fort, zu durchleuchten seien die Rollen des Angreifers Philipp Bleuß (inklusive dessen Anschrift), des Taxifahrer Manfred Christiansen und des Polizisten Windele-Jensen mit der Polizeinummer PP 0084-23. Außerdem wurde der Name eines Kieler Ermittlers genannt.101 Trotz der, infolge inzwischen eingetretener Geschehnisse, nicht unbeträchtlichen nervlichen Belastung, ging ich weiterhin aktiv vor und forderte den Anwalt Hinsch-Timm auf, "in der Überlegung zum weiteren Vorgehen in der VStS" stehe "die Beschädigung des Wagens" im Vordergrund. "Zivilrechtlich, und unter formalem Gesichtswinkel," erscheine "es vorteilhaft, hier Zeugen aufzutun". Ich führte im Einzelnen aus:

"Auch scheint es notwendig, den HVV-Bus-Fahrer zu ermitteln. Weiter per Detektiv Hintergrundinformationen zu dem Gegner zu sammeln (auch zum Taxifahrer), der u.U. vom Gegner beeinflußt (da befreundet?) scheint. Weiter die Überwachungskameras an der Kollaustrasse einzusehen. Schließlich Beschwerde gegen den verkürzten/einseitigen Bescheid des Richter Funck einzulegen. Gegen den Polizisten erscheint eine Dienstaufsichtsbeschwerde nur als Signal tauglich. Faktisch wird das nichts einbringen. Eher eine Zivilklage wegen verschiedener Brüche der Dienstvorschriften. Ich erwäge, nunmehr auch per Presse/Fernsehen in der Sache vorzugehen. Der Fall hat, vor dem Hintergrund meiner bisherigen Ermittlungen (seit 1998/99), Schlusssteincharakter".102

Es bedurfte allerdings massiven Drucks auf den Anwalt, bis dieser sich bereit fand, die Klage gegen den Angreifer in Sachen der Beschädigung meines Fahrzeuges anzustrengen. Es wurde Schadensersatz in Höhe von 1.182,60 € gefordert. Dieser Betrag war durch ein Kfz-Gutachten abgedeckt.103

Gleichzeitig beantragte Hinsch-Timm "nochmals" Akteneinsicht.104 Die Kostennote des Anwalts belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 703,00 €.105 Am selben Tage erging die Klage gegen den Angreifer Philipp Bleuß.106 Hinsch-Timm teilte mit, er habe in "der Akte keine Vorstrafen oder auch nur "Punkte" in Flensburg gegen mich ersichtlich" gefunden. Er sei entsprechend gegenüber dem Amtsgericht tätig geworden und warte auf dessen Reaktion.107 Weiter bestand die Aufforderung des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Stadt Hamburg weiter, ich möge dort vorstellig werden, um mich auf meinen Geisteszustand überprüfen zu lassen. Unter Umständen durch den Anwalt Benoit, im Zuge seines "Parteienverrates" initiiert, wandte sich mehrfach der Anwalt Hinsch an die Hamburger Behörde, um zu klären, aufgrund welcher Ursache es zu diesem Ansinnen gekommen sei. Der Anwalt fand nur mit einiger Mühe heraus, dass es keine Akte gäbe, dass lediglich vom Polizeirevier 24/Niendorf, durch den Polizisten Windele-Jensen eine nicht dienstliche Mitteilung gemacht worden sei, mit dem Ziel, mich in dieses Verfahren zu verwickeln. Eine Methode, die - wie ich von meinem Anwalt erfuhr - in der Hamburger Polizei zum üblichen Standard bei geringster Widersetzlichkeit von "Verdächtigen" - gehöre. Ausschließlich über ein ärztliches Gutachten, so nun eine erste Information der Behörde, wäre Klarheit zu gewinnen. Daraufhin wandte ich mich an den anerkannten Psychologen, Professor Dr. Dr. Stefan Ahrens, der ein Gutachten erstellte, nachdem eine entsprechende Äußerung meiner Hausärztin (mit entsprechender Ausbildung) zurückgewiesen worden war.108 Diesen suchte ich mehrfach in seiner Beratungsstelle in Winterhude auf.109

In seiner Klageschrift gegen Bleuß fasste Hinsch-Timm die Vorgänge in Kollau- und Borsteler Straße zusammen. Er führte in seinem Entwurf recht ungeordnet aus, der Angreifer Bleuß habe mich bereits am Eingang Borsteler Strasse gestoppt, um dann mich nicht vorbeizulassen und dann an einer Engstelle zu stoppen und anzugreifen. Dabei sei es zu dem, die Beule an meinem Wagen verursachenden Tritt, gekommen.110 Zu diesen Erklärungen hatte der Anwalt durch massiven Druck genötigt werden müssen. Dass auf den Einsatz der Videokamera im zweiten Teil der Ausführungen rekurriert wurde, erscheint weniger stringent, da vom Hauptgegenstand dieses Prozesses (Beschuldigter Bleuß und dessen Verurteilung/Kfz- Reparatur) ablenkend. Auch mangelte es an einer eingehenden Darstellung der Vorgänge in eindrucksvoller Sprache.111 Gleichwohl war mein An­walt der Ansicht, den "Sachverhalt der Klagschrift" gegenüber dem "Kerngeschehen" im "Vortrag gegenüber dem Strafgericht" nicht ändern zu sollen. Er schrieb: "Hiervon sollten wir nicht abweichen. Die Vorgeschichte brauchte zur Durchsetzung des Schadensersatzanspruches nur kurz skizziert zu werden".112 Wieso dies dennoch geschah, erscheint demnach unstimmig.

Dass darüber hinaus die geforderten Tätigkeiten, wie Videoüberwachung Kollaustrasse, die Aufklärung des Hintergrundes des Angreifers, des Taxi- und Busfahrers etc. nicht genügend in Gang gekommen waren, wurde bei Hinsch-Timm Anwalt angemahnt. Dieser zog sich, wie stets, auf die Hauptverhandlung im Strafprozeß zurück, wo die entsprechenden Einwände gegen die Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft geäußert werden könnten. Auch antwortete Hinsch-Timm mit dem Hinweis, er sei bereits bei einer Detektei dazu tätig geworden und übermittelte weiter die Anschrift des Philipp Bleuß.113 Am 2.Februar eröffnete das Gericht das "schriftliche Vorverfahren".114 Doch entwickelten sich die Dinge weiterhin nicht wie gewünscht. Daraufhin schrieb ich Hinsch-Timm, er möge das Ergebnis der Halternachfrage, den Antrag auf Einsicht in die Bänder der Überwachungskameras, den Zeugen des Hamburger Verkehrsverbundes, die Akteneinsicht beim "Sozialpsychiatrischen Dienst" und "hier: im besonderen das Datum/Formulierung der Anzeige des Polizisten" beibringen. Ich hätte mir für den Eingang der Antwort den 10.Februar notiert.115 So angestoßen, schrieb der Anwalt an das Bezirksamt Eimsbüttel:

"In vorgezeichneter Angelegenheit übersende Ihnen in Kopie einen ärztlichen Untersuchungsbericht für unseren Mandanten Herrn Dr. Schulte. Die Untersuchung wurde durchgeführt von Frau Dr. med. Eleonore Kranert. Frau Dr. Kranert verfügt über eine Sonderqualifizierung auf dem Fachgebiet Psychosomatik. Ein weiterer ärztlicher Bericht des Herrn Prof. Dr. Stefan Ahrens (Leiter der Abteilung Psychosomatik des Krankenhauses Rissen) wird in Kürze nachgereicht werden".116

Mit der Detektei sollte ich mich offenbar selbst auseinandersetzen. Jedenfalls übersandte Hinsch-Timm ein Schreiben, in welchem dargelegt wurde, dass eine höhere Abrechnung per Stundensatz für die Ermittlung des HVV-Zeugen forderte.117

Erneut forderte der Anwalt "die Anberaumung eines zeitnahen Termins zur Hauptverhandlung beim Amtsgericht Hamburg". Inzwischen hatte er eine weitere Detektei "mit der Haltermittlung des Fahrzeuges" Bleuß beauftragt. Weiter erwartete er die Zahlung eines "Kostenvorschusses" in Höhe von 1000 €.118 Doch inzwischen wurde ich ungeduldig und schrieb an den Hamburger Verkehrsverbund, um den Busfahrer der Linie 23 Großborstel - Niendorfer Markt aufzufinden. Weiter verteilte ich einen Flugzettel bei den Anwohnern der Groß-Borsteler Strasse, um Zeugen des Vorfalls zu ermitteln.119 Da die Dinge erneut stillzustehen schienen, teilte ich dem Anwalt mit, er hätte bereits wiederholt Kontakt gehabt und wisse, was ich wolle. "Absprachen" seien getätigt worden. Ich fuhr fort:

"Ferner ist in der oben angeführten Sache die Anklageschrift mit Fristsetzung für Beweismittel etc. am Freitag eingegangen. Heute schreiben wir Mittwoch. Die Fristen laufen. Ich bitte Sie um den Sachstand zu dem Fall und ihr geplantes Vorgehen. Verschiedene Fragen und Nachforschungen sind gleichfalls seit geraumer Zeit offen. Dazu erwarte ich Ihre näheren Angaben bis Morgen, Donnerstag 12:00 Uhr. Ich nehme an, dass wir dann das weitere Vorgehen festlegen können".120

Hinsch-Timm antwortete darauf, "in dieser Sache" würden "vor Ablauf der "Wochenfrist" keine Anträge gestellt werden, um einen zeitnahen Hauptverhandlungstermin nicht zu gefährden. Die Nichtbeachtung der Frist" sei dabei "unbeachtlich, da wir in jedem Verfahrensstadium Beweisanträge stellen können". Er, Hinsch-Timm, würde sich "nochmals um Akteneinsicht kümmern und insbesondere rechtzeitig vor der Hauptverhandlung nochmals das sichergestellte Video begutachten. Des weiteren habe" er "Kontakt zu einer Detektei aufgenommen, welche die Halterabfrage erledigen und den Busfahrer als mögliche Zeugen ausfindig machen" werde. "Die Beiziehung der Überwachungskamera" sei "nur im Wege eines Beweisantrages über das Gericht möglich". Das "unter Beweis zu stellende Fahrverhalten des Bleuß aber" werde "mit Sicherheit von dem Gericht als wahr unterstellt werden". Deshalb werde "der Beweisantrag zurückgewiesen werden". Dies ergebe "sich aus der Formulierung in der Anklageschrift wie auch in dem Beschluss zur vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis ".. aufgrund vorangegangenen Fahrverhaltens und einer seinerseitigen Provokation des Zeugen Bleuß". Da es gefestigte höchstrichterliche Rechtsprechung ist, dass auch durch den Einsatz einer Schreckschusspistole der Tatbestand der Nötigung verwirklicht werden" könne, gehe "es insoweit (hinsichtlich der angeklagten Nötigung) um die Frage, ob" ich "aus einer Notwehrsituation heraus die Schreckschusswaffe eingesetzt" hätte (Hervorh.v.m., B.S). Hinsichtlich der ebenfalls angeklagten versuchten gefährlichen Körperverletzung" stehe "nach ebenfalls gefestigter Rechtsprechung fest, dass auch eine Schreckschusspistole, jedenfalls aus kurzer Distanz eingesetzt, geeignet" sei, "einen anderen zu verletzen. Der in dem angeklagten § 244 StGB verwendete Begriff der Waffe" werde "als Unterbegriff des gefährlichen Werkzeugs verstanden. Keineswegs" falle "hierunter nur eine Schreckschusswaffe. Auf die Frage, ob die Schreckschusspistole objektiv ungefährlich" sei, wollte sich der Anwalt mit mir "im Rahmen der Hauptverhandlung bzw. deren Vorbereitung konzentrieren, da ungeachtet der Frage der objektiven Gefährlichkeit der Schreckschußpistole die Geeignetheit als Mittel für eine Nötigung" feststehe. Er "werde in Kürze auf die Angelegenheit" zurückkommen und "bitte bis dahin um Unterzeichnung und Rücksendung der beiliegenden Honorarvereinbarung für die Hauptverhandlung sowie um Zahlung des Honorarabschlages".(Hervorh.v.m., B.S.)121 Hinsch-Timm schien das Mandat fortführen zu wollen. Jedenfalls kündigte er, zu dem gesetzten Termin am 10.Februar 12:00 Uhr, die "Absendung an die StA eine[r] umfassenden Verteidigungsschrift" an.122 Dass sich die Dinge inzwischen nicht positiv entwickelten, zeigt meine Kündigung des Mandats vom folgenden Tage.123

 

Recherchenstopp erwünscht?

Die Widrigkeiten, im Gefolge des Überfalls vom 10.August, führten nicht zum Stillstand meiner Nachforschungen zu "Volkswagen, Audi und die DDR". Wenngleich dies mehr oder weniger vom Schreibtisch aus geschah. Im Rahmen meiner Arbeiten, an dem Kapitel über den wirtschaftlichen Niedergang der DDR, war ich unter anderem auf verschiedene weitsichtige Memoranden des wirtschaftlichen Leiters der DDR-Plankommission, Gerhard Schürer, gestoßen. Diesem schrieb ich, nach einem Telefonat, am 11.Februar:

"Das Schicksal ihres großen Memorandums, im Anfang des Jahres 1989, bedingt durch die Behandlung in der Entscheidungsgruppe, das Abschleifen Ihrer aufrührenden Aussagen erneut zugunsten der "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" durch die Axen/Honecker-Sektion gegen Krentz (Mittag stand wohl schon in der Mitte dazwischen), scheinen mir den letzten Moment zu bezeichnen, in dem noch einmal die mögliche Rettung der DDR verspielt wurde".124

Es ging in meiner Arbeit also in Wahrheit nicht so sehr um die kleinen Verhältnisse des niederen Managements bei Audi und VW, sondern um die übergreifenden Fragen der deutschen Politik während der Entscheidungsschwangeren achtziger Jahre. Einem früheren Bundeswehrkameraden gegenüber wurde ich deutlicher und entwickelte den Kern meines Buches. Ich erläuterte:

"In der Anlage findest Du, zu den Hintergründen um das Thema "VW/AUDI und die DDR, 1983-1990", einige Hinweise in "Extra-Blatt". "The Brutal Friendship" (in den 80igern ein Buch zu Hitler-Mussolini) scheint mir hier als Titel zutreffender.

Der Kampf Anfang der 80ziger Jahre um die Rüstungsmajorität in Mitteleuropa scheint durch die US-COCOM-Bestimmungen und die Reaktionen der DDR-KoKo (die 50 Firmen (!) einschaltete, um über die Schweiz und Schweden das elektronische Equipment für die Stasi zu beschaffen, das diese benötigte, um die Vorstöße westlicher Geheimdienste abwehren zu können) in neuem Licht.

Der Versuch der Stasi, 25 westdeutsche Konzerne, durch den Einsatz von jeweils bis zu 8 IM aufzuklären, die Ergebnisse hinsichtlich der Führungspersonen, deren Auffassungen zu Politik, Ostraum und Verfahrensweisen im Geschäft mit dem Comecon, auch die "harten Bandagen" der VW AG im Motorengeschäft/DDR-PKW (Trabant-Nachfolger), erscheinen unversöhnlich und gar nicht gemeindeutsch-brüderlich.

Das Bild gewinnt so an Gravuren - und der kleine Wurmfortsatz Schulte (und dessen Erfahrungen) - werden, verzahnt mit der "großen Geschichte", entwickelt. Dennoch, es bleibt der ungeheuerliche Verrat, den Hahn (Vorstand VW) an mir beging, als ich für Audi den "Kopf in Dresden in die Schlinge steckte". Und hinterher: "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld"".125

Doch schnell hatte mich der Alltag wieder. Inzwischen lief ich nämlich hinter dem Psychologen Stephan Ahrens her, dessen Ergebnis seiner Untersuchung dringend für den sozialpsychiatrischen Dienst benötigt wurde, der bereits unruhig war und zu drohen begann.126 Auf welch schwankendem Boden ich mich bewegt hatte und bewegte, als ich mit Birthler-Behörde und früheren DDR-Verhältnissen etc. zu tun hatte, zeigt ein kurioses Erlebnis, das in einem Schreiben der Bundesbeauftragten gipfelte. Ich leitete einige Diäko-Produkte einem Mitarbeiter der Gauck-Behörde zu und erhielt folgendes Schreiben:

"Vielen Dank für die Warensendung. Den Mitarbeitern der BStU ist die Annahme von Aufmerksamkeiten unserer Antragsteller grundsätzlich nicht gestattet, weshalb wir die Eiweißprodukte Ihres Hauses mit der Bitte um Verständnis hiermit zurück senden".127

Dass meine Mitteilungen über den MfS-Mitarbeiter Kirchberg bei Audi nicht gefruchtet hatten, bewies die Tatsache, dass dieser am Lehrstuhl des Fahrwerkstechnikers Professor Heißing an der Technischen Universität München im WS 2004/05 Vorlesungen über Automobilgeschichte zu halten beabsichtigte. Dies teilte ich dem Kanzler der Technischen Universität mit, und ließ gleichzeitig, da mir die Schwerfälligkeit derartiger akademischer Institutionen mehr als genügend bekannt war, die Möglichkeit einer Presseveröffentlichung durchblicken. Darauf erhielt ich, anstatt eines Dankschreibens, verschiedene schriftliche Anwürfe. Der Eine kam vom Pressereferenten des Kanzlers. Dieser schrieb:

"Professor Kirchberg gilt als Experte auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugentwicklung. Er berät die Auto Union AG [muss AUDI AG lauten] bei der Aufarbeitung ihrer historischen Wurzeln (Audi, NSU, Auto Union, Horch etc.).

Professor Heissing hat den Automobil-Historiker Kirchberg eingeladen, an seinem Lehrstuhl Fahrzeugtechnik ein freiwilliges Seminar über "Historische Fahrzeuge" abzuhalten. Diese Veranstaltung ist nicht Bestandteil des Lehrplanes, ein Zusammenhang mit prüfungsrelevanten Leistungen besteht nicht. Auf Wunsch erhalten Studierende eine Teilnahmebescheinigung.

Ob die von Ihnen behauptete Stasi-Vergangenheit, von der hier bis dato nichts bekannt ist, den Tatsachen entspricht, kann die TU München weder förmlich überprüfen noch beurteilen. Professor Kirchberg ist Gastdozent, nicht aber Mitarbeiter der TU München. Auf Nachfrage hat Professor Kirchberg jedenfalls uns gegenüber den Vorwurf, Spitzeldienste geleistet zu haben, zurückgewiesen. Auch ist der Eindruck entstanden, es könnte sich um eine persönliche Auseinandersetzung handeln. Deshalb gebe ich zu bedenken, dass mit Ihrer Behauptung nicht nur das Ansehen von Herrn Professor Kirchberg, sondern auch das der TU München beschädigt werden könnte, wenn Sie den Beweis für ihre Behauptung schuldig blieben. Für diesen Fall behalten wir uns rechtliche Schritte vor" (Hervorh.v.m., B.S.).128

Daraufhin stellte ich den Herren Kronthaler und Heinrichsen, dem Kanzler wie dessen Pressereferenten, eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München I in Aussicht, sollten Sie derartige Behauptungen weiter kolportieren. Diese wiederum setzten daraufhin ihre Rechtsabteilung in Marsch, deren Leiterin, Frau Wagner, unverhohlen drohte:

"An dieser Stelle erlauben wir uns, sie darauf hinzuweisen, dass ihre rechtswidrigen Drohungen gegen Herrn Dr. Krohnthaler und Herrn Heinrich geeignet sind, den Straftatbestand der Nötigung gemäß Paragraph 42 StGB zu erfüllen. Im Auftrag des Kanzlers der technischen Universität München fordere ich Sie daher mit Nachdruck auf, bei ihren Drohungen unverzüglich Abstand zu nehmen."129

Daraufhin schrieb ich an sämtliche Ministerien des bayerischen Staates, wie die Professoren von Universität und TU, stellte den Vorgang dar, und erhielt ausschließlich von Herrn Beckstein Antwort. Allerdings stellte sich dieser umfassend auf meine Seite. Der Innenminister äußerte sich dahin, ein solcher Vorgang sei, zudem von einem Mann dieses Hintergrundes (Herr Beckstein hatte meine Anlagen aus der IM-Akte Kirchbergs, im Gegensatz zu den Verantwortlichen der Technischen Universität, gelesen) nicht zu dulden. Er werde dagegen einschreiten. Dass wiederum einige Monate später, erneut in Verbindung mit dem betreffenden Professor Heißing, Kirchberg versuchte, im Kompetenzzentrum Ingolstadt, das getragen wird von Audi und der Technischen Universität München, Vorlesungen zum Thema Automobilgeschichte zu halten, führte dazu, dass ich den vorgeblich getroffenen Maßnahmen nachging, mit dem verantwortlichen Ministerium (Minister Goppel) Kontakt aufnahm, und herausfand, dass dieses wiederum völlig ahnungslos war. Ich hoffe, dass inzwischen in der Sache etwas unternommen wurde. Mitteilungen erhielt ich in diesem Zusammenhang nicht. Ich bin ja nur ein deutscher Staatsbürger.

 

Immer wieder Bleuß.

Gleichzeitig beauftragte ich Ermittler, den Hintergrund des Angreifers Philipp Bleuß, wie des Taxifahrers Christiansen aufzuklären. Das Ergebnis war eine Bombe. "Sporadisch" im Verlauf des Jahres 2004, zwischen Januar und Februar, sowie September und Dezember, beschäftigt, stellte sich heraus, dass dessen Arbeitgeber die "Multimedia Film- und Fernsehproduktionen GmbH, Jenfelder Allee 80, D-22045 Hamburg" war. Dieses war umso bemerkenswerter, als just diese Firma es war, die 1985/86 - in meinem Auftrag - die technische Herstellung des Filmes "Audi Mobil-Fortschritt im Wandel der Zeit" geleistet hatte. Eben dieser Film aber hatte zuvor den Gegenstand der Auseinandersetzung mit Audi und Volkswagen, im Verlauf des Jahres 2004, gebildet. Überdies war der frühere Leiter der Rechtsabteilung von Audi, Dr. Heinrich Ulmer, seit Anfang 2004, über meine Nachforschungen und Absichten informiert. Bleuß hatte im Jahre 2003 nicht besonders hohe Einkünfte, und dies ausschließlich von Seiten der Multimedia, in Höhe von 14.196,40 €. Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg lagen für den im Jahre 1979 geborenen Philipp Bleuß aktenmäßig folgende Informationen vor:

"1) Akt.-Z.: 2050 Js 512/03, Urkundenfaelschung. Hier kam es zu einem Gerichtsurteil: 20 Tagessätze je Euro 25.-- Rechtskraft erlangte das Urteil am 29.11.2003.

2) Akt.-Z..: 2007 Js 434/02, Beleidigung. Eingestellt nach 170,2.

3) Akt.-Z.: 4002 Js 1087/98, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Hier kam es zu einer "Zuchtmaßnahme" (Erziehungsauflage) nach § 13,2 JGG.

4) Akt.-Z.: 4002Js888/98, unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs. Eingestellt nach 170,2 StGB.

5) Akt.-Z.: 4002Js 1008/97, Raub. Eingestellt nach 170,2 StPO.

6) Akt.-Z.: 4002Js 980/97, schwerer Raub (250). 170,2 stopp.

Aktuelle Verfahren gegen ihn:

7) Akt.Z.: 2007 Js 917/04, Noetigung. Noch anhaengig.

8) Akt.-Z.: 2400Js 904/04, schwere Koerperverletzung. Anhaengig."130

 

Sozialpsychiatrischer Dienst und Bleuß.

Der neu berufene Anwalt Grau startete vielversprechend mit einer "Honorarvorschussrechnung" in Höhe von 1160 €.131 Zügig, am 11.Februar, fand eine erste Besprechung statt, in deren Verlauf geäußert wurde, dass es bei der Hamburger Polizei üblich sei, streitende Parteien, wie dem Seniorsozius der Kanzlei geschehen, mit dem sozialpsychiatrischen Dienst zu drohen.132

Hinsch-Timm ging die Mitteilung, die "Liquidation zum baldmöglichsten Zeitpunkt und parallel [die] Übergabe der ...vorliegenden Akte" durchzuführen.133 Da offenkundig in der Sache der Fahrzeugbeschädigung nicht genügend stringente Schritte unternommen waren, erstattete der neue Anwalt gegen den Täter Bleuß Strafanzeige wegen "Nötigung und Bedrohung... und wegen Sachbeschädigung". Die Vertreterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Frau Elsner, bat Grau, mit beeindruckender Schnelligkeit, "um kurzfristige Nachricht, wann, wo und wie Einsicht in" den "Verwaltungsvorgang" des Dienstes genommen werden könne. Der Anwalt wies unüberhörbar deutlich darauf hin:

"Über die Verpflichtung zur Gewährung vollständiger Akteneinsicht und die Strafbarkeit der Urkundenunterdrückung sind Sie - wie ich ebenfalls der bisherigen Korrespondenz entnehmen kann - bereits eingehend durch den Vorverteidiger belehrt worden. Für den Eingang Ihrer Nachricht habe ich mir den 18.Februar 2005 im Fristenkalender notiert."134

Wie Grau einige Tage darauf mitgeteilt wurde, lag er in seinem Vorgehen durchaus richtig. Es kam sogar noch mehr zum Vorschein. Der Anwalt Hinsch-Timm teilte ihm, im Rahmen der Klärung von Honorarrechnungen des abgelaufenen Mandates mit, warum ein erhöhter Gebührenrahmen von 2,5 Punkten eingesetzt worden war. In Anbetracht der

"Schwierigkeiten im Hinblick auf die Korrespondenz mit der Verwaltungsbehörde, welche offensichtlich den Inhalt eines möglicherweise kompromittierenden Schreibens des Beamten [Windele-Jensen] der anzeigenden Polizeirevierwache verheimlichen möchte" (Hervorh.v.m. B.S.),

kam heraus, mit welch falschen Karten allseits gespielt worden war. Hinsch-Timm berichtete weiter:

"In allen Angelegenheiten wurden allein 7 Telefonate mit der zuständigen Mitarbeiterin bei dem sozialpsychiatrischen Dienst am Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel geführt. Des weiteren war ich zum Zwecke der Akteneinsichtnahme bei dem Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel vorstellig und habe neben der Akteneinsicht ein langes Gespräch mit dem Stellvertreter der zuständigen Sachbearbeiterin über die Frage der Existenz eines behördlichen Schreibens sowie den Anspruch auf vollständige Akteneinsicht zu führen gehabt." (Hervorh.v.m., B.S.)135

Grau kümmerte sich überschlagend um die Klärung der Verhältnisse mit dem Vorverteidiger Hinsch-Timm und bemängelte dessen Rechnungslegung.136 Schließlich sollte es am 14.April, das heißt in rund zwei Monaten, zum Termin in der Fahrzeugsache kommen.137

Die anliegende Klageerwiderung des Rechtsanwaltes Barthol zeigt zunächst, dass der Vortrag des Beklagten erst mit dem Abbiegen in die Groß-Borsteler Straße beginnt; demnach die gesamte Vorgeschichte übergeht. Weiter wird behauptet, ich hätte mit der Video-Kamera in der Hand sofort, noch auf der Kollaustraße - quasi im Gegenverkehr stehend - das Fahrzeug des Beklagten gefilmt. Es wird weiter behauptet, dieser habe hinter der ESSO-Tankstelle - außer Sichtweite (sic!) - nur angehalten, weil er habe "feststellen" wollen, "ob er tatsächlich mit dem vermeintlichen Filmen gemeint" sei. Weiter wird behauptet, ich hätte im Vorbeifahren "die Kamera genau in Richtung des Gesichts des Beklagten" gerichtet. Es liegt auf der Hand, dass Bleuß derartiges nicht gesehen haben kann, da diese sich, knapp über der Mittelarmlehne meines Wagens befand, d.h. für ihn außer Sicht. Seinen Kavaliersstart erklärt Bleuß damit, er habe "nicht gefilmt werden" wollen. Dass ich erst ab diesem Moment die Kamera auslöste, zeigt das Videoband. Auch dass die nun folgende Fahrt, hinter dem davonrasenden Bleuß, relativ weit in die Groß-Borsteler Straße hineinführte.

Die darauffolgende Blockade der Straße, und den übergangslosen sofortigen Angriff auf mich, stellt Bleuß folgendermaßen dar:

"Der Zeuge Dr. Schulte hielt daraufhin sein Fahrzeug hinter ihm an. Der Beklagte stieg aus, und ging auf das Fahrzeug des Dr. Schulte zu und rief laut "warum filmst du mich?". Daraufhin stieg der Zeuge Dr. Schulte aus seinem Fahrzeug aus, dabei hielt er eine Waffe in der Hand. Er rief dem Beklagten zu "ich mache dich kalt, hau ab". Unmittelbar nach dieser Aussage fing der Zeuge Dr. Schulte an, mit der Waffe mehrfach auf den Beklagten zu schießen. Eine der Schlüsse wurde in den Rücken des Beklagten abgefeuert."

Der Vorgang wird merkwürdig verzögert, quasi in Zeitlupe, dargestellt. Bleuß stieg demnach geradezu, wie zu einem Plausch, gemütlich aus und ging, oder besser schlenderte, auf mein Fahrzeug zu. Er "rief" dabei (warum sprach er dann aber nicht leutselig-gemütlich?), dies ist die einzige geräuschvollere Aktion: "Warum filmst Du mich"? Ich meinerseits "hielt" mein Fahrzeug (in Ruhe) "hinter ihm an", und "stieg", wiederum ein sehr gemütlicher Vorgang, in Ruhe aus, hatte dabei kurioserweise aber plötzlich "eine Waffe in der Hand". Dann soll ich von kaltmachen "gesprochen" haben, und hätte dann "mehrfach auf den Beklagten" geschossen. Ein Vorgang der sehr unwirklich erscheint. Tatsächlich ging es um ein plötzliches Aufleuchten der Bremslichter des BMW in der Engstelle kurz hinter der Bushaltestelle Groß Borsteler Straße, das Aufreißen der Fahrertür durch Bleu; Herausspringen und auf mich Zustürzen waren eins. Ein unvermittelter Angriff über wenige Meter im "Sturmschritt" gegen die Fahrertür meines Wagens. Ich, im Fahrzeug nach einer Waffe tastend, lag quer im Wagen, mit dem linken Fuß in der Tür, die bereits einen Spalt geöffnet war. Mit einem Kniestoß in die Richtung der Tür, der jedoch den linken hinteren Kotflügel traf, klemmte Bleuß meinen Fuß ein. Erst als ich, durch das geöffnete Dach, in die Luft schoss, um Raum zu gewinnen, wich der überraschte Angreifer einige Meter zurück, ich kam mit beiden Füßen aus der Tür, saß jedoch noch auf dem Fahrersitz, wurde jedoch unmittelbar anschließend durch den Bleuß erneut attackiert. In diesem Moment kam ich auf die Füße schoss wiederum in die Luft, sodass sich der Angreifer seitlich drehte. Dieser Umstand könnte den Eindruck erweckt haben, der Schuss sei auf den Rücken des Bleuß gerichtet gewesen.

Dass jedoch der Zeuge Christiansen, wie selbstredend der Angreifer, diesen Vorgang nicht in der natürlichen Reihenfolge gesehen haben, mag im Fall Christiansen dem Einfluss des Polizisten Windele-Jensen, bei Aufnahme der Zeugenaussage, zuzuordnen sein. Dass der Anwalt Barthol den Zeugen Christiansen überdies vor dem Termin anrief, um diesen zu beeinflussen, bestätigt den geringen Wert dieser Aussagen, die zugleich einzig die Basis des Strafverfahrens gegen mich bildeten. Schlussendlich wird nicht erwähnt, warum wir dann gemeinsam "auf die Polizei" warteten. Ich hatte nämlich den ein Fahrzeug nach hinten blockieren Taxichauffeur aufgefordert, diese zu rufen. "Christiansen" machte einen ausländischen Eindruck, schien nicht zu verstehen, und verbrauchte sehr viel Zeit. Es deutet sich hier an, dass dieser Zeuge mit dem Angreifer in Verbindung stand. Dies wird zusätzlich durch die Zeugenaussage des "Christiansen" erhärtet, die Barthol in seinem Schriftsatz breit zitiert. Christiansen arbeitete zuletzt in regulärer Tätigkeit als Arbeitnehmer zwischen dem 11.Mai 1992 und dem 31.Oktober 1994 bei der Firma Schlegel Germany, Bredow Str. 33, 22113 Hamburg. Im Jahre 2005 lag die Steuererklärung Christiansens für das Jahr 2003 noch nicht vor. Diejenige für das Jahr 2002 ging am 13.April 2004 ein. Der Gewinn aus dem Taxiunternehmen belief sich im Jahre 2002 auf € 19.402,-. Das Bruttoeinkommen der Frau auf € 18.722,-. Strafrechtlich war Christiansen bis dato nicht in Erscheinung getreten. Lediglich eine Straftat hatte er zur Anzeige gebracht. Die Angabe dazu lautet:

"1) Akt.-Z: 2409Js782/04, Beleidigung, Tatzeit: 13. SEP. 2004, Beschuldigter der Tat ist ein "G[...]V[...]". Weiteres liegt nicht vor zu ihm".

Ob eine Beziehung zum Angreifer Bleuß bestand wurde nicht bekannt. Zur "Multimedia" bestand keine Beziehung. Auf welchem Weg Manfred Christiansen am 10.8.2004 in den Borsteler Weg kam, (etwa über die Taxenvermittlung Funk-Taxenruf Harburg GmbH) konnte nicht rekonstruiert werden.138

In welchem Ausmaß der Polizist Windele-Jensen, der "Zeuge" und der Anwalt des Angreifers zusammenspielten, zeigt die Bemerkung Barthols, ich hätte nicht gewusst - und dies bestätigt - ob es sich um eine scharfe oder Schreckschusswaffe gehandelt habe. Der mich festnehmende Polizist Windele-Jensen hatte mich sofort vergattert, keinerlei Aussagen zu machen. Meine Antwort, "ich wisse nicht", bedeutete nichts anderes, als dass ich zu der Sache nichts aussagen würde. Oder sollte mich der Polizist dabei auf eine "Leimrute" gelockt haben? Interessant wäre, welche Vorschriften hier hätten befolgt werden müssen. Die Auflösung bot Barthol allerdings selbst, indem er berichtete, mein Anwalt habe "behauptet", ich sei "mir bei dem Einsatz der Waffe darüber im Klaren gewesen, dass" ich "keine scharfe Waffe in der Hand gehalten" hätte. Ich hätte "die Schreckschusswaffe vielmehr selbst einige Jahre zuvor legal in einem Hamburger Waffengeschäft erworben". Das trifft zu. Ich kaufte diesen Revolver (38-9mm) für meine Frau. Ich deponierte die Waffe in ihrem Wagen, damit, für den Fall eines Überfalls in dem unsicheren Niendorfer Gewerbegebiet, diese sich wehren könne. Es ist nämlich Tatsache, dass Geschäftsleute in nächster Nähe überfallen werden, und derartig verletzt, dass sie ihren Beruf aufgeben mussten. Eine Sicherung durch die Niendorfer Polizei (PK 24) also in genügender Form nicht stattfindet.

Im Lichte dieser Ergebnisse ist die Schlussfolgerung des Rechtsanwaltes Barthol kennzeichnend, der - über seine bisherigen Ausführungen hinausgehend - behauptete:

"Weiterhin ist das merkwürdig, dass der Zeuge Dr. Schulte im Rahmen des Vorfalls mit keinem Wort gegenüber den Polizeibeamten[sic] geäußert hat, dass der Beklagte gegen den Pkw getreten habe. Im vorgerichtlichen Anspruchsschreiben der Prozessbevollmächtigten der Klägerin wurde zunächst von einem Tritt gegen das Fahrzeug der Klägerin gesprochen. Nunmehr soll der Beklagte mit dem Knie getreten haben. Bei dieser Art der Bestätigung hätte der Beklagte sich erheblich am Knie verletzen müssen, wenn er tatsächlich damit den Schaden verursacht hätte.

Beweis: Sachverständigengutachten.

Der Beklagte hat auch in der Aussage gegenüber der Polizei mit keinem Wort von irgendwelchen Schmerzen gesprochen[,] sondern lediglich davon, dass er ein Pfeifen in seinen Ohren hören würde. Ob er sich in ärztliche Behandlung begeben würde, wusste er noch nicht.

Bei dem Verhalten des Zeugen Dr. Schulte gegenüber dem Beklagten ist nicht auszuschließen, dass er selbst aus Wut den Schaden an dem Fahrzeug verursacht hat und nunmehr der Beklagte dafür haften soll."(Hervorh.v.m., B.S.)139

Kurz und knapp erwiderte der Anwalt Grau:

"Der Vortrag des Beklagten ist in weiten Teilen nicht entscheidungserheblich. Entgegenzutreten ist - der guten Ordnung halber - der Behauptung des Beklagten, der Zeuge Dr. Schulte habe gerufen "ich mach [S]die kalt". Dies entspricht nicht den Tatsachen.

Hinsichtlich des für die Klägerin geltendgemachten Schadensersatzanspruch kommt es hierauf allerdings nicht an. Zu dem Schaden verursachenden Tritt des Beklagten gegen den Pkw der Klägerin ist bereits in der Klageschrift hinreichend substantiiert vorgetragen worden. Entsprechender Beweisantritt für Schadensentstehung und Schadenshöhe ist durch die Klägerin geliefert worden.

Soweit der Beklagte in Abrede nehmen möchte, dass er gegen den Pkw der Klägerin getreten hat, so handelt es sich hierbei um eine reine Schutzbehauptung.

Der Beklagte trägt im übrigen diverse wahrheitswidrige, strafrechtlich relevante Behauptungen vor, die er auch bereits in dem von ihm zitierten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren vorgebracht hat. Die pauschal beantragte Beiziehung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakte ist im Zivilprozess unzulässig. Überdies ist zu den für den vorliegenden Rechtsstreit entscheidungserheblichen Tatsachen ausreichend substantiiert vorgetragen worden, so dass eine Beiziehung [der] staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakte auch nicht erforderlich wäre. (Hervorh.v.m., B.S.)"140

 

Psychologen, Sozialpsychiatrischer Dienst.

Inzwischen übermittelte Professor Ahrens die durchgeführten Tests, die er einem seiner Oberärzte zur Bewertung weitergegeben hatte. Er bedankte sich für die angebotene Honorierung und übermittelte das Ergebnis.141 Danach hatte die "Psychometrieauswertung" des Dr. Broszeit ein unbedenkliches Profil ergeben. Ich zeichne "ein positives männliches und sozial freundliches Selbstbild". Die "Selbsteinschätzungsergebnisse" lägen "im Normbereich". "In der Selbsteinschätzung" gebe "es keinen Anhalt für eine depressive Störung". Ich hatte Ahrens den Grund meines Ansinnens, diesen Test durchzuführen, nämlich das Vorgehen des Sozialpsychiatrischen Dienstes gegen mich, nicht mitgeteilt. Ich wünschte ein vorurteilfreies Zeugnis. Warum, das bestätigte sich im weiteren Verlauf. Broszeit machte sich auch sofort die völlig überflüssigen Gedanken, "in wie weit ich selbst an meiner gemachten Einschätzung" zweifeln würde, "und die Tests als Absicherung" ausführe.142 Dass ich in dieser Sache richtig vorgegangen war, sollte sich zeigen, als, durch die unverständliche Ablehnung des Soz.Psych.Dienstes/Ehlers bedingt, eine erweiterte gutachtliche Äußerung erstellt werden mußte. Ich informierte Ahrens darüber, wie über die Hintergründe des Überfalls, und wurde von ihm prompt, als ob er eine heiße Kartoffel anfassen solle, an einen weiteren Mitarbeiter "für strafrechtlich Relevantes" verwiesen. Mit diesem telefonierte ich zur Sache, erklärte erneut die Lage und wurde beschieden, dass dieser sich wieder melden werde. Was bis heute nicht geschah...

Da sich die Angelegenheit zu einem der Mehrfrontenkrieg auswuchs, musste sich der Anwalt Grau erneut mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst beim Bezirksamt Eimsbüttel auseinandersetzen. Er berichtete:

"In dieser Angelegenheit hatte ich heute Gelegenheit, umfassende Akteneinsicht beim Bestand des Bezirksamts Eimsbüttel zu nehmen und mir einen Aktenauszug zu fertigen. Zudem hatte ich ein vertrauliches Gespräch mit dem Leiter des sozial psychiatrischen Dienstes - Herrn Dr. Moskalez. Dr. Mokaletz teilte mir mit, dass der Vorgang routinemäßig von dem Polizeikommissariat 24 an der sozial psychiatrischen Dienst abgegeben wurde. Weiter teilte er mir mit, dass der bisher zur Akte gereichte ärztliche Untersuchungsbericht von Frau Dr. Eleonore Kranert nicht den Anforderungen des Psych KG entspricht. Ich habe ihm daraufhin das Gutachten "Psychometrieauswertung, Persönlichkeitstest PFI A1 und ADS-L. von Herrn Dr. Broszeit überreicht. Herr Dr. Broszeit ist beim sozialpsychiatrischen Dienst als angesehener Mediziner bekannt. Allerdings möchte Herr Dr. Moskalez noch einige ergänzende Fragen zum Gutachten von Dr. Broszeit beantwortet haben. Insofern habe ich mit Herrn Dr. Moskalez folgendes procedere vereinbart: Entsprechend Ihrer Instruktion würde Herrn Dr. Boszeit eine Entbindung von seiner ärztlichen Schweigepflicht erteilt, so dass der Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes direkt Rücksprache mit Herrn Dr. Broszeit nehmen kann. Alternativ würde ich Herrn Dr. Moskalez schriftlich auffordern, die von ihm benötigten Fragen schriftlich mitzuteilen, so dass Sie diese Ergänzungsfragen Herrn Dr. Broszeit mit der Bitte um Beantwortung vorlegen könnten. Denkbar ist letztlich auch, dass Sie selbst sich einem Gespräch mit Herrn Dr. Moskalez stellen, damit dieser die von ihm noch benötigten Antworten von Ihnen direkt erhalten kann. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Verfahren beim sozialpsychiatrischen Dienst relativ unproblematisch zum Abschluss gebracht werden kann."143

Meine Einschätzung entsprach der des Anwaltes keineswegs. Warum z.B. gelangte die Benachrichtigung vom PK 24 erst 10 Tage nach dem Vorfall - auf dem "Unteroffizier-Dienstweg" - an den Soz.psych.Dienst? Diese war datiert vom 27.8.2004. Am 16.August etwa war die Benachrichtigung der Staatsanwaltschaft beim PK 24 herausgegangen. Die Behauptung, das sei ein "automatischer" Vorgang, der "nichts Böswilliges" darstelle und "nicht vom Normalen" abweiche, erscheint klipp und klar als das, was er war: als Schutzbehauptung.144 Ich stand unter dem Eindruck von Erfahrungen einer Bekannten in Timmendorf, die, unter der Aufsicht des Neustädter Sozialpsychiatrischen Dienstes stehend, sich im Dezember 1994, infolge erfahrener Behandlung, in der Ostsee ertränkte. Aus diesem Grunde, und infolge weiterer, aus nächster Nähe beobachteter Vorgänge, entsandte ich unverzüglich Anwälte zum sozialpsychiatrischen Dienst Eimsbüttel, die, wie zum Beispiel der Anwalt Hinsch-Timm, keineswegs davon überzeugt waren, dass die Akenverschiebungen hinter den Kulissen zwischen PK 24 und Frau Ehlers rechtens gewesen waren. Hinsch-Timm und Grau war sogar zunächst widerrechtlich die gesetzlich verbriefte vollständige Akteneinsicht verwehrt worden. In diesem Stadium der Entwicklung erreichte mich die "Liquidation (für Herrn Dr. Broszeit) der Abteilung Professor Dr. Med. Dr. RER. SOC. Stephan Ahrens", vom 25. Februar. Ich zahlte für eine "gutachterl. Bescheinigung" und "Anwendung und Auswertung orientierender Testuntersuchungen (2x)" zusammen "€ 64,56".145

Grau teilte daraufhin Moskalez mit:

"Sie hatten nach Durchsicht dieser Psychometrieauswertung des Dr. G. Broszeit vom Asklepios Westklinikum Hamburg mitgeteilt, noch einige Fragen zu haben. Nach Rücksprache mit meinem Mandanten möchte ich Sie bitten, mir diese Fragen an Herrn Dr. G. Broszeit schriftlich aufzugeben. Sie werden dann durch meinen Mandanten Herrn Dr. G. Broszeit vorgelegt werden. Dieser wird sie schriftlich beantworten und wir werden Ihnen sodann diese Antworten zur Verfügung stellen".146

Dass sich der Anwalt Grau grundsätzlich in seiner Einschätzung der Lage geirrt hatte, kündigte sich mit dem Schreiben von Elsner an Grau vom 25.Februar an. Elsner schrieb unter Bruch der Absprache mit ihrem Vorgesetzten Moskalez:

"Aufgrund des uns vorliegen Polizeiberichtes vom August 2004 sind wir als zuständige Behörde verpflichtet zu untersuchen, ob bei Ihren Klienten eine psychische Krankheit vorliegt, die ihn selbst und/oder andere erheblich gefährdet. Die uns bisher vorliegenden Befunde beantworten diese Frage nicht. Laut § 7 HambgPsychKG kann diese Untersuchung auch ein Arzt für Psychiatrie der Wahl Ihres Klienten vornehmen. Dieser Arzt hat dann uns als zuständige Behörde unverzüglich darüber zu unterrichten, ob eine solche Krankheit vorliegt und ob gegebenenfalls ärztliche und/oder psychosoziale Maßnahmen angebracht sind. Wir erwarten die Antwort des Psychiaters der Wahl Ihres Klienten bis zum 15.3.2005".147

Was "Grau ritt", als er auf dieses Schreiben hin, das ärztliche Gutachten von Frau Kranert dem Sozialpsychiatrischen Dienst zuleitete, erscheint unerfindlich. Grau hätte zu diesem Zeitpunkt wissen müssen, dass die Behörde keinesfalls mit einem Kurzgutachten, das einen qualitativen Rückschritt bedeutete, einverstanden sein würde.148 Prompt antwortete Elsner, "da Frau Kranert keine Ärztin für Psychiatrie" sei, wären "die Anforderungen des HambgPsychKG leider nicht erfüllt". Das Verfahren sei "daher...nicht abgeschlossen" und die Behörde "erwarte[n] das Ergebnis der Untersuchung...durch einen Psychiater...bis nunmehr 24.3.2005".149

Dass Grau auf der mit Moskalez vereinbarten Linie blieb, geht daraus hervor, dass er mich am 2.März aufforderte, Dr. Broszeit um die Bestätigung zu bitten, dass in meinem Fall "keine psychische Krankheit" vorliege, die mich "selbst und/oder andere erheblich" gefährde. Grau forderte mich auf, "das Schreiben des Bezirksamts Eimsbüttel" Broszeit vorzulegen und diesen "um entsprechende gutachterliche Einlassung[en]" zu bitten.150

Der "Bescheid" der Frau Elsner, "Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst" zeigt, dass die Behörde, aus welchen Gründen auch immer, zwar verhandelt hatte, jedoch die am 22.März offengelegte Grundposition unverändert durchhielt. Die Absprachen mit dem Kollegen Moskalez brach nach außen Elsner bereitwillig und forderte "eine Untersuchung in der Sprechstunde des Gesundheitsamtes bis zum 15.April". Wieso dieser "Bescheid" an die Adresse des früheren Anwaltes Hinsch-Timm ging, bleibt unerfindlich. Sollte damit etwa eine Terminversäumnis meinerseits begünstigt werden? Zur Wahl gestellt war innerhalb der gesetzten Frist ein Arzt meiner Wahl mit abgeschlossener Weiterbildung auf psychiatrischen Gebiet. In der Begründung berief sich Elsner auf die Interpretation des Vorfalles vom 10.August, die der Polizist Windele-Jensen verfertigt hatte. Diese wurde ohne jede Prüfung übernommen und geschlossen:

"Dieses Verhalten lässt zumindest den Verdacht zu, dass Sie aufgrund einer psychischen Erkrankung so gehandelt haben. Das ist zu untersuchen und ihnen gegebenenfalls Hilfen anzubieten, ist Sinn des Gesetzes und die Aufgabe unserer Behörde. In diesem Fall ist darauf auch nicht darauf zu verzichten, da die körperliche Unversehrtheit möglicherweise betroffener Bürger/innen höher zu bewerten ist als ihre allgemeine Handlungsfreiheit" (Hervorh.v.m., B.S.).

Dass auf eine Einweisung in eine psychiatrische Nervenanstalt hingearbeitet wurde, ist damit offengelegt. Formal angeboten wurde der Klageweg beim Verwaltungsgericht Hamburg, Lübecker Tordamm 4, 20099 Hamburg".151 Dass es sich um einen regelrechten Schlagabtausch handelte, und anscheinend Frau Elsner ihrem Chef, Dr. Moskalez, den Fall inzwischen entzogen hatte, wurde deutlich, als der Anwalt, wohl noch unter dem Eindruck des "Bescheids" der Frau Elsner schrieb:

"Bitte beachten Sie, dass Sie aufgrund des Bescheides verpflichtet sind, bis spätestens zum 15.4.2005 eine Bescheinigung des Facharztes für Psychiatrie oder für Nervenheilkunde beizubringen, wonach dieser Sie ärztlich untersucht hat und danach bestätigt, dass Sie an keiner psychischen Krankheit leiden und keine Gew[f]ahr für sich und andere darstellen.

Die von uns vorgelegte Bescheinigung der Frau Dr. Kranert genügt leider nicht den gesetzlichen Erfordernissen, da Frau Dr. Kranert - laut Auskunft des Ärzteregisters der Hamburger Ärztekammer - nicht über eine Zusatzqualifikation als Fachärztin der Psychiatrie oder Nervenheilkunde verfügt.

Beigefügt erhalten Sie zudem ein Vollmachtformular für Ihre Vertretung gegenüber der Behörde mit der Bitte um Unterzeichnung und Rückgabe. Die Behörde ist nunmehr darauf verfallen, meine Vollmacht zu bestreiten, da wir seinerzeit lediglich eine Strafprozessvollmacht vorgelegt haben".(Hervorh.v.m., B.S.)152

Die Bemühungen des Anwaltes erwiesen sich damit letztendlich als gefährlich für meine Interessen. Diese für die anwaltlichen Bemühungen charakteristische Mischung aus Fehlbeurteilung und Unaufmerksamkeit, mündete in die Forderung eines weiteren Kostenvorschusses in Höhe von € 1.305,00.153 Im Fall der Rechnungen des Anwaltes Hinsch-Timm hatte Grau zumindest einen Vorteil von € 183,33 erwirtschaftet.154 Erst Mitte des Monats März 2005 kam es dafür zu einer Beschwerde eines meiner diensthabenden Anwälte auf den inzwischen abgewiesenen Einspruch gegen die eigenmächtige Beschlagnahme meines Führerscheins, durch den Polizisten Windele-Jensen, hin. Dieser rächte sich nämlich auf diese Art für die Anweisung seines Dienststellenleiters, mich, der ich in Niendorf bekannt bin, aus der schlechtgelüfteten Ausnüchterungszelle des PK 24 zu entlassen. Kurz und präzise beschrieb Grau darin die Vorgänge des 10.August und die im Verfahren zu erwartenden Maßnahmen des Gerichts. Er führte aus:

"Die Entziehung der Fahrerlaubnis des hiesigen Beschuldigten ist nicht zu erwarten. Angeklagt ist der Beschuldigte, weil er sich mit einer Schreckschusspistole aus einer bedrohlichen Situation zu befreien hatte, in der der Zeuge Philipp Bleuß wutentbrannt auf ihn zustürmte und durch einen Tritt gegen den Pkw des hiesigen Beschuldigten einen Sachschaden verursachte. Ein Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges im Sinne von § 69 StGB ist nicht gegeben. Überdies wird das gegen den hiesigen Beschuldigten geführte Strafverfahren ergeben, der sich hiesige Beschuldigte jedenfalls in einer Notwehrsituation handelte und insofern seine Handlungen gerechtfertigt waren.

Weder im Bundeszentralregister noch im Verkehrszentralregister bestehen irgendwelche Einträge zur Person des hiesigen Beschuldigten." (Hervorh.v.m., B.S.)155

Weiter teilte Grau am selben Tage, gleichfalls erstmals dem Amtsgericht Hamburg mit, es lägen "zwischenzeitliche Erkenntnisse" vor,

"wonach der Zeuge Philipp Bleuß bereits wegen Urkundenfälschung, Beleidigung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeuges, Raubes und schweren Raubes einschlägig in Erscheinung getreten"

sei. Grau regte deshalb dringend an,

"dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen in Richtung des hiesigen Zeugen Philipp Bleuss anstellt. Soweit sich der Ermittlungsakte entnehmen lässt, sind in dieser Richtung bisher keine Ermittlungen durchgeführt worden. Wie bereits vom Vorverteidiger mit Schriftsatz vom 19.10.2004 dargelegt, war der Zeuge[n] Bleuss wutentbrannt auf den hiesigen Beschuldigten zugestürmt, hatte ihn angeschrieen und sodann einen gezielten Tritt gegen den hinteren Bereich der Fahrertür bzw. den linken Kotflügel[s] des von dem hiesigen Beschuldigten geführten PKWs ausgeführt. Hierbei hatte sich der Zeuge Bleuß in bedrohlicher Manier quasi kampfbereit vor dem hiesigen Beschuldigten aufgebaut, sodass davon auszugehen ist, dass sich der hiesige Beschuldigte in einer Notwehrsituation befand, als er, um sich aus der bedrohlichen Situation zu befreien, zu der in dem von ihm geführten PKW befindlichen Schreckschusspistole griff und diese abfeuerte" (Hervorh.v.m., B.S.).156

Da ich in der Sache nichts mehr von dem Psychologen Ahrens hörte, ergriff ich Anfang des Monats April die Initiative, dem mir gut bekannten Professor zu schreiben. Der "Vorfall", welchen ich ihm mitgeteilt hätte, sei von mir "zunächst für weniger brisant gehalten" worden. "Erst über meinen Anwalt" hätte "ich erfahren, welches Ausmaß die Angelegenheit annehmen könnte". Das "Gutachten von Herrn Broszeit" hätte "ich meinem Anwalt zur Verfügung gestellt. Dieses würde vom Soz. Psych. Dienst anerkannt und um den Zusatz gebeten, ich stell[t]e keine Gefahr für mich oder für andere dar". Zart wies ich darauf hin, dass ich Ahrens zwischenzeitlich nicht mehr habe erreichen können. Ich schrieb:

"Da ich Dich erst sehr viel später erreichen konnte (Urlaub/Krankheit) erhielt die Sache weitere Dringlichkeit".

Ich hatte nämlich zwischenzeitlich seine Frau und zu erreichen versucht und fuhr fort:

"In unserem Telefonat war ich letztlich erstaunt, dass Du mich an einen Dritten, Herrn [Professor] Stark verwiesest. Ich habe das auf Deine Grippe zurückgeführt. Herr Stark wusste bei meinem folgenden Anruf von nichts, versprach jedoch, sich mit Dir in Verbindung zu setzen und sich wieder bei mir zu melden. Das trat jedoch bis heute nicht ein".

Ich schloss:

"Zu Deiner Information: ich bin weder vorbestraft, noch habe ich ein Punktekonto in Flensburg. Ich bitte Dich somit, da viel Zeit inzwischen verging, um die schnelle Übersendung des o.e. Zusatzes zu der vorliegenden gutachtlichen Äußerung".157

Ahrens antwortete äußerst feingliedrig, "die Testauswertungen" hätten "insgesamt keinen Hinweis für das Vorliegen von Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung" ergeben. Doch seien "diese Tests...nicht so ausgelegt, dass sie eine solche Dimension umfassend" abbildeten, "sodass im Bedarfsfall eine ausführliche psy­chia­trische Untersuchung von einem entsprechend ausgewiesenen Fachmann erfolgen" solle. Damit genügte Ahrens einerseits seinem voraufgegangenen Urteil, spielte andererseits jedoch, wie das bisherige Bestreben gewesen war, den Ball zurück, und damit in die Hände des Soz. Psych. Dienstes, in welche ich - aus gutem Grunde - eben gerade nicht fallen wollte; was der Auslöser für meinen Schritt in die Niederungen der Hamburger psychologischen Einrichtungen gewesen war.158

Ganz im Stile des bisher Geschilderten äußerte sich die Staatsanwaltschaft Hamburg, Ende des Monats März, zu der Strafanzeige des Anwaltes Grau gegen den Angreifer Bleuß. Es wurde behauptet, "das Ermittlungsverfahren" habe "gemäß § 172 II stopp" eingestellt werden müssen,

"da dem Beschuldigten die ihm zur Last gelegten Taten nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit"

hätten "nachgewiesen werden" können. Es hatte offensichtlich genügt, dass "der Beschuldigte...über seinen Verteidiger die Tatvorwürfe" bestritt "und vortragen" ließ,

"die...Schilderung seiner Fahrweise treffe nicht zu; namentlich habe er, der im übrigen einen PKW BMW der 5er-Klasse, nicht - wie in [der] Ihrer Anzeige beschrieben - einen solchen der 3er-Klasse gefahren habe, zu keinem Zeitpunkt durch ein unberechtigtes Bremsmanöver"

mich "veranlasst, [m]sein Fahrzeug ebenfalls abzubremsen; auch habe er nicht gegen das Fahrzeug...getreten oder dieses in sonstiger Weise beschädigt" (Hervorh.v.m., B.S.). Der Staatsanwalt Kappel zog, sich - ohne offensichtlich überhaupt weiter ermittelt zu haben - darauf zurück, "mithin" stünden

"sich die [meine]Angaben...und die Einlassungen des Beschuldigten gegenüber, ohne dass Anhaltspunkte gegeben sind, anhand derer - ohne das Hinzutreten weiterer Beweismittel - beurteilt werden könnte, welche der beiden Sachverhaltsdarstellungen den Tatsachen entspricht".

Das entsprach durchaus den Tatsachen, denn im Verbund hatten, in seltener Eintracht, meine Anwälte (Benoit, Hinsch-Timm und Grau), das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft es versäumt, die von vornherein von mir geforderte Einsicht in die Bänder der Überwachungskameras, im Verlauf der Kollaustraße und am Niendorfer Marktplatz, überhaupt in Erwägung zu ziehen. Nun, so erklärte mir mein Anwalt, seien die Videobänder aus dem August bereits gelöscht. Hinsch-Timm hatte ganz darauf gesetzt, und deshalb den Verkehrsfall Beschädigung vernachlässigt, um die Staatsanwaltschaft im Strafprozesstermin auf versäumte Ermittlungen festzulegen.159 Darüber hinaus wurde von jeglicher Einvernahme und Gegenüberstellung von vornherein abgesehen und frischweg behauptet, "bei dieser Beweislage" sei "nicht mit einer Verurteilung des Beschuldigten zu rechnen". Daher sei "das Verfahren einzustellen". Eine Methode, die der in Hamburg gängigen entspricht, wie ich in ca. zwanzig Strafanzeigen aus allen Lebensbereichen zwischen 1997 und 2003 getestet habe. Die Staatsanwaltschaft hat große Papierkörbe, versteht Sachverhalte nicht und "wimmelt" diese ab. Dieses Verfahren, hier im Fall Bleuß, kontrastiert auffallend zur geradezu unverrückbar manisch geführten Untersuchung gegen mich. Grau antwortete mit der Bitte um Aktenansicht.160

 

Hypothese: Wolfsburg und Ingolstadt?

Im Zuge der parallel ablaufenden Niederschrift von "Armagedddon des Kommunismus", konzentrierte sich mein Interesse zunehmend auf die Drahtzieher in Wolfsburg, die bei Volkswagen die Schritte gegenüber der DDR in den Jahren 1983-87 koordiniert hatten. Aus Erkenntnissen, die sich aus den bereits vorliegenden Akten des MfS ergaben, resultierte mein erneutes Begehren gegenüber der Birthler Behörde, weiteres Material erschlossen zu erhalten. Ich schrieb an den damaligen Sachbearbeiter meines Forschungsantrages Höhn. Zunächst dankte "für die Zusendung der Akten aus den Vorgängen Köhler ["rechte Hand" Dr. Hahn für das Ostgeschäft] und Herkner" und bestätigte den Fund des in der IM-Akte Herkner "entdeckten Schlüsseldokument[s]", das mir die Vertreter von VW und Audi, Grieger und Franck, im Jahr 2004 nicht zugänglich gemacht hatten. Ich bat hieraufhin um weitere Informationen zu:

"- Anton Konrad (8.5.1937, Pressechef VW/ und rechte Hand Dr. Carl H. Hahn),

- Dr. Bernd Wiersch (bekannt. Chefarchivar VW),

- Dr.Wolfgang Habbel (Vorstandsvorsitzender Audi AG),

- Höland (14.5.1923/Pforzheim, rechte Hand von Habbel/Audi),

- Heinrich Ulmer (Justitiar AUDI AG und Geschäftsführer Auto Union GmbH)"

Diese bildeten nach meiner Überzeugung

"die Zentralfiguren im Zusammenhang meines Auftrages für die AUDI AG, die Akten der Auto Union aus Dresden zu erschließen, und damit die Darstellung der zentralen und Ausgangsfrage meiner Darstellung in "Die Brutale Freundschaft. Volkswagen AG und DDR, 1983-1990"."(Hervorh.v.m., B.S.)

Ergänzend fügte ich die Bitte an, nach der IM-Akte von "Dr. Carl H. Hahn (Vorstandsvorsitzender VW AG)" zu forschen, der "die Zentralfigur hinter den Kulissen" gewesen sei. Als Arbeitshypothese ergänzte ich:

"Die IM-Aktion (so diese denn existieren) möchte ich - wie bereits ausgeführt - auf Äußerungen und Einflüsse zu oder auf mein unternehmensgeschichtliches Projekt zur Geschichte der Audi AG (AUDI, DKW, HORCH, WANDERER, NSU/1983-1987) hin überprüft wissen."161

Auch meine Versuche, den Nachlass des damaligen Verbündeten bei Audi, Rudolf Urban, zu finden, liefen weiter. Dieter Scharnagl, eine "ehrliche Haut", und in der Audi-Motorpresse für Sport zuständig, vermittelte mir die Spur zu Sepp Greger, einen früheren DKW und Audihändler in München, bei dem Urban sich seine ersten journalistischen "Sporen" verdient hatte. Ich übermittelte ihm den damaligen Stand meiner Erkenntnisse:

"Die Darstellung der Jahre 1983/87 mit Audi wird eine Innenansicht der Führungsabläufe um den Traditionsfilm. Die Hintergründe zu meinem Auftrag in der DDR sind äußerst verwickelt. Offenkundig trafen sich das "Interesse" Dr. Habbel/Höland und Dr. Wiersch/Dr. Hahn in der Abriegelung der Auto Union Akten mir gegenüber und zugunsten der Zusammenarbeit mit Kirchberg. Dass Kirchberg[s] Interessen in Richtung Westen liefen, war dem MfS seit langem suspekt. Dass er im Zuge der Gelder aus der VW- und Audi-Schatulle für Expertisen dann bis zum Professor der DDR avancierte, mag dahingestellt bleiben. Dass er dazu seine IM-Beziehungen nach innen und außen rigoros einsetzte[,] steht allerdings auf einem heute sehr aufschlussreichen Blatt."162

Auch zu Frau Knüppel, der Vorstandsekretärin Habbels 1985, suchte ich den Bogen zu schlagen, da diese in ihrer offenen Sprache, zum Beispiel zu Grosse-Leege ("Wenn der morgens "Guten Morgen" gewünscht hat, dann hat er schon das erste Mal gelogen"), eine überaus interessante Gesprächspartnerin gewesen war. Doch verstand sich diese nicht dazu, zu sprechen, da sie noch mit Audi in Beziehung stehe. Um die Lauterkeit meines Unternehmens zu unterstreichen, betonte ich die besondere Bedeutung Rudolf Urbans für meine Darstellung und mein Interesse, übergreifende Bezüge in der Untersuchung zu betonen. Ich schrieb Ende des Monats März:

"Mein Buch...behandelt, vor dem Hintergrund der Arbeit an dem Audi-Traditionsfilm "Audi-Mobil. Fortschritt im Wandel Zeit" (zu "100 Jahre Automobil"/ 1986) die wirtschaftlichen Beziehungen der Volkswagen AG zur DDR (einschließlich der Gründe für das Ende der DDR). Die Rolle des IM./MfS Kirchberg bildet hier eher Anlass, denn zentralen Gegenstand, der Untersuchung. Dagegen aber schon mein Bestreben, Rudolf Urbans Anteil am Entstehen der Audi-Unternehmensgeschichte hervorzuheben.

Der politisch-strategische "Überbau der 80 der Jahre - Reagans Hochrüstungspolitik gegenüber der UdSSR, der "NATO-Doppelbeschluß" und die Kontakte F.- J. Strauß" mit Schalk-Golodkowsky, Andropow und Kardinal Glemp - stehen in direkten Zusammenhang mit den o.e. Vorgängen, die ohne diesen Überbau - und die Einordnung des Kleinen im Großen - nicht zu verstehen sind." (Hervoh.v.m., B.S.)163

 

Hauptkriegschauplatz: Sozialpsychiatrischer Dienst.

Doch diese Bemühungen bildeten lediglich Scheingefechte auf einem Nebenkriegsschauplatz, gemessen an der Bedeutung von Untersuchung und Gutachtachten, die, auf Verlangen des sozialpsychiatrischen Dienstes, gleichzeitig von der "Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie" Dr. Meyer-Hardting durchgeführt und erstellt wurden. Diese erstellte auf Verlangen des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Bezirksamtes Eimsbüttel, Frau Elsner, eine "nervenärztliche gutachtliche Stellungnahme". Es ging darum, zu prüfen, ob ich - "aufgrund einer psychischen Krankheit" - mich "selbst oder andere gefährden[t]" würde. Frau Meier-Hardting schilderte den Vorgang, der zum Auslöser dieser Untersuchung gemacht worden war, zutreffend. Sie führte aus, "am 10.8.2004" sei ich "überfallen worden". Ich sei in meinem "offenen PKW von einem anderen Pkw bedrängt und ausgebremst worden. Der Fahrer des anderen Fahrzeugs sei aus dem Auto gesprungen und habe" mich "schlagen wollen". Dieser "habe gegen die Tür m[s]eines PKW getreten, so dass" ich mein

"Auto nicht habe verlassen können. Daraufhin hätte ich "den Gasrevolver m[s]einer Ehefrau aus dem rechten Türfach ergriffen und einmal in die Luft geschossen. Daraufhin sei"

der "Angreifer zurückgewichen". Ich hätte

"dann das Auto verlassen, zweimal auf die Erde geschossen. Schließlich m[s]eine Videokamera vom Beifahrersitz genommen und diese auf den Angreifer gerichtet. Dieser habe sich dann zurückgezogen. Zwischenzeitlich habe ein Taxi hinter"

mir "angehalten", ich hätte "den Fahrer um Benachrichtigung der Polizei gebeten, die auch eingetroffen sei. Man habe dann" aber mich "verhaftet und mitgenommen und" mir "u.a. m[s]einen Führerschein abgenommen".

Frau Meyer-Hardting bezeichnete meine Schilderung der Ereignisse "am 10.8.04" als "folgerichtig und nachvollziehbar", beschrieb mich als "freundlich, zugewandt, äußerlich gepflegt" und "in allen Qualitäten voll orientiert". Sie erkannte "keine Störungen", im EEG-Befund sah sie "keine Hinweise "für eine Allgemeinveränderung oder für epilepsietypische Muster". Insgesamt wies sie darauf hin, dass es keinen "Anhalt für eine psychotische Störung, eine Persönlichkeitsstörung oder eine organische Hirnerkrankung" gebe, die, entsprechend der Behauptung des Polizisten Windele-Jensen des PK 24 (Niendorf), die sich Frau Elsner zueigen gemacht hatte, zu einem mich "selbst oder andere gefährdenden Verhalten führen" könne.164

Der Anwalt Grau gelangte am folgenden Tage zu der Einschätzung, das Verwaltungsverfahren beim Bezirksamt Eimsbüttel werde "nunmehr kurzfristig seinen Abschluss finden". Weiter habe er in "die Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren gegen ...Bleuß" Einsicht genommen. Erneut hatte der sozialpsychiatrische Dienst beim Bezirksamt Eimsbüttel eine "unterschriebenen Vollmacht für das Verwaltungsverfahren" nachgesucht.165

 

Prozeß gegen Bleuß verschleppt.

Die Akteneinsicht ergibt, dass die Anklageschrift durch die Oberstaatsanwältin Wulf verfasst und am 10.12.2004 expediert worden war. Diese berief sich als "Beweismittel" auf die, durch den Polizisten Windele-Jensen, diktierten Aussagen des Angreifers Bleuß und des Manfred Christiansen, der jedoch nicht am Ort anwesend gewesen war, sondern lediglich einer seiner Fahrer, ein südländisch aussehender jüngerer und kleiner Mann, wie sich jüngst herausstellt. Dass die Staatsanwaltschaft im Fall der Sachbeschädigung an meinem Wagen weder Christiansen noch Bleuß persönlich einvernahm, sondern den Taxichauffeur sich telefonisch melden und lediglich ein kurzgefasste Statement zu Protokoll geben ließ, zeigt wie wenig intensiv erneut von Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt wurde.166

Jedenfalls ergab sich bei der Vernehmung Christiansens, dass dieser vom tatsächlichen Hergang offensichtlich nichts mitbekommen hatte. Und dies ganz im Gegensatz zu der ersten Aussage, die der Polizist Windele-Jensen aufgenommen hatte. Bleuß rief auf Anforderung an und "wollte sich die Sache noch einmal überlegen und ...dann zur Kenntnis geben". Schließlich teilte er der Polizei mit, "dass er sich in dieser Sache anwaltlich vertreten" lasse. Dies war am 10.Januar 2005. Der Vorgang wurde daraufhin, "nach Eingang der anwaltlichen Schutzschrift...an die St[aats]A[nwaltschaft] Hamburg zurück gegeben".167

Erst nach Einsichtnahme in die Ermittlungsakte äußerte sich der Anwalt Barthol am 7.2.2005. Dieser räumte ein, es könne sich um ein anderes Fahrzeug gehandelt haben, das die riskanten Fahrmanöver im Verlauf der Kollaustraße vollführt habe. Wie sollte dann aber Bleuß an die Kreuzung in Höhe der HEM-Tankstelle gelangt sein? Auch hätte ich Ihn ständig gefilmt, was nicht stattfand. Warum war Bleuß nicht auf dem Abbieger Kollaustrasse initiativ geworden und ausgestiegen? Warum wählte er stattdessen die schattige, unübersichtliche Seitenstrasse? Weiter sei die Kamera ständig auf Bleuß gerichtet worden, was ebenfalls nicht stattfand. Erst nach erneutem Ausbremsen und dem Davonbrausen des BMW wurde die Kamera eingesetzt. Das wiederum konnte Bleuß nicht registrieren und damit hatte seine Blockade der Groß-Borsteler-Straße offensichtlich andere Beweggründe.168

 

Staatsanwaltschaft und Gericht einig.

Wie dicht die Erwägungen des Bleußchen Anwaltes und jene der Staatsanwaltschaft beieinander lagen zeigt die Erwiderung des Anwaltes Grau auf den Einstellungsbescheid zum Ermittlungsverfahren gegen den Angreifer. Grau stellte hier konzentriert die meinerseits gesammelten Erkenntnisse zu Bleuß, dem Kronzeugen der Staatsanwaltschaft, zusammen. Der Anwalt schrieb an den Staatsanwalt Kappel:

"Nach Einsicht in die Ermittlungsakte sind erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Einlassungen des Beschuldigten und an der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten selbst anzumelden. Der Bundeszentralregisterauszug für den Beschuldigten weist diverse einschlägige Eintragungen auf. So ist der Beschuldigte wegen Urkundenfälschung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort vorbestraft. Wegen schweren Raubes, Raubes, unbefugten Gebrauchs eines Kraftfahrzeugs und Beleidigung wurde gegen ihn ermittelt. Alle diese Verfahren liegen noch nicht allzu lange zurück, so dass sich die hier ermittlungsgegenständlichen Vorwürfe sowohl inhaltlich als auch historisch nahtlos

in den "track record" eines durchaus gewaltbereiten, jedenfalls aber mit mangelndem Unrechtsbewusstsein versehenen Beschuldigten einbetten. Die hieraus resultierenden Glaubwürdigkeitsdefizite in der Person Bleuß lassen sich nur im Rahmen einer öffentlichen Hauptverhandlung überprüfen.

Demgegenüber steht die Aussage meines Mandanten, dessen Bundeszentralregisterauszug - ebenso wie der Verkehrszentralregisterauszug - keinerlei Eintragungen aufweist. Im Verlauf des verfahrensgegenständlichen Geschehens musste mein Mandant - wie dargelegt - zu einer Schreckschusspistole greifen, um sich der ungestümen Angriffe des Beschuldigten zu erwehren. Es hat sich insofern ein unbescholtener Bürger mit zulässigen Mitteln gegen den rechtswidrigen Angriff eines einschlägig Vorbestraften zur Wehr gesetzt."

Grau forderte,

"die Gewichtung und Wertigkeit der sich gegenüberstehenden Aussagen des Beschuldigten und meines Mandanten überprüfen. Es liegt der dringende Verdacht nahe, dass es sich bei den Einlassungen des Beschuldigten um bloße Schutzbehauptungen handelt.

Der Beschuldigte trat aber nicht nur gegen den von meinem Mandanten geführten Pkw und verursachte dabei den dargelegten Sachschaden, er hinderte meinen Mandanten auch am Aussteigen aus dem Auto und quetschte hierbei den bereits aus der halbgeöffneten Tür ragenden Knöchel meines Mandanten. Zu diesem - ebenfalls den Tatbestand der Nötigung erfüllen - Sachverhalt hat der Zeuge Christiansen sich bisher nicht eingelassen. Ohnehin wurde dieser Zeuge - soweit aus der Akte ersichtlich - bisher lediglich nur einmal nach Eintreffen der Polizei am 10.8.2004 zwischen 14:45 und 15:00 Uhr in der Großborsteler Str. und am 3.1.2005 kurz telefonisch vernommen. Die hierbei von der Polizei protokollierten Aussagen divergieren stark. Einerseits will der Zeuge Christiansen gesehen haben, wie der Fahrer des BMW - der Beschuldigte Bleuß - zunächst zur Fahrerseite des Mercedes gegangen ist. Andererseits stellt der Zeuge Christiansen es so dar, daß beide Fahrer gleichzeitig ausgestiegen und aufeinander losgegangen sind. Auch diese Widersprüchlichkeiten in der Aussage des Zeugen Christiansen lassen sich nur im Rahmen einer öffentlichen Hauptverhandlung aufklären.

Im übrigen hat der hiesige Verteidiger des Beschuldigten im Rahmen der mündlichen Verhandlung am 14.4.2005 in der parallel vor dem Amtsgericht[s] Hamburg anhängigen Zivilsache als dortiger Prozessbevollmächtigter eingeräumt, mehrfach mit dem Zeugen Christiansen telefonischen Kontakt aufgenommen zu haben. Es ist daher nicht auszuschließen, dass der Zeuge Christiansen sich durch die Anrufe des Verteidigers des Beschuldigten in seinem Aussageverhalten hat beeinflussen lassen. Auch dies ließe sich nur im Rahmen einer öffentlichen Hauptverhandlung befriedigend klären.

Offensichtlich ist bislang auch seitens der Ermittlungsbehörden nicht der Versuch unternommen worden, den Fahrer des Linienbusses des HVV zu ermitteln, der auf dem von meinem Mandanten unmittelbarer Nähe der Geschehnisse stehen esse am 10.8.2004 als Augenzeuge angesehen werden und dürfte über die Hamburger Verkehrsbetriebe unschwer zu ermitteln sein. Eine Kopie des besagten Videobandes befindet sich bei der Staatsanwaltschaft Hamburg geführten Personalakte 2350 Js 365/04.

Nach alledem dürfte hinreichende Veranlassung zur Erhebung der öffentlichen Klage gegen den Beschuldigten bestehen. Jedenfalls sind weitere Ermittlungen gegen den Beschuldigten angezeigt." (Hervorh.v.m., B.S.)169

Anstelle einer angemessenen Reaktion auf diese Einlassungen des Rechtsanwaltes Grau, erhielt ich den ablehnenden Beschluss des Landgerichts Hamburg auf meine Beschwerde gegen die vorläufige Beschlagnahme des Führerscheins im August 2004 und den dazugehörigen Beschluss Amtsgericht vom 20.10.2004. Die erneute Ablehnung wurde ganz auf eine Konfliktsituation im Straßenverkehr gestellt, die durch vorgebliche Provokationen und Reaktionen zweier Kontrahenten und meine, in diesem Zusammenhang erwiesene, Unfähigkeit zur "Teilnahme am Straßenverkehr mit Kraftfahrzeugen" charakterisiert gewesen sei.170

Bereits die Diktion des Beschlusses zeigt, angesichts der eingeengten Betrachtungsweise und der nicht gestellten Fragen, wie weitab von jeglicher Realität die Betrachtung des Gerichts verharrte. Wieder werden die durch den Polizisten Wendele-Jensen, am Tage des Überfalls, diktierten Aussagen des Angreifers Bleuß und die des diesem nahestehenden Angestellten von Christiansen als alleinige Grundlage für die Betrachtungen des Gerichts gewählt. Überdies wird Bleuß" Verhalten als nachgerade zeitlupenartig beschrieben. So etwa "begibt" sich denn der Zeuge aus seinem PKW "zu dem Angeschuldigten", so "dauert" die Auseinandersetzung "an" und so verliert die Kernargumentation jegliche Logik, wenn mir - begründet durch mein Aussteigenden aus dem Fahrzeug - daraus "ein Strick gedreht" wird, dies sei nämlich mein Versuch gewesen, die "Konfrontation" fortzusetzen. Es wird demnach vom Gericht behauptet, es habe sich bereits zuvor um eine von beiden Seiten geführte Auseinandersetzung gehandelt. Allerdings wird, in grober Verdrehung der Tatsachen, diese als ausschliesslich von mir ausgehend, zur Last gelegt. Ich hätte das von mir "behauptete aggressive Verhalten des Zeugen Bleuß provoziert" und sei dadurch einer "Notwehrsituation" verlustig gegangen. Soll der Staatsbürger etwa seinen Besitz (hier seinen PKW) nicht schützen dürfen? Hatte nicht Bleuß durch seinen Tritt gegen mein Fahrzeug seine Absichten überdeutlich werden lassen? Soll ich mich, durch Verletzungen der Schulter und Rücken gehandikapt, mit jeglicher aggressiver Figur auf der Strasse mit Fäusten schlagen? Was hat das Gerede staatlicher Stellen vom couragierten Bürger neuer Prägung vor diesem Hintergrund überhaupt noch an Gewicht? Warum finden die Regelverletzungen des Angreifers keinerlei Berücksichtigung? Andererseits wird natürlich auf die, von Seiten Windele-Jensens und des Polizeiteams, qua Behauptung, in die Welt gesetzte Legende, ich hätte nicht gewusst, dass es sich um eine Schreckschusspistole gehandelt habe, und ich hätte bewusst in die Richtung des Rückens des Angreifers Bleuß geschossen, als dieser weggelaufen sei, diente bereitwillig nun dem Herrn des Gerichtes als Argument, meine Beschwerde zurückzuweisen. Einäugigkeit, vorgefasste Meinung, wie nichtangestellte Ermittlungen, kennzeichnen so erneut das Verfahren der juristisch/polizeilichen Stellen .171

Inzwischen fand ein erster Termin gegen Bleuß, im Fall der Beschädigung des von mir gefahrenen PKW statt. An diesem nahmen der Beschuldigte und dessen Vertreter sowie mein Anwalt Grau teil. Näheres über den Ablauf wurde nicht bekannt. Bleuß stellte "in Abrede, gegen den PKW getreten zu haben". Für den Juni 2005 wurde eine weitere Verhandlung anberaumt, an der ich und auch der "Zeuge" Christiansen teilnehmen sollten.172 Von entscheidenderer Bedeutung war unter Umständen ein weiterer Sonnenstrahl im Dickicht der juristischen Verfahren. Von Beate Elsner (SozPsychDienst) kam die Bestätigung des Einganges "der nervenärztlich-gutachterlichen Stellungnahme von Frau Dr. Meyer-Hardting". Der entscheidende Satz lautete: "Damit hat sich die Angelegenheit für unsere Dienststelle erledigt".173 Weiter kündigte der zuständige Staatsanwalt Ende des Monats April an, "das Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten Philipp Rouven Bleuß" werde "wieder aufgenommen".174

Am 17.Mai wurde Grau erneut beim Amtsgericht Hamburg tätig und forderte dieses auf, die "zeitnahe Anberaumung eines Hauptverhandlungstermins" nicht zu versäumen. Der Anwalt schrieb:

"Der bisher weder strafrechtlich noch verkehrsordnungswidrigkeitsrechtlich in irgendeiner Weise in Erscheinung getretene Angeschuldigte muss aufgrund dieses Verfahrens auf seine Fahrerlaubnis verzichten. Hieraus entstehen ihm erhebliche Nachteile im beruflichen und im privaten Bereich".175

Kennzeichnend für den übergreifenden Zusammenhang, in welchem diese Wirkungen zustande kamen, ist die Meldung der Bild-Zeitung vom 19.2.2005, die ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe kolportierte, das entschied, "Ermittlungen bei Führerscheinentzug müssen mit besonderer Beschleunigung geführt werden." Was immer das im deutschen Gerichtswesen dann bedeuten mag.176 Die Amtsrichterin Heydeck verfügte daraufhin am 25.Mai die Eröffnung des Hauptverfahrens. Es wurde kennzeichnenderweise ausschließlich auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 10.12.2004 rekurriert; demnach keinerlei weitere Entwicklung in dem Verfahren gegen den Angreifer Bleuß herangezogen.177 Parallel wurde der Termin in der Verkehrsache gegen den Angreifer vom 9.Juni auf den 30.Juni umgelegt.178 Am 30.Mai ging der Beschluss der Richterin Küper, vom 14.April, bei Grau ein, die Klage gegen Bleuß zu verhandeln. Die bedeutende Dauer von anderthalb Monaten, zwischen Ausfertigung und Zustellung des Dokumentes, spricht für sich.179 Erneut wurde der Termin in der PKW-Sache verlegt. Nunmehr auf den 14.Juli.180 Doch wiederum lud zu dieser Sache am 15.Juni die Richterin Küper auf den 25.August um.181

 

Bleuß" kriminelles Vorleben.

Barthol, inzwischen zu Bleuß" Vorleben durch Graus Einlassungen wach gemacht, erwiderte hinsichtlich des kriminellen Vorlebens seines Mandanten, "was die Behauptung des Beklagtenvertreters [Barthol verwechselt hier die Rollen] in der mündlichen Verhandlung" betreffe,

"dass die Eintragung im Bundeszentralregister für den Beklagten einschlägige Vorstrafenermittlungsverfahren aufweisen, die auf eine Gewaltbereitschaft [des Bleuß] schließen"

ließen, müsse sich "der Beklagte fragen, wie der Kläger auf eine solche Behauptung" komme. "Eingetragen" sei

"im Bundeszentralregister lediglich eine Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort aus dem Jahre 1998 sowie wegen Urkundenfälschung aus dem Jahre 2003. Was diese Eintragungen mit Gewaltbereitschaft zu tun" (Hervorh.v.m., B.S.)

hätten, bleibe "das Geheimnis der Klägerin".182 "Raub" und "schweren Raub" hatte Barthol natürlich zu erwähnen "vergessen". Das sollte bis zur Verhandlung auch so bleiben. Jedenfalls bestätigte hiermit der Vertreter der Gegenseite seinerseits, mit welcher Couleur von Angreifer ich es zu tun gehabt hatte.

 

Führerscheinentzug und Entwürdigung.

Auf Teile der Argumentation Barthols ging der Anwalt Grau in einer erneuten Beschwerde gegen die nunmehr nahezu zwölfmonatige Einbehaltung meines Führerscheins ein. Er schrieb unter anderem am 19.Juli an das Amtsgericht Hamburg, mir sei die Ausübung meiner "freiberuflichen publizistischen Tätigkeit" dadurch verwehrt, weiter sei meine Mitarbeit in der Firma meiner Lebensgefährtin ausgefallen, was zu entsprechenden schädlichen Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf geführt habe, und schließlich setzte Grau meine durchweg saubere Vergangenheit, gegen die kriminell einschlägige des Angreifers positiv ab. Der Anwalt schrieb unter anderem zum Duktus der Rechtsprechung des BGH, "die strafgerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis wegen charakterlicher Ungeeignetheit" sei "bei Taten im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs" dahin beschrieben,

"dass die Anlasstat tragfähige Rückschlüsse darauf zulasse, dass der Täter bereit sei, die Sicherheit des Straßenverkehrs seinen eigenen kriminellen Interessen unterzuordnen." (Hervorh.v.m., B.S.)

Allerdings machte sich Grau, im weiteren Verlauf seiner Argumentation, einer wesentlichen Fehldeutung schuldig. Er bezeichnete "die "Anlasstat"" im Sinne "dieser Rechtsprechung" mit der Tatsache als gegeben, dass ich meinem "stehenden Fahrzeug entstiegen" sei "und im Rahmen einer Auseinandersetzung mit dem Zeugen Bleuß - der ebenfalls seinen stehenden Fahrzeug entstiegen war - Schüsse aus einer Schreckschusspistole" abzugeben, um mich "dessen ungestümen Angriffs zu erwehren". Dies traf insofern nicht zu, als der erste Schuss im Liegen aus meinem Fahrzeug in die Luft erfolgte, und es erst danach gelang, die durch Bleuß mit Fußtritten blockierte Fahrertür vollends zu öffnen und das Fahrzeug darauf zu verlassen. Es traf zu, wie Grau erneut ausführte, "dass der Zeuge Bleuß bei der Staatsanwaltschaft Hamburg kein Unbekannter" sei, und es dementsprechend als folgerichtig erscheint, wenn er weiter ausführt, dass "allerdings beim Unterzeichner bislang keinerlei Zweifel an der Richtigkeit der Darstellung" seines Mandanten bestehen könne. Des Weiteren berührt Grau, aus welchen Gründen auch immer die durch den Senatspräsidenten sachfremde Zuteilung des Verfahrens an eine Verkehrs- (und vormalige Familen-) Richterin erfolgte. Der Anwalt schreibt:

"Es sind also im vorliegenden Fall keinerlei verkehrsspezifische Straftaten angeklagt. Eine Bereitschaft meines Mandanten, die Sicherheit des Straßenverkehrs seinen kriminellen Interessen unterzuordnen, ist nicht ersichtlich. Mein Mandant hegt schlechterdings keine kriminellen Interessen und hat dies auch nie getan. Vielmehr bestand das anklagegegenständliche Verhalten meines Mandanten in der Abwendung einer - evtl. vermeintlichen - Notwehrsituation durch Gebrauch der Schreckschusspistole seiner Lebensgefährtin. Da in dieser Situation sowohl das Fahrzeug meines Mandanten als auch das des Zeugen Bleuß bereits still standen, kann von einer Gefährdung des Straßenverkehrs keine Rede sein." (Hervorh.v.m., B.S.)

Überdies, so Grau, belege das bislang seitens der Strafverfolgungsbehörden nicht gewürdigte Videoband, das die Vorgänge teilweise dokumentiere, da ich ja erst im Augenblick der Gefahr gefilmt hatte, "keinerlei verkehrsgefährdendes Verhalten" meinerseits. Auch die Ungeheuerlichkeiten des durch "die sachbearbeitende[n] Polizeidienststelle eingeleitet[en]" sozialpsychiatrischen Untersuchungsverfahrens, gewichtete der Anwalt zutreffend. Neben den so notwendig gewordenen, umfänglichen Untersuchungen, Schriftwechseln, und Entscheidungen verwies Grau, plastisch werdend auf die Wirkungen, die ein solches Vorgehen staatlicher Stellen beim Betroffenen erzeugen müsse. Der Anwalt unterstrich:

"Der Unterzeichner gestattet sich an dieser Stelle die Anmerkung, dass mein Mandant - wohlgemerkt ein vollkommen unbescholtener Staatsbürger - durch den entwürdigenden Charakter des sozialpsychiatrischen Verwaltungsverfahrens bereits mehr als hinreichend gestraft sein dürfte. Jeder von uns - der Richter, Staatsanwalt und Verteidiger - versetze sich einmal in die Lage, einem Bezirksamt gegenüber vermittels eines psychiatrischen Gutachtens nachweisen zu müssen, dass er unter keiner psychischen Krankheit leidet, die eine Gefahr für sich selbst oder andere befürchten lässt."(Hervorh.v.m., B.S.)

Der Anwalt forderte endlich dazu auf, das bisher praktizierte Verfahren zu korrigieren und den Führerschein nunmehr kurzfristig auszuhändigen.183

Am Tage darauf forderte Grau, bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, die "Ermittlungsakte" im Fall Bleuß "für 2 x 24 Stunden" an.184 Der Gerichtstermin in der Strafsache sollte nunmehr am 21.7.2005 stattfinden.185 Der Eröffnungsbeschluss vom 25.Mai kam am 6.Juli bei Grau ein.186 Doch wurde auch dieser Termin am 13.Juli187 erneut umgeladen auf den 23.August.188 Dieser unterlag am 21.Juli erneuter Änderung auf den 17.August.189

 

Richterin: desinteressiert, Staatsanwältin: uninformiert,
Zeuge: manipuliert.

Die Verhandlung gegen Bleuß fand schließlich am 25.August statt. Mit der Richterin kam es zum Austausch ein paar vorterminlicher Gedanken über die sperrmüllartige Möbelausstattung von Hamburger Amtsstuben, an Universitäten wie Gerichten. Ferner fiel auf, dass Richterinnen offenbar Animositäten gegen Journalisten hegen. Die Staatsanwältin hatte mit der Sache noch keine Berührung gehabt, behauptete aber, sie mache sich ihr "Bild im Termin". Von vornherein erwartete ich nicht viel und so überraschten mich diese Details nicht weiter. Innerlich spielte ein bitteres Lächeln um meinen Mund.

Jedenfalls enthält das Protokoll meiner Aussage eine Streichung, und zwar am entscheidenden Punkt, der die Schilderung des Trittes gegen mein Fahrzeug wiedergibt. Neben einer Anzahl von Ungenauigkeiten und sprachlichen, wie grammatikalischen Fehlern, enthält das Protokoll folgende, weitere signifikante Passage:

"Der Beklagte drückte die Tür wieder zu [ohne Bezug] und drückte meinen Fuß dabei ein [so spreche ich nicht] und trat mit seinem rechten Knie gegen den hinteren Kotflügel an der linken Autoseite. Das Dach des Cabrios war zu diesem Zeitpunkt offen. Den Kotflügel selbst konnte ich aus meiner Lage [schwer, gestr.], zwischen Seitentasche der Beifahrertür und der Fahrertür eingeklemmt, nicht sehen. Ich konnte jedoch die Richtung wahrnehmen in der ich[sich?] das Knie des Beklagten bewegte".(Hervorh.v.m., B.S.)190

Aus dieser Aussage wurde dann im Urteil "gemacht" - aus diesem Grunde wurde meine Aussage bei "schwer" geändert - ein Beweis, der Bleuß habe mit dem Knie die Beule am linken Kotflügel meines Wagens verursacht, könne nicht geführt werden. Es ist damit der Tatbestand einer Urkundenfälschung erfüllt. Mithilfe dieser Konstruktion wurde die Klage zurückgewiesen. Interessant an der Aussage des sogenannten Zeugen Christiansen ist erneut, dass dieser wiederholt aussagte, Bleuß sei gemütlich ausgestiegen und sei zu meinem Wagen geschlendert (wohl um mich nach dem Weg zu fragen). Eine offenbar in den Telefonaten des Bleuß-Anwaltes Barthol abgestimmte Falschaussage. Es ist überdies naheliegend, und für die Unschärfe im Verhalten des Christiansen bedeutsam, dass dieser am 10.August gar nicht vor Ort war und er diesen Vorgang lediglich von seinem Mitarbeiter, der nicht in Erscheinung trat, mitgeteilt erhielt. Warum aber trat dieser nicht vor die Schranken des Gerichts?

So geriet die Schilderung des Überfalls durch Christiansen außerordentlich ungenau. Dieser will etwa "12 oder 15 Meter" hinter meinem durch Bleuß blockiertem Wagen gestanden haben. Sein Fahrzeug stand tatsächlich knapp vier Meter hinter mir und blockierte mich nach hinten, so dass ich mich, aus der Notlage des Hinterhalts und Angriffs vor mir, nicht durch Zurücksetzen selbständig befreien konnte. Jedoch will er gesehen haben, dass Bleuß mich mehrfach angriff. Er schildert dies als ein Hin- und Herlaufen. Das soll wohl den Eindruck erwecken, Bleuß habe sich hilfesuchend an ihn wenden wollen . Jedenfalls wird deutlich, dass Christiansen, der auffälligerweise nicht mehr weiß, wann er die Polizei gerufen hat, dieses erst nach mehrmaliger Aufforderung durch mich ausführte. Es sich demnach die Frage aufdrängt, ob Christiansen nicht daran interessiert war, die Polizei zu rufen. Oder aber zum Zeitpunkt seiner Befragung über den Vorgang nicht detailliert orientiert war. Auch die Tatsache eines Trittes des Bleuß gegen mein Auto wollte Christiansen nun von sich aus nicht mehr als unmöglich bezeichnen. Schließlich lief das alles unmittelbar vor seinen Augen ab. Weiter stellt Christiansen nunmehr die Auseinandersetzung zwischen dem Angreifer und mir als ein harmloses Gespräch dar. Es drängt sich somit die Frage auf, ob der Zeuge überhaupt vor Ort war. Erst nach intensivem Befragen gibt Christiansen zu, Bleuß sei doch "ziemlich forsch aus seinem Auto ausgestiegen" und sei "zu dem Mercedes hingegangen". Wobei die benutzten Begriffe "forsch", "ausgestiegen" und "hingegangen" sich, in einem Satz gebraucht, semantisch widersprechen. Was natürlich durch die Richterin Küper (auch eine Familienrichterin?) umfassend negiert wird. Christiansen räumt weiter ein, er würde an meiner Stelle

"das Verhalten des Beklagten schon als Angriff...bewertet"

haben. Auch widerspricht sich Christiansen erneut in einem Satz, und dies innerhalb weniger Worte, wenn er gesehen haben will, dass der Angreifer Bleuß nicht "ausgeholt hätte um zu schlagen" und er andererseits behauptet, dieser habe "allerdings auch nicht ruhig neben dem Auto gestanden, sondern schon entsprechend gestikuliert". Schließlich will der Taxifahrer keine Berührung des Bleuß mit meinem Wagen gesehen haben.191 Da diese jedoch nachweislich stattgefunden hat (Beule/kein Ortstermin durchgeführt) , ist die Aussage des Christiansen (oder seines Stellvertreters) zutreffend als fingiert zu charakterisieren.

Es bleibt überdies insgesamt genommen der zwiespältige Eindruck, eine linear eindeutige Beweislage zu Gunsten des Angeklagten habe nicht vorgelegen. Dass die Richterin Küper sehr wohl über die Hintergründe dieses Verfahrens, das im Zusammenhang mit dem Strafprozess entgegen mich zu sehen ist, orientiert war, geht aus der Klagebegründung hervor. Die Richterin führte auffallend voreingenommen und ausgedehnt aus:

"Darüber hinaus hat die Aussage des Zeugen Schulte kein hohes Gewicht. Zum einen hat er ein Interesse am positiven Ausgang des Verfahrens für die Klägerin. Dies ergibt sich daraus, dass er zum Zeitpunkt seiner Aussage mit der geschäftsführende Klägerin liiert und als freier Mitarbeiter für sie tätig gewesen ist. Hinzu kommt, dass seine Schilderungen einem nacherzählten Kriminalroman gleichkamen. Er vermittelte den Eindruck, als ginge es ihm eher darum, eine besonders interessante spannende Geschichte [zu] erzählen, anstatt seine eigenen Wahrnehmungen zu schildern. So sprach er von seinem Eindruck, es habe sich um einen Überfall gehandelt und ließ sich weit schweifend über das angeblich "verkehrsraudihafte" Fahrverhalten des Beklagten aus."192 (Hervorh.v.m., B.S.)

Soviel zu unparteiischen Richterinnen. Was nicht passt, wird negiert. Gleichwohl war die Aussage des "Zeugen" Christiansen hiermit auffallend abweichend von seiner ersten Aussage ausgefallen, die der "federführende" Polizeibeamten Windele-Jensen dem Angstellten des Christiansen diktiert hatte. So bot diese nun Ansatzpunkte für neue Interpretationen im Strafverfahren. Damit war ein Teilziel meines Vorgehens über die Klage gegen Bleuß erreicht. Obwohl dieses Bestreben die Richterin Küper durchschaute und negativ in ihrer Bewertung verarbeitete. Diese Feinabstimmung zwischen den Kammern hatte offensichtlich zur wiederholten Verschiebung des Termins gegen Bleuß geführt.

 

Von Kirchberg und anderen.

Meine Beschwerden bei den bayerischen Ministerien, im Angesicht der ablehnenden Haltung der Technischen Universität München, sich dem Fall Kirchberg zu widmen, führte zu einer Antwort durch Frau Mangels vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur, die durch den Innenminister Beckstein in meinem Sinne orientiert worden war. Mangels schrieb am 31.August:

"Ihre E-mail, in der Sie uns mitteilten, dass er Prof. Kirchbergs weitere Vorträge an der Technischen Universität München angekündigt haben soll, ist im Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eingegangen. Der Präsident der Technischen Universität München wurde von uns im Zusammenhang mit ihrer Eingabe an Herrn Staatsminister Beckstein gebeten, die Angelegenheit zu überprüfen. Mit der Stellungnahme der Hochschule wird in nächster Zeit gerechnet.

Gleichzeitig möchte ich Sie darauf hinweisen, dass das Wissenschaftsministerium bisher nur durch die Anfrage des Staatsministeriums des Inneren mit der Sache befasst war. Diesbezügliche Nachrichten Ihrerseits sind in unserem Hause leider nicht eingegangen."193

Parallel zu der Sache Kirchberg, der sich nach der Wende offenbar bei Audi niedergelassen hatte und nun im zweiten Zug, nach seiner Pensionierung, im Hochschulbereich des Landes Bayern verbreiten wollte, habe ich den Fall der des Archivars Ehrhardt Hartstock überprüft, der Kirchberg offenbar in der Frage der Genehmigung oder Nichtgenehmigung von Akten des Staatsarchivs Dresden für mich, mit Kirchberg in Verbindung gestanden hatte. Hartstock hatte sich, ganz in dessen Sinn, pointiert gegen eine Benutzung der Archivalien der Auto Union, die damals im Staatsarchiv Dresden lagerten, durch mich gewandt. Er hatte dadurch an der Entscheidung gegen eine Öffnung des Bestandes für Audi in Ingolstadt lebhaften Anteil. Nach wiederholten schriftlichen und telefonischen Versuchen, mit dem Archivar, der bei Bautzen lebt, in Kontakt zu treten, antwortete dieser am 30.November. Ich konkretisierte daraufhin mein Anliegen und schrieb:

"Ist Ihnen ein Dr. Kirchberg bekannt? Dieser hatte 1983/84 sich zu meinen Bestrebungen geäußert, die Akten der Auto Union Dresden einzusehen. Dass dies vor allem gegenüber der MfS BV Dresden geschah, mag zeigen, oder welchem Zeichen diese Vorgänge standen.

Ihr Schreiben an die Staatliche Archivverwaltung in Potsdam liegt bisher im Aktenaufkommen recht isoliert und unmotiviert. Gern würde ich erfahren, auf welche Veranlassung hin Sie dieses Schreiben gegen meine Benutzung der oben erwähnten Akten abgefasst haben."194

Was dabei herauskam war, dass Hartstock sich in einem Telefonat, das schließlich zu Stande kam, dahin äußerte, er habe in Vertretung des Direktors 1983/84 Unterschriften geleistet, ohne zu wissen um welche Vorgänge und Zusammenhänge es ging. Von einem Dr. Kirchberg wisse er im übrigen nichts.

 

Richterin Heydeck oder Schilda bei der Justiz.

Inzwischen fand der mehrfach verschobene Termin in der Strafsache gegen mich statt. Es war inzwischen etwa ein Jahr seit dem Vorfall vergangen. Die Richterin Frau Heydeck, fiel bereits im vorterminlichen Small Talk durch forsch geäußerte egozentrisch zu charakterisierende Grundhaltungen und Meinungen auf. Hamburger Richterinnen scheinen demnach gegen Journalisten voreingenommen. In ihrer Urteilsbegründung, die ausschließlich auf der zweiten Sitzung vom 3.1.2006 fußte, folgte sie ganz ihrer abschließenden Bemerkung in diesem Termin, sie habe von vornherein gewusst, was am Ende herausschauen werde und im übrigen habe die Staatskasse so viel finanziellen Aufwand getrieben, dass es zu einer Geldstrafe habe kommen müssen. Dies wurde von Frau Heydeck gegen die Staatsanwältin durchgesetzt, die allerdings in diesem Termin nicht vor Ort war. Diese hatte die Einstellung des Verfahrens nach Paragraph 53 angeregt. Es agierten in diesem Verfahren drei Staatsanwältinnen und ein federführender (d.h. ermittelnder - oder besser: "nicht-ermittelnder") Staatsanwalt.

Dem so vorgezeichneten Plan entsprechend, zog die Richterin die Schilderung des Herganges derart zusammen, dass die Würdigung der Vorgänge erst mit dem Bremsen des Angreifers Bleuß in der Groß-Borsteler-Straße beginnt. Selbst das Bremsen auf der Kreuzung Kollau-Straße/Groß-Borsteler-Straße und das weitere Blockieren kurz hinter der Esso-Tankstelle, bereits in der Groß-Borsteler-Straße, werden übergangen. Ich soll fünfmal geschossen haben, erinnere mich jedoch nur ein viermal. Im übrigen wird der Vorgang der Abwehr der Angriffe des Angreifer Bleuß ganz gemäß der Leitlinie des die "Zeugenaussagen" aufnehmenden und formulierenden Polizisten Windele-Jensen übernommen. Auch soll ich aus kurzer Entfernung "einen Schuss auf den Rücken des weglaufenden Zeugen" abgefeuert haben. Er handelte sich tatsächlich jedoch um ein bloßes Sich-Wegdrehen und keinesfalls um ein Weglaufen des Angreifers. Wohin sollte der laufen? Zu seinem Wagen? Aber just dies trat nicht ein.

Selbst mehrere Verhandlungstage und diverse Zeugenanhörungen, wie die für die Richterin offensichtlich uninteressante Vorführung meines Videofilmes (sie trat eben nicht zu dem kleinen transportablen Bildschirm; was aber die Staatsanwältin sehr wohl für notwendig hielt), hatten Frau Heydeck nicht genügt zu erkennen, dass es sich bei diesem Vorgang keinesfalls um ein Gespräch, eine Unterhaltung auf einer Straße, sondern um ein diese Blockieren durch einen Angreifer und um einen rasch geführten Angriff auf ein stehendes Fahrzeug und dessen Insassen gehandelt hatte. Allerdings hatte das die eben erwähnte zweite von drei Staatsanwältinnen erkannt und entsprechend plädiert. Die Rolle des Taxifahrers Christiansen, so dieser überhaupt am Platz war, findet im Urteil der Richterin nur beiläufig Erwähnung. Im übrigen werden im Urteil Zeugen aufgeführt, die in der Verhandlung nicht auftraten, wie die Zeugen und anscheinend Polizeibeamten Kleinreesink, Witzel und Kodac. Allerdings werden deren vorgebliche Aussagen als für die Auffassung der Richterin erhärtend genutzt.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung, so die Richterin, hätte ich mich eingelassen. Diese unterschiebt mir eine wesentliche Falschaussage. Nämlich hätte mich Bleuß auf der Kollaustraße lediglich rechts überholt. Die Vorgeschichte, vor der Ampel am Niendorfer Marktplatz wird erneut bewusst ausgeklammert. Auch hätte der Angreifer im Verlauf der Kollaustraße eine Vollbremsung vollführt, was ebenfalls falsch gehört wurde. So jedenfalls ist der Text zu verstehen. Statt dessen geht die Richterin in der Wiedergabe meiner Aussage grob fälschlich über alle weiteren Vorgänge hinweg und nimmt diese erst am Ende, nämlich in der Überfallsituation, im hinteren Verlauf der Groß-Borsteler-Straße, wieder auf. Der Richterin schützt vor, es habe eine Pistole, es war jedoch ein Revolver, im Fahrzeug herumgelegen ("im Fahrzeug liegende Pistole"). Erneut, wie schon bei diversen beteiligten "Zeugen" behauptet, schlendert der Angreifer in der Gegend herum, geht gemütlich durch die Szenerie und habe mich schließlich angegriffen. Wohl weil ihm gerade nichts Besseres einfiel. Dies stellt eine weitere grobe Verfälschung meiner Aussage dar. Dies geschieht mit dem Ziel, meine Reaktion auf den raschen Angriff des Bleuß als Überreaktion abzuqualifizieren.

In meiner Aussage, so erscheint es hier, hätte ich nur zwei Schüsse zugegeben. Das ist erneut der Versuch, einer weiteren Belastung meiner Glaubwürdigkeit durch grobe Falschbehauptung. Es fragt sich, ob die Richterin überhaupt den Verhandlungen in deren Verlauf gefolgt ist. Diese groben Verfälschungen finden ihre Fortsetzung in der Behauptung, der Urteilsbegründung von Frau Heydeck, ich hätte ausgeführt, ich hätte

"den Zeugen auch schon vorher gefilmt, um zu demonstrieren, wie dieser gefahren sei. Er habe sich durch den Zeugen bedroht gefühlt, als dieser auf seinen Wagen zugekommen sei."

So ist noch einmal verdichtet vorgeführt, die bedrohlichen Fahrszenen waren längst geschehen, was die Richterin wohl nicht verstanden hat, dass ich lediglich zu meiner Sicherung vor möglicherweise noch Kommendem meine Kamera stand by holte. Was ja dann auch eintrat. Erneut negiert werden überdies die, durch deren rasche zielgerichtete, geradezu eingeübte Form charakterisierten Angriffshandlungen des Bleuß. Diese werden stattdessen - nun im kommentierenden Teil der richterlichen Ausführungen, als gutartig harmlos festgeschrieben.

Der grobe Widersinn dieser Schilderung eines Vorganges, der weder auf Plausibilität, noch chronologischen Ablauf, noch dahinter stehende logische Motivation der jeweils Handelnden überprüft wird, ist schlagend. Hätte diese Prüfung stattgefunden, dann würde die Richterin, sollte diese logische Kriterien zugrundegelegt haben, nicht zu ihrem Urteil gefunden haben. In der Urteilsbegründung hält der sogenannte "Zeuge" Bleuß sein Fahrzeug wiederum sanft an. Dass ich eine Vollbremsung machen musste, entgeht der Richterin geflissentlich. Dann nähert sich der "Zeuge" meinem Fahrzeug vorsichtig, "schnürend" wie ein Fuchs wahrscheinlich. Angesichts dieser Annäherung hätte ich geschossen, behauptet die Richterin. Erneut kommt die von dem Polizisten Windele-Jensen aufgebrachte Theorie zur Wirkung, ich hätte aus kurzer Entfernung, in die Richtung des weglaufenden Zeugen Bleuß geschossen. Plötzlich kann der "Zeuge" sogar laufen. Natürlich bestätigt dies Frau Heydeck. Sie hege diesbezüglich an den Angaben des "Zeugen" Bleuß keinerlei Zweifel, wird erhärtend nachgeschoben. Wo der sogenannte "Zeuge" Christiansen dies bestätigt haben soll, ist nicht erkennbar. Offensichtlich ist die Richterin auch dessen Aussage im Termin nicht genügend gefolgt. Keinesfalls äußerte Christiansen derartiges, für meine Ohren hörbar, während der Termins. Dass Schüsse laut sind, zumal Angreifer sich auch nicht am Horizont zu bewegen pflegen, ist eine Binsenweisheit. Aber keinesfalls darf derartiges unbesehen erschwerend in die Betrachtung einfließen. Offenbar geht die Richterin immer noch davon aus, es habe sich nicht um einen Schreckschussrevolver gehandelt. Wieso nämlich spricht sie von dem "Treffen" eines Schusses?

Selbstredend ist der Angreifer Bleuß über eine vorhergehende, ihn belastende "Verkehrssituation", nicht orientiert. Er habe wissen wollen, warum ich ihn gefilmt hätte, ist seine Begründung für die diversen Ausbremsungen und den abschließenden Angriff. Davon vergisst die Richterin geflissentlich zwei Drittel der Vorgänge. Wiederum hat Bleuß nur leicht gebremst und dann, sich zeitlupenartig bewegend, sein Fahrzeug zum Stehen gebracht. Wieso sich der Zeuge Christiansen (wenn er denn anwesen war) so dicht hinter meinem Fahrzeug, dieses nun auch von hinten blockierend, zum Stehen kam, kommt nicht zur Sprache. Überaus dienst- und eilfertig hatte Christiansen nämlich im Verkehrstermin ausgesagt, er hätte einen Auftrag in der Gegend gehabt. Ob das so war, wurde nicht geprüft. Die Richterin übergeht wiederum, dass Christiansen das rasche Auf-Mich-Zustürzen des Bleuß bestätigte. Wiederum spricht sie gröblich verfälschend von "Hingehen". Christiansen, wohl durch den Polizisten Windele-Jensen motiviert, habe angeblich behauptet, ich hätte hinter dem Angreifer hergeschossen ("in den Rücken"). Diese Formulierung genügt nämlich dem Strafgesetzbuch und erfüllt den für eine Verurteilung erforderlichen Tatbestand der Arglist. Dieser Vorgang wurde durch Christiansen im Termin ebenfalls nicht bestätigt. Doch werden der Ertrag des Termins, und diese Aussage im Besonderen, von der Richterin zusätzlich mit weiteren Punkten unterschlagen. Natürlich hat der sogenannte "Zeuge" Christiansen nicht gesehen, wie Bleuß vorging und gegen meinen Wagen trat. So jedenfalls die Richterin. Die Aussage des Christiansen im Prozeß gegen Bleuß war jedenfalls eine entgegengesetzte. Obwohl er lediglich 4 bis 5 Meter von diesem Vorgang entfernt war, hätte er das dem Polizisten Windele-Jensen nicht sagen können? Allerdings kann er das auch nicht bestätigen, wenn er selbst nicht am Ort war, sondern jemand anders. Das scheint die Ursache für die offenkundigen Widersprüche in den Aussagen des Christiansen zu sein. Der tieferliegende Grund bleibt vorerst verborgen.

Die Richterin stellt sich ganz auf die Seite der Angreifer, glaubt diesen und verurteilt den Angegriffenen. Ich würde den Ablauf, "im wesentlichen", nicht in Frage stellen behauptet die Richterin. Diese Ausführung trifft nicht zu. Bei einer Wortwahl wie "im wesentlichen", "im Grunde" etc. wird aller Erfahrung nach zumeist gelogen. So bestätigt sich erneut, dass die Richterin befangen und am Verfahrensverlauf nicht interessiert war. Welche Art von Zeugen noch existieren sollen, zumal diese das eigentliche Geschehen nicht mehr hätten beobachten können, ist unverständlich; dient aber wohl der Absicherung eines auf wackeligsten Füßen stehenden Urteils. Die Schutzbehauptungen des Bleuß, des Angreifers, werden zum dreh- und Angelpunkt dieser Urteilsbegründung gemacht. Es geht um einen Schuss aus kurzer Entfernung auf den Rücken des vorgeblich weglaufenden Angreifers. Nötigung und versuchte Körperverletzung dienen als Basis für das Strafmaß. Zudem werden die Ablehnungsgründe einer Notwehrsituation, wie oben gezeigt, kunstvoll und ohne große Sorgfalt, von der Richtern Heydeck hingebogen.

Wie wohlberechnet Bleuß mich seit den Niendorfer Marktplatz auf sich aufmerksam machte (lautes Radio, als dies nicht half, Fahrweise), dann, als der gewünschte Effekt nicht eintrat, durch mehrfaches Ausbremsen, mich hinter sich in die Groß-Borsteler-Straße hineinzog, und dort schließlich, als er sich unbeobachtet wähnte, in dieser abgelegenen Waldstraße zum Angriff überging, wird von der Richterin ganz und gar nicht als krimineller Übergriff gewertet. Das Vorgehen vom Herausstürzen aus dem mich blockieren Wagen, bis zum Tritt gegen mein Fahrzeug, wird durch Frau Heydeck vorsätzlich verharmlost. Die Richterin behauptet sogar, Bleuß habe

"keinerlei Handlungen unternommen, die darauf hingedeutet"

hätten,

"dass es zu einem Schlagabtausch kommen sollte oder dass der Angeklagte sonst in irgendeiner Weise gefährdet gewesen wäre".

Statt dessen, und um "den Sack zuzumachen", behauptet die Richterin überbordend, "das vorangegangene Filmen des Zeugen" durch mich habe diesen provoziert. Bleuß sei weggelaufen, darauf wird immer wieder Herumgeritten, dass in Wirklichkeit dieser sich aber lediglich wegdrehte, daraus konstruiert die Richterin, es sei "auf keinen Fall gerechtfertigt gewesen, gezielt gegen den Rücken des weglaufenden Zeugen zu schießen". So dienen von den Angreifern (unter Assistenz des Polizisten Windele-Jensen) von vorn bis hinten erfundene Vorgänge dazu, das Fehlurteil der Richterin Heydeck zu untermauern.

Einen Gipfel erreicht die Urteilsbegründung, wenn behauptet wird, das "Zurückkehren" des Bleuß sei wiederum kein Angriff gewesen. Ich frage: was anders konnte das sein, vor dem Hintergrund - und im Zusammenhang des Geschehenen? Überdies wird der Angreifer stets "Zeuge" genannt, und behauptet, ich hätte von meiner Seite den "Versuch einer Nötigung" unternommen. Aber selbst für eine solche läge, so die Richterin, kein Rechtfertigungsgrund vor. Sie zielt darauf ab, es habe "kein Angriff durch das Verhalten" des Angreifers Bleuß vorgelegen, sodass "der Einsatz einer Schreckschusswaffe nicht gerechtfertigt" gewesen sei. Ich hätte stattdessen diese Situation wesentlich ausgelöst. Wiederum kommt die Richterin darauf zurück, dass es sich von vornherein um einen "Vorfall im Straßenverkehr" gehandelt habe, und begründet ihre weiteren Urteilsmaßnahmen damit, dass es über Meinungsverschiedenheiten über die Fahrweise im Straßenverkehr nicht zu tätlichen Auseinandersetzungen und Waffeneinsatz kommen dürfe. Ich hätte vorsätzlich gehandelt und nur auf Grund meines "strafrechtlich und verkehrsrechtlich unbescholtenen" Erscheinungsbildes und dadurch dass beide Straftatbestände durch ein "Steckenbleiben im Versuchsstadium" charakterisiert seien, gelangt Frau Heydeck auf verschlungenen Pfaden zu ihrem Urteil nach Paragraph 52a. Schließlich, so die erhellende Schlussbemerkung, hätte berücksichtigt werden können, dass ich mich hätte "bedrängt" fühlen können. Damit, so kann geschlossen werden, wird der Wahrheit, zumindest in einem begrenzten Umfang und in Ansätzen gefolgt. Schließlich bestätigt dieser Nachsatz aber auch das, was hier in mühsamer Kleinarbeit nachgewiesen wurde. Es war, um eines übergeordneten Interesses willen, eine Verurteilung durchzusetzen. Auf Grund dieser Tatsache, von wo diese auch immer begründet wurde, erfolgte die Auswahl einer Familien- und Verkehrsrichterin durch den Senatspräsidenten für dieses Verfahren. Einer Juristin, die in Hamburg von informierten Kreisen als charakterlich und psychisch überbelastet geschildert wird. Umstände die durch das Verhalten und die Äußerungen der Richtern Heydeck, vor und während der Termine - und vor Zeugen - ihre drastische Bestätigung fanden.195

Aus dem Verfahren gegen Bleuß kam schlussendlich nicht mehr und nicht weniger heraus, als dass ich die Kosten des gegnerischen Anwaltes "in Höhe von € 327,70 nebst 5 % Zinsen... seit dem 29.9.2005" zahlen musste. Überdies forderte der Anwalt Grau seine Gebühren ein.196

Der Anwalt teilte am 4.Januar, postwendend zum ergangenen Urteil, dem Amtsgericht mit, dieses werde "vollumfänglich angefochten". Dies geschah jedoch, obwohl vereinbart war, keine Berufung einzulegen.197 Schließlich war im Verlauf des Verfahrens erkennbar, es hatten drei Termine stattgefunden, dass die Verhandlungsführung des Herrn Grau den nur In-Etwa-Erfolg bewirkt hatte. Weder konnte von einer guten Vorbereitung noch von geschickter Verhandlungsführung gesprochen werden. Es schien der Anwalt darauf abzuzielen, durch ständige Konfrontationen mit der Richterin bedingt, diese Instanz zu opfern, um in der folgenden, in Form eines Revisionsverfahrens, zum Ziel zu gelangen. Letztendlich hätte das aber weitere finanzielle Aufwendungen erfordert.

Des Weiteren hielten sich der Generalbundesanwalt Lantz, wie auch der Hamburger Generalstaatsanwalt Ehlers, für nicht zuständig, beziehungsweise teilen Sie mit, sie würden "keine Bücher lesen". Das Buch "Armageddon des Kommunismus", das ich inzwischen geschrieben hatte und welches den Hintergründ für meinen Fall offen legt, wurde nicht zur Kenntnis genommen (Lantz bestätigte noch nicht einmal den Eingang) und Ehlers wehrte das Gebinde kennzeichnenderweise mit dem Bemerken ab, Staatsanwälte läsen keine Bücher.198

Schließlich antwortete Generalbundesanwalt Lantz am 19.April und 9.6.2006, schlußendlich telefonisch, auf mein Insistieren im Fall der Strafanzeige gegen "Professor Dr. Kirchberg" und die Hintergründe des Überfalls vom 10.8.2004:

"Auch Ihre o.a. Eingabe vom 1.April 2006 gibt keinen Anlass zu einer anderen rechtlichen Bewertung des Gesamtensachverhalts. Sämtliche in Betracht kommenden Vergehen der geheimdienstlichen Agententätigkeit sind spätestens seit November 1995 verjährt, so dass ich kraft Gesetzes an der Aufnahme von Ermittlungen gehindert bin.

Sollten allgemeinkriminelle Straftaten in Betracht kommen, die noch nicht verfolgungsverjährt sind, entzieht sich dies meiner Zuständigkeit. In diesem Fall müssten Sie sich an die Staatsanwaltschaft des Tatortes wenden.

Ich weise darauf hin, dass weitere Eingaben, die keine eine andere Bewertung des Sachverhaltes erlaubenden Tatsachen enthalten, von hier künftig nicht mehr beantwortet werden."199 (Hervorh.v.m., B.S.)

So ernst nehmen deutsche staatliche Stellen, begründete Anliegen ihrer Bürger. Ein Kursus in deutscher politischer Bildung.

Mein Anwalt, der vor und nach den Terminen die Angewohnheit hatte, einfach voraus zu laufen ohne sich umzusehen, keine entsprechenden Vorgespräche zu führen und im Termin nichts weiteres zu tun hatte, als sich ständig, durch sein herausforderndes Verhalten, mit der Richterin anzulegen, hatte zwei Prozesse, wenn man so will, in Bausch und Bogen "in den Sand gesetzt". Einen dritten Termin hatte Grau zum Beispiel dadurch erzwungen, dass er forderte, der Busfahrer des HVV vor, der einen Teil der Vorgänge in der Groß-Borsteler-Straße gesehen haben müsse, sei als Zeuge zu laden. Die Richterin, die diese Aufgabe - auffallend und ganz im Gegensatz zu ihrem bisherigen Verhalten, vom einen zum anderen Moment, bereitwillig übernahm, gelangte nur zu dem Ergebnis, dass ein Zeuge auftrat, der von nichts wusste, der nicht vor Ort gewesen war, der allein ein Kollege des gesuchten Busfahrers gewesen war. Es kam heraus, dass merkwürdigerweise Dienstpläne bei der HVV verschwunden, und Änderungen durchgeführt worden waren, die angeblich das Auffinden des entsprechenden Busfahrers unmöglich machten.

Diese Vorgänge entsprachen der Haltung zweier von drei Staatsanwältinnen in beiden Verfahren, die ausführten, es träte deshalb jedes Mal eine andere Person auf, weil in Hamburg die Regel gelte, dass der Staatsanwalt, der sich am nächsten am Prozeßort befinde, diesen Termin wahrnehme. Ohne Rücksicht darauf, ob dieser Staatsanwalt vom Verfahren jemals etwas gehört hatte. Auch behaupteten die Staatsanwältinnen durch die Bank, sie würden sich ihr "Bild im Termin" machen und benötigten keine Akteneinsicht. Hinzu traten zwei vorsitzende Richterinnen, die beide sehr von sich überzeugt, sehr viele ungeschützte Urteile über Presse, Pressevertreter und die Zustände in Hamburger Behörden etc. von sich gaben, die in keiner Weise als gesichert einzuschätzen sind. Weiter war entscheidend, dass die Hintergründe, die zu meinem Verhalten in der besonderen Überfallsituation des 10.August geführt hatten, in keiner Weise zur Sprache kamen. Weder der Anwalt, noch die Richterinnen/ Staatsanwältinnen , waren daran interessiert.. Die Zusammenhänge, die da wo es notwendig gewesen wäre, nicht willkommen waren, schilderte ich am 10.Mai 2006 in einem Schreiben an den früheren Generaloberst Joachim Goldbach, der während der Staatskrise der DDR 1989, entscheidenden Anteil daran gehabt hatte, dass es nicht zu Ausbruch eines Bürgerkrieges kam. Ich schrieb an Goldbach:

"Die Entstehungsgeschichte ist interessant. 1983-1988 arbeitete ich für Audi an dem Filmprojekt "100 Jahre Automobil". Daraus entstand mein 35mm-Industriefilm "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit", der 1988 (beim "Europäischen Industriefilmfestival" in Hannover den III. Preis machte).

Naturgemäß hatte ich mich bei der Recherche um die Auto Union Restakten in Dresden bemüht. Dass dies nicht zum Ziele führte, hatte Gründe. Als ich in Dresden über einen Nutzungsvertrag verhandeln wollte, hatten die Gesprächspartner zugenietete Lippen. Parallel wurde ich während eines Archivaufenthaltes im DZA I durch das MfS [nachrichtendienstlich] angebahnt. Ich kämpfte während der gesamten Dauer des Vertrages mit Audi weiter um diese Akten. Aus Wolfsburg wurde mir vorgeblich Unterstützung zuteil. Das Verhältnis lief mit Audi jedoch nicht in der von mir angestrebten Unternehmensgeschichte aus, sondern mit einer Neufassung der Firmendokumentation "Rad der Zeit"....

Als ich 1995/96, zu den offen gebliebenen Fragen, meine Stasi-Akte in Schwerin einsah, kam heraus, dass kurz vor meiner Verhandlung in Dresden dort ein Brief aus Wolfsburg angekommen war, der ausdrückte, dass, wenn man etwas in Sachen Unternehmensgeschichte unternähme, aus Wolfsburg ("in Vertretung für Ingolstadt") Jemand entsandt werden würde. Als ich mich 1995 umhörte, kam heraus, dass einer der Gesprächspartner in Dresden inzwischen oberer Berater von Audi für Firmengeschichte war (Prof. Dr. Peter Kirchberg/Titel der DDR). Daraufhin beantragte ich 1996 ein Projekt bei der Gauk-Behörde zur "Verbindung zwischen Stasi und westdeutscher Automobilindustrie", das jedoch wohl­um­schrieben werden musste, um nicht bereits damals politisch zu scheitern. Bis Ende 2003 lief dieses Unternehmen "geräuschlos und wenig begeisternd. Im Dezember 2003/Januar 2004 zeigten dann Akten aus der Bezirksverwaltung Dresden (MfS),... ein Schlüsseldokument das bisher in einer Quelle zitiert war, nun aber an zwei weiteren Stellen. Die Berichte des K. waren äußerst martialisch in Richtung der Stasi-Oberen gehalten. In Richtung seiner Vorgesetzten (-Freunde) wieder eleganter. Ich erinnerte, dass die MfS-Mitarbeiter in Potsdam erwähnt hatten, ich sei aus Dresden als "Bundeswehr-Spion" angezeigt worden, was leicht in Bautzen hätte enden können (wenn diese Gesprächspartner nicht eingegriffen hätten). Überdies eine taktische Pression im Rahmen der Anbahnung. So entschied ich mich kurzerhand, dieses Buch zu schreiben.

Doch die Geschichte endet hier nicht. Im Mai 2004 fragte ich bei Hans Mommsen [emeritierter Historiker der Universität Bochum] an, mit wem ich in Sachen Automobilgeschichte in Wolfsburg sprechen könne. Mommsen nannte mir seinen Schüler Grieger, der auch nach kurzem Austausch sofort nach Hamburg kam; sagte, VW habe momentan kein Geld und mich unter vier Augen expressis verbis warnte, dieses Buch zu schreiben. Als ich dennoch nachsetzte, das Schlüsseldokument vom 16.9.1984 weiter reklamierte und ein Gespräch mit dem Verantwortlichen bei Audi anregte, kam es in Berg am Starnberger See, Ende Juli, zu einer Unterredung, die der Audi-Vertreter Franck nicht dazu nutzte, das o.e. erwähnte Dokument vorzulegen. Wieder warnte mich Grieger (diesmal unter sechs Augen). Hans Mommsen, der zwei Tage später am selben Platz mit mir zusammenkam, fragte mich: "Wollen Sie noch weiter über Automobilgeschichte schreiben?" Worauf ich klar mit "Nein" antwortete.

Und nun im Stenogramm:

Der Angreifer hatte 8 Straftaten "auf der Latte" (meine Ermittler). Er ist bei einer Firma in Hamburg (Cinecentrum-Multimedia) beschäftigt, die meinen Film für Audi 1986 herstellte. Es wussten von meinem Buchplan Dr. Ulmer/Audi (vormals Historienpfleger Audi/Kontakt mit Cinecentrum),, Dr. Hahn/VW ("Das ist alles Geschichte. Das können wir abhaken"// schrieb sofort seine Memoiren), Dr. Wiersch/VW (Vorgänger von G. und Freund von K.), Dr. Kirchberg/Audi, Dr. Herkner (Dresden/IM-Freund von K.), Lutz D. Schilling (Pressesprecher Audi und VW bei Piech). Das gerufene Polizei (in meinem Auftrag von dem nach hinten "sichernden" Taxifahrer) nicht den Angreifer, sondern mich verhaftete, ist der Beginn einer Tragödie... Als ich aus der Ausnüchterungszelle ("unseres" PK-24 in Niendorf) herauskam, fragte ich den Polizisten (der in SS-Manier agiert hatte), ob er mir seine PK-Nr. geben würde. Ich sei "Journalist" und würde "darüber schreiben". Seine Frage: "Wo haben Sie ihren Führerschein?" Sofort trat ein Zivilfahnder dazu, machte Druck und mein Führerschein war 12 Monate verschwunden. Weiter ging der Vorgang (ohne Spuren zu hinterlassen) zum Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Hamburg. Ich erhielt einen, in mehreren Farben geschrieben, Brief ohne Unterschrift, aber mit Stadtbriefkopf, der mich aufforderte, mich "wegen meines Gesundheitszustandes" dort zu melden. Eine Freundin, die mit diesen Institutionen zu tun gehabt hatte, hatte sich Ende Dezember 1994 in Timmendorf ertränkt. So vorgewarnt, ließ ich einen Anwalt vorsprechen. Erst der dritte Anwalt bekam "die Kuh vom Eis". Es kommt heraus, dass die Staatsanwälte und Gerichte nicht ermitteln, dass es völlig egal ist, wer Sie sind, was sie tun etc. Der Polizist log im Termin, "wie gedruckt". Allein Angreifer und Taxifahrer wurden als Zeugen zugrundegelegt. Veränderte Aussagen nicht berücksichtigt. Die Richterin benahm sich wie Freisler [im Volksgerichtshof]. Dass der Anwalt des Angreifers den Taxifahrer zu beeinflussen suchte, kam nicht zur Wirkung etc. etc.

Die hier aufgezeigten Verbindungen, die eine nicht unerhebliche Gefährdung meiner Person belegen, wurden weder vom Generalbundesanwalt, noch der Staatsanwaltschaft Hamburg, Generalstaatsanwalt Hamburg, Staatsanwaltschaft Ingolstadt oder Dresden "verstanden". Im dem Termin traten die Staatsanwältinnen auf, ohne die Akten gelesen zu haben. Es waren inzwischen drei, in jedem Termin eine andere, weil in Hamburg der Staatsanwalt der örtlich am nächsten ist übernimmt. Den Ermittelnden haben wir nie gesehen. Als die 2. Staatsanwältin für Einstellen nach § 153 plädierte, widersprach die Richterin und verlangte 153a, da "die Staatskasse bereits so viel aufgewandt" habe. Im Übrigen habe sie schon zu Beginn der Verhandlungen gewusst, was herauskäme.

Der Staat Hamburg, speziell seine Justiz (vgl. Fall Innensenator Kusch) ist derart dekadent, dass inzwischen die REP"s marschieren, die Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte nicht mehr funktionieren. Die Staatsanwaltschaft hat Papierkörbe in denen vieles verschwindet. Das belegen Nachforschungen, die ich seit 1997 anstelle und zu denen dieser Fall den Schlussstein bildet um. Dass K. an der TU-München Vorlesungen halten wollte, habe ich verhindert. Unter dem Schutz von Audi widersprach er meinem Ansinnen beim Kanzler der TU mit den Worten, er habe "keine Spitzeldienste geleistet". Das genügte dem Kanzler der TU, mich anzugreifen, der K. sei schließlich bei Audi angestellt. Von vorgeschriebenen Anfragen bei der Birthler-Behörde weiß man in München nichts. Einzig Herr Beckstein nahm sich der Sache an."200

Dieses Schreiben schickte ich gleichfalls an den Bundesanwalt Lantz in Karlsruhe, der mich, im Falle neuer Erkenntnisse, aufgefordert hatte dieses zu tun. Ich schrieb:

"Es geht um neues Beweismaterial, das ich während der 12 Monate führerscheinloser Zeit verfasst habe. Die Interessen, die hinter dem Überfall vom 10.8.2004 stehen, werden hier offenbar. Da jedoch Generalstaatsanwalt Ehlers nicht bereit ist, Bücher zu lesen, auch keinen Grund sieht, mich zu empfangen, wie [er] mir telefonisch am 3.5.ds. mitteilte, darf ich auf Ihr Angebot zurückkommen und Ihnen das neue Material vorlegen. Zu den Kontakten seit Anfang 2004 (mit Audi/VW) füge ich weiteres Material in Anlage bei."201

Die Berufung in der Strafsache wurde von mir zurückgezogen, da der Richter Randel beim Landgericht gegenüber dem Rechtsanwalt Grau hatte im Vorgespräch durchblicken lassen, eine Einstellung des Verfahrens sei im Vorgriff nicht möglich, da innerhalb der Hamburger Justizbehörde ein Erlass bestehe, der ein solches Verfahren, dem er nicht abgeneigt sei, nur dann zuließe, wenn neue Beweismittel vorgelegt werden könnten.202 Als nächster Schritt folgte eine Kostenrechnung der Staatsanwaltschaft Hamburg in Höhe von 2783,79 €.

Zunächst ging es um die Geldstrafe von 30 Tagessätzen, zu je 70 €, in Höhe von 2100 €. Sodann um die Gebühr für die erste Instanz, in Höhe von 120 €. Weiter die Gebühr für das Berufungsverfahren ohne Urteil, das 60 € kostete. Zusätzlich wurden Auslagen für förmliche Zustellungen in Höhe von 26,29 € berechnet und für Zeugen-Entschädigungen 477,50 € in Anschlag gebracht. Es bleibt nur zu sagen: Recht ist uns teuer.203 Die Prozessakte händigte der offenbar über diese Entwicklung seiner Erwerbserwartung empörte Anwalt Grau einem Fahrer unverschlossen und unter Bruch jeglicher Vertraulichkeit aus. Außen auf dem Umschlag standen Name, Vorwürfe und Aktenzeichen groß und deutlich vermerkt. So viel zu dem Kapitel Anwälte in Hamburg. Einer wurde sofort entlassen, der zweite, der nur die Hauptverhandlung sah, wegen Untätigkeit entbunden und den Dritten haben wir hier eingehend genossen.

 

 

 

 

1 Archiv Schulte, B. Schulte an Wierichs, Ref.Ltr.AU I.7, 15.10.1998.

2 Ebd., Miklikowski (AU I.1-028152/98Z), 19.04.1999. Als ich die Akten erhielt (Kostenbescheid vom 22.12.1998), und mich dagegen verwahrte, diese zu übernehmen (B. Schulte an Busse, 25.4.1999: "Die in Frage stehenden Kopien senden wir Ihnen gern zurück"), da inzwischen diese Unterlagen für mich wertlos geworden seien, erhielt ich von der Gauckbehörde die Auskunft: "Nach Prüfung des Verwaltungsvorganges, in dem die Bearbeitung Ihres Antrags dokumentiert ist, weise ich Ihre Vorwürfe zurück. Dies bezieht sich vor allem auf Ihre Behauptung, daß Sie nicht über den Bearbeitungsstand informiert wurden. Ich verweise u. a. auf mein Schreiben vom 10.09.1998 und Ihre Antwort vom 15.10.1998, in denen eine Übereinkunft über den weiteren Verfahrensablauf im Hinblick auf Ihren Antrag erzielt wurde". Herr Busse bedrohte mich im ferneren Ablauf mit Zwangsvollstreckung, sodass ich die reklamierten DM 490,90 bezahlte, um dem OVI zu entgehen. Auch dieses Detail wirft ein treffendes Licht auf Zukünftiges. U.a. eine Strafanzeige gegen den Leiter der Technischen Abteilung des Kraftfahrtbundesamtes Flensburg, Herrn Strupp, weil dieser offenkundigen technischen Mängeln des KFZ Mercedes Typ 107 SLK 230 nicht bereit gewesen war nachzugehen (vgl. ebd., B. Schulte an Leitenden Oberstaatsanwalt beim Hanseatischen Oberlandesgerichtes, Hamburg, 19.9.2001).

3 Ebd., Dr.H. Berlin an B. Schulte, 24.10.2001.B. Schulte an Birthler, 4.9.2002: "(Betr.: Einfluß des MfS auf die gesamtdeutsche Industrie mit Schwerpunkt Automobilindustrie, AU II.8-017081/96Z) In der oben erwähnten Sache ist mir - entgegen Vereinbarung - wiederholt keine Mitteilung zum Fortgang des Auftrages zugekommen. Seit 2001 war Herrn Dr. Berlin bemüht, den Vorgang abzuschließen. Bis heute ist - trotz verschiedenster Versuche der Kontaktaufnahme - kein Fortschritt zu erreichen. Die verantwortliche Leiterin des Referates, Frau Eckert, ist seit Wochen entweder im Urlaub oder anderwärts abwesend und hat sich bis heute in der Sache nicht kundig gemacht. Die Akten wollte sie erst heute bestellen, um am Montag Auskunft geben zu können. Für diese Auskunft habe ich seit Freitag letzter Woche mit Frau Schade (2324-9284) zweimal telefoniert. Als ich darauf drang,...unmittelbar Kenntnis vom Sachstand zu erhalten, wurde Frau Eckhart in dem Sinne aggressiv, dass sie behauptete, gegen "Erpressung" sei sie allergisch. Deutlich wurde von mir gemacht, dass ich diesen Vorgang sehr geradlinig verfolgen werde. Ich bitte um umgehende Klärung in der Sache, da offenkundig die Akten auslieferungsfertig - und seit Monaten - im Amt liegen". Ebd., B. Schulte an M. Birthler, 7.10.2002, Antwort auf Schreiben von Frau B., 26.9.2002, deutlicher werdend.

4 Ebd., Dr.H. Berlin an B. Schulte, 24.10.2001.B. Schulte an Birthler, 4.9.2002: "(Betr.: Einfluß des MfS auf die gesamtdeutsche Industrie mit Schwerpunkt Automobilindustrie, AU II.8-017081/96Z) In der oben erwähnten Sache ist mir - entgegen Vereinbarung - wiederholt keine Mitteilung zum Fortgang des Auftrages zugekommen. Seit 2001 war Herrn Dr. Berlin bemüht, den Vorgang abzuschließen. Bis heute ist - trotz verschiedenster Versuche der Kontaktaufnahme - kein Fortschritt zu erreichen. Die verantwortliche Leiterin des Referates, Frau Eckert, ist seit Wochen entweder im Urlaub oder anderwärts abwesend und hat sich bis heute in der Sache nicht kundig gemacht. Die Akten wollte sie erst heute bestellen, um am Montag Auskunft geben zu können. Für diese Auskunft habe ich seit Freitag letzter Woche mit Frau Schade (2324-9284) zweimal telefoniert. Als ich darauf drang,...unmittelbar Kenntnis vom Sachstand zu erhalten, wurde Frau Eckhart in dem Sinne aggressiv, dass sie behauptete, gegen "Erpressung" sei sie allergisch. Deutlich wurde von mir gemacht, dass ich diesen Vorgang sehr geradlinig verfolgen werde. Ich bitte um umgehende Klärung in der Sache, da offenkundig die Akten auslieferungsfertig - und seit Monaten - im Amt liegen". Ebd., B. Schulte an M. Birthler, 7.10.2002, Antwort auf Schreiben von Frau B., 26.9.2002, deutlicher werdend.

5 Ebd., B. Schulte an Dr. A. Menne-Haritz, 9.1.2003.

6 Ebd., Ziehm (Die Bundesbeauftragte) an B. Schulte, 21.10.2003.

7 Vgl. ebd., B. Schulte an D. Niemann, 18.11.2003.

8 Ebd., Loos (Die Bundesbeauftragte) an B. Schulte, 5.12.2003.

9 Ebd., Loos (Die Bundesbeauftragte) an B. Schulte, 9.12.2003.

10 Ebd., B. Schulte an Niemann (Außenstelle Schwerin), 16.12.2003.

11 Ebd., B. Schulte an Staatsanwaltschaft Hamburg, 13.2.2004. End., B.Schulte an Staatsanwaltschaft am Hanseatischen Oberlandesgericht, 13.2.2004.Gemahnt wurde mit Schreiben vom 14.3.2004, der Verfasser schrieb, da "bis heute keinerlei Reaktion in der o.e. Sache" eingegangen sei. Es wurde Frist bis zum "26.3.2004" gesetzt (handschr. Notiz des Verf.: "e-mail 14.3.ab an GSta HH, generalstaatsanwaltschaft-hamburg@sta.hamburg.de). Ebd., B. Schulte an Staatsanwaltschaft am Hanseatischen Oberlandesgericht, 23.3.2004. Erneute Mahnung am 23.3.2004. Neue Fristsetzung bis zum 26.3.2004. Ebd., Generalstaatsanwaltschaft Hamburg an B. Schulte, 25.3.2004: "sehr geehrter Herr Schulte" (Justitzobersekretäre in Hamburg sind inzwischen promoviert). Im April 2004 erfolgte eine weitere Strafanzeige, die eine Bedrohung, im Raum Schwerin, durch einen jungen Autofahrer zum Gegenstand hatte. Das Schicksal dieser Anzeige entsprach jenem der übrigen. Diese versandete.

12 A. Buchwald (TU Dresden/Universitätsarchiv) an B. Schulte, 8.3.2004.

13 Dazu liegt ein Film im Volkswagenarchiv, der zuvor geheim gehaltene Aufnahmen zur Thematik der in Stollen und Bergwerken vor Bombenangriffen zu deckenden Kriegsproduktion enthält.

14 B. Schulte an M. Grieger, 5.5.2004, 12:00 Uhr (e-mail).

15 Vgl. ebd., B. Schulte an M. Grieger, 13.5.2004.

16 Ebd., B. Schulte an M. Grieger, 25.Mai 2005 (e-mail, 11:12 Uhr).

17 Ebd., M. Grieger an B. Schulte, 9.6.2004 (e-mail, 10:31 Uhr).

18 Ebd., B. Schulte an M. Grieger, 11.6.2004 (e-mail: 09:17 Uhr).

19 Ebd., B. Schulte an C. H. Hahn, 14.6.2004: "Gern berichte ich Ihnen über die Ergebnisse meines Buches: "China begann an der Elbe"".

20 Vgl. ebd., B. Schulte an Th. Frank, 16.6. (e-mail: 12:10 Uhr).

21 Ebd., C. H. Hahn (Prof.Dr.Dr.h.c.mult.) an B. Schulte, 17.6.2004.

22 Ebd., Ebd., B. Schulte an C. H. Hahn, 18.6.2004 (e-mail: 11:56). C. H. Hahn an B. Schulte, 18.6.2004 (e-mail: 20:20 Uhr).

23 Vgl. ebd., R. Stark an B. Schulte, 22.6.2004 (e-mail: 11:01).

24 Ebd., B. Schulte an Th. Frank, 1.7.2004 (e-mail: 9:51 Uhr). Ich griff auf diese Art und Weise ein, nachdem sich zwischen den Sekretärinnen ein munteres Hin- und Herschreiben entwickelt hatte. Inzwischen war Frau Stark, der Sekretärin von Frank der stringentere Ton aufgefallen, den ich hatte einfließen lassen. Entsprechend fragte sie in der Abrede zur e-mail vom 30.Juni (15:15 Uhr) : "Sehr geehrte Frau (oder Herr??) Träger", um dann dennoch wider nicht zum Punkt zu kommen.

25 Ebd., B. Schulte an M. Grieger, 1.7.2004 (e-mail: 10:00).

26 Ebd., R. Stark (Abt. I/GP-T) an Traeger, 2.7.2004 (e-mail: 14:41 Uhr).

27 Ebd., E. Traeger an R. Stark, 5.7.2004 (e-mail: 10:52 Uhr).

28 Vgl. ebd., R. Stark an E. Traeger, 6.7.2004 (e-mail: 9:27 Uhr): "Liebe Grüße aus Ingolstadt".

29 Ebd., B. Schulte an Th. Frank, 6.7.2004 (e-mail: 09:48 Uhr).

30 Vgl. ebd., R. Stark an B. Schulte, 6.7.2004 (e-mail: 10:00 Uhr).

31 Ebd., Th. Frank an B. Schulte, 6.7.2004 (e-mail: 16:49 Uhr).

32 Ebd., B. Schulte an Th. Frank, 7.7.2004 (e-mail: 09:13 Uhr).

33 Ebd., B. Schulte an Th. Frank, 7.7.2004 (e-mail: 9:35 Uhr).

34 Ebd., U. Harrer an B. Schulte, 7.7.2004, (e-mail: 10:56 Uhr).

35 Ebd., B. Schulte (Redaktion Extra-Blatt) an Generalstaatsanwaltschaft-Hamburg, 1.6.2004 (e-mail: 11:13 Uhr).

36 Ebd., B. Schulte an Presse/BStU, 23.7.2004 (e-mail: 10:32 Uhr). "Nachr.: Herrn Niemann/ Görslow/ Außenstelle Schwerin (Tel. 03860-5030)".

37 Ebd., B. Schulte an C. H. Hahn, 10.8.2004 (e-mail: 10:36 Uhr). In der Anlage: B. Schulte an M. Winterkorn, 8.10.2002: "Meine Anmeldung zum Kongreß über Robert von Eberan-Eberhorst habe ich zurückgenommen. Leider kann ich - nach einigem Nachdenken - nicht an einer Veranstaltung teilnehmen, auf der Herr Kirchberg spricht. Meine Erfahrungen mit diesem in den Jahren 1983/85 machen mir dies unmöglich. Im Auftrag der Audi AG habe ich den Film "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit" erarbeitet, produziert und vorgestellt. Der Film gewann 1988 auf dem Internationalen Industriefilmfestival in Hannover den 3. Preis. Meine Forschungen seit 1996 förderten Materialien zutage, die zeigen, dass meine Arbeit für AUDI 1983-1986 durch Kräfte innerhalb und außerhalb des Hauses, im Zusammenspiel, derart gefährdet wurden, dass meine persönliche Existenz bedroht war. Zu diesen Kräften zählte, neben anderen im Außenverhältnis, der oben erwähnte Kirchberg." Vgl. ebd., B. Schulte an Dr. J. Körner (Kanzler der Westsächsischen Hochschule Zwickau), 1.10.2002. Beide antworteten damals nicht.

38 Ebd., B. Schulte an Th. Frank, 10..2004 (e-mail: 11:11 Uhr).

39 Ebd., B. Schulte an M. Grieger, 10.8.2004 (e-mail: 11:34 Uhr).

40 Ebd., "Aufzeichnung 10.August Groß-Borstel, VerkehrStSache. Timecode Videokamera: 1:18:47. BMW 520 HH-AD 755, Ort knapp hinter Essotankstelle".

41 Ebd., Timecode Videokamera: "1:19:18"; d.h. 21 Sekunden vergingen vom Einschalten der Videokamera bis zum Stop des BMW außer Sichtweite der Essotankstelle (Anfahren, 50 Meter zurückgelegt, Bremsen).

42 Ebd., Timecode: "1:19:21, Bremslichter BMW in Beginn Engstelle". Demnach vergingen nur 3 Sekunden Fahrt bis zum Angriff an der Engstelle. Wenn überhaupt, muss der Angreifer seinen Entschluss zur Tat hier gefasst haben. Jedenfalls war die Zeit sehr kurz.

43 Ebd., Timecode: "1:20:38. Kamera fällt nach unten. Angriff 2 beginnt".

44 Ebd., Timecode: "1:20:40, Kamera zeigt Hemd (ds. Ang.)n dicht (auf cm). Ich[falsch: "er"]: "Los hol" Sie doch! Ich[zum Taxichauffeur][1:20:50] "Haben Sie die [die Polizei] gerufen?" Timecode: "1:21:13. Bis hierher Kamera schwenkt im Fahrzeug Ri[chtung] Boden. Ich: "Hau ja ab Du Schwein!" Gegner versuchte sich erneut zu nähern".

45 Ebd., Timecode: "1:22:00: Gegner Füße dicht, kommt auf mich zu weist auf mich...Die Fahrzeuge sollten a[us].d[em].Weg genommen werden. Ich ("...) unverständlich [zum] Taxichauffeur"".

46 Ebd., Timecode: "1:22:34 Gegner telefoniert 5 Schritte entfernt. Motoren-Geräusch, Gegner ruft Freund". Timecode: «1:22:35 Totale: Bus HVV jenseits des BMW". Timcode : « 1 :23 :03. Gegner steigt telefonierend in BMW. 1:23:08 Passant mit Hunden weicht zurück".

47 Ebd., Timecode : "1 :22 :45, Passant mit zwei Kampfhunden. Ich: "Einfach gebremst/ausge­bremst und angegriffen". Passant: "Vorsicht, die Hunde...". 1:22:30, Hund. Passant: "Und wer hat geschossen?" Ich: "Ich". Passant: "Mit einer Gaspistole?" Ich: "Ja"".

48 Vgl. Anm. 46.

49 Ebd., Freie und Hansestadt Hamburg. Behörde für Inneres. Polizei. Dienststelle PK 24. AZ. 024/1V/0570474/2004, Führerschein-Abnahmebescheinigung, 10.08.2004. Dieser Vorgang ist im Zusammenhang mit dem Verhalten des ersten von mir beauftragten Rechtsanwaltes, Gerd Benoit, zu prüfen.

50 Ebd., B. Schulte an Dr. Ritter, 12.8.2004 (e-mail: 11:56 Uhr).

51 Ebd., B. Schulte an Dirk Grosse-Leege,13.8.2004 (e-mail: 11:37 Uhr). Detmar Grosse-Leege war ein schwer einzuschätzender, wenig verlässlicher Partner gewesen. Sein von Hahn/VW erzwungener Weggang von Audi, im Juli 1985, löste ein Feuerwerk von Intrigen gegen mich, und mein Filmprojekt aus, das er 1983/84 - in aufstrebender Zeit - initiiert und getragen hatte. Später traf ich Grosse-Leege am Mittelweg in Hamburg wieder. Inzwischen arbeitete er bei Schulte-Hillen/Gruner & Jahr (Stern). Es blieb bei der gegenseitigen Versicherung, einmal zu telefonieren. Später ging Grosse-Leege zur DASA in München/Ottobrunn, darauf zu Schrempp bei Daimler-Benz. Wir telefonierten noch ein paar Mal, blieben aber natürlich ohne Ergebnis.

52 Zunächst wollte er nicht. Ich hätte beim letzten Mal nicht bezahlt. Ich erinnerte zu spät, dass er a) durch unqualifizierte Vorwürfe auffiel, b) durch unambitionierte Mandatsführung und c) durch Untätigkeit. Das hätte mich warnen sollen, aber ich stand unter Schock. Derartige Figuren wie den Polizist Windele-Jensen, die unverleugbare Androhung von Gewalt und das SS-mäßige Auftreten der Polizei Garstedter Weg, ließen mich diesen Fehler begehen.

53 E bd., B. Schulte an G. Benoit, 12.8.2004 ("Weltmacht durch die Hintertür"). Ich erwähnte u.a. meinen Film für Audi "Audi-mobil. Fortschritt im Wandel der Zeit" und eröffnete damit die Verbindung zu Audi. Diese hatte verhindert, dass der arrivierte frühere Anwalt meiner Forum Film GmbH, Klosterfelde, auf Grund der Beziehungen seiner Kanzlei zu Audi (früher: Dr. H. Ulmer), es ablehnte, meinen Fall zu übernehmen (Telefonat: 11.8. 18.00 Uhr)".

54 Ebd., B. Schulte an G. Benoit, 16.8.2004.

55 Ebd., B. Schulte an G. Benoit, 18.8.2004. Es wurden Fotos der Beule am Auto zugesandt.
Ebd., B. Schulte an G. Benoit, 18.8.2004: "Wie ich Ihnen am Montag mitteilte, befindet sich mein Führerschein seit dem 16.8.2004 bei der: Staatsanwaltschaft beim Landgericht, Johannes-Brahms-Platz 12, 20335 Hamburg. A.Z.: 024/1K/0570474/2004.

Ich möchte Sie bitten, eine richterliche Entscheidung zur Aufhebung der vorläufigen Beschlagnahme [zu] erwirken. Weiter benötigen wir für die Darstellung des Herganges die ebenfalls beschlagnahmte H8-Videocassette. Das Gutachten hinsichtlich der durch den Angreifer verursachten Beschädigungen am Wagen meiner Frau (Video-Bilder bei Ihnen) geht Ihnen in Kürze zu. Das Ergebnis einer orthopädischen Untersuchung geht Ihnen gleichfalls zu (Wiederaufbrechen meiner Bandscheibenproblematik seit dem 10.8.2004). Im Sinne einer aktiven Strafverteidigung bitte ich Sie, eine Strafanzeige gegen den Fahrer des BMW wegen Nötigung, Sachbeschädigung und tätlichen Angriffes vorzubereiten. Die im Verlauf der Kollaustrasse - stadteinwärts - aufzeichnenden Videokameras wären für den Zeitraum 14.00-14.30 Uhr an den Kreuzungen Tibarg/Niendorf und Groß-Borsteler-Str. (sowie zwischen beiden Punkten) für den Hergang ebenso wichtig wie meine H-8-Videocassette (Bild und Ton) für den anschließenden Zeitraum....Mir liegt daran, den Führerschein umgehend wieder zurückzuerhalten. Unabhängig von der Behandlung des weiteren Sachverhaltes".

56 Ebd., B. Schulte an G. Benoit, 20.8.2004, S/Tr. 08/04.

57 Ebd., B. Schulte an G. Benoit, 23.8.2004.

58 Ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 23.8.2004. B. Schulte an G. Benoit, 24.8.2004: "Hiermit kündige ich, wie soeben telefonisch Ihnen persönlich mitgeteilt, beide Mandate...Ich bitte um Überlassung der Handakten. Bitte überweisen Sie den Vorschuss in Höhe von Euro 500, - bis zum 30.August 2004, hier eingehend, zurück. Ihre Kostennote, für entstandene Aufwendungen, werde ich im Gegenzug begleichen". Das geschah nicht. Benoit behielt die € 500- - trotz Nichtleistung, ein. Sollte er - infolge meines Schreibens vom 20.8. - "kalte Füße" bekommen haben?
Am 8.11.2004 hielt ich in Form einer Aktennotiz fest: "In der Verkehrs Sache hat Herr Benoit gleichfalls keinerlei Reaktionen auf meine Mitteilungen zum Weg des Führerscheins ist (AZ.!) durch die Hamburger Behörden und zur Sache veranlasst. Er hat sich sogar beschwert, dass ich angesichts dieser Lage zur Sache anfragte. Dies geschah - nach wiederholtem Schweigen sowie angesichts der Uninformiertheit der Kanzleiangestellten - dringend. Daraufhin wurde Herr Benoit ausfallend. Der Anwalt hat damit die Verschleppung des Verfahrens verursacht und ist damit für sämtliche Folgeschäden haftbar. Anzeige[n] bei der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Parteienverrat wird erwogen. Dieses Verhalten reicht sich die Hand mit früheren Mandaten, die Herr Benoit in den 80iger Jahren ähnlich verschleifen ließ, um dann zu faulen Kompromissen zu kommen".

59 Ebd., B. Schulte an A. Buchwald, 24.8.2004 (Betr.: Recherche nach Briefen Auto Union - Audi (NSU Auto Union GmbH bis 1984 so genannt in Ingolstadt).

60 Ebd., B. Schulte an Dr. Martin, 24.8.2004 (e-mail: 12:06 Uhr). Abzüge aus den Auto Union Akten lagen auf meinem Tisch.

61 Ebd., Hinsch-Timm an B. Schulte, 24.8.2004.62 Ebd., B. Schulte an Boos, 26.8.2004 (e-mail: 09:41 Uhr).

62 Ebd., B. Schulte an Boos, 26.8.2004 (e-mail: 09:41 Uhr).

63 Vgl. B. Schulte an BA-Berlin, 26.8.2004 (e-mail:12:07 Uhr): "Weiter bitte ich um Auskunft, ob sich Akten des Büros MHF und/oder des Büros für Projekte der DDR erhalten haben. Im Zusammenhang mit meinen Nachforschungen zu dem Schicksal meines Forschungsprojektes zur Geschichte der Auto Union, in den Jahren 1983-90, möchte ich den Entscheidungsverlauf zur Benutzung der Auto Union-Akten im Sächsischen Staatsarchiv nachprüfen".

64 Ebd., A. Buchwald an B. Schulte, 27.8.2004 (e-mail: 9:22 Uhr). Den Grund dafür bildete wohl die Beteiligung des Dr.P.Kirchberg von der HfV.

65 Ebd., B. Schulte an A. Buchwald, 27.8.2004 (e-mail: 10:26 Uhr).

66 Ebd., www.horch-museum.de/ansprechpartner.asp

67 Ebd., B. Schulte an J. Moses, 2.9.2004 (e-mail: 10:58 Uhr).

68 Vgl. ebd., D. Niemann an B. Schulte, 3.9.2004.

69 Ebd., B. Schulte an M. Birthler, 6.9.2004.

70Ebd., J. Hinsch-Timm an B. Schulte, 6.9.2004. Der Richter sei "ein Scharfer", lautete die Parole.

71 Ebd., B. Schulte an G. Geuecke, o.D. Ich erläuterte noch einmal ausgiebiger, erhielt jedoch bis heute keine Antwort. Ich führte aus: "Die Akte enthält nicht die Videocassette. Die Aussage des Polizisten stimmt vorn und hinten nicht. Von seiner Aktion bis zu den Aussagen, die er (und andere gemacht und gehört haben wollen! SS-Gehabe, gezogene Pistole, Abschneiden jedes Angebotes auszusagen/ Befragung, vor Ort und in der Wache (Ausnüchterungszelle für 1 Stunde, wilde Entstellung meiner angeblichen Aussage einem weiteren Polizisten gegenüber).

Die Aussage des Gegners Bleuß setzt erst da ein, wo er glaubt im Recht zu sein. Die Vorgeschichte (Schneiden auf der 6 spurigen Kollaustraße, Ausbremsen hinter der Ampel RI METRO, Ausbremsen in der Groß-Borsteler Str. a) nahe ESSO Tankstelle, b) Sperrung/Ausbremsen in der Engstelle Gr.-Borsteler-Str. und folgender Angriff tatsächlich gesehen, hat (gesehen haben kann) ist mir unklar. Meine Aufmerksamkeit war auf den Angreifer gerichtet".

72 Vgl. ebd., M. Erdmann, Rechnung 820020041, 19.8.2004. Johannsen Rechtsanwälte, Honorarschein, 25.8.2004.

73 Ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 6.9.2004 (e-mail: 09:00 Uhr).

74 Ebd., J. Hinsch-Timm an Amtsgericht Hamburg, 6.9.2004 (vorab per Fax: 428 43 - 3752").

75 Ebd., B. Schulte an Chemnitzer Morgenpost, "Betr.: Dr. Peter Kirchberg/Audi", 7.9.2004. Dass sich die sächsischen Blätter und Dienststellen später nicht mit den Dingen befassten, sei hier nur der Ordnung halber erwähnt. Vgl. B. Schulte, Ein Schlag in das Gesicht der vom DDR-Regime Verfolgten. Prof. Dr. Peter Kirchberg bei der Audi AG, in: Extra-Blatt, 8/2004 (www.forumfilm.de).

76 Ebd., B. Schulte an H. Ulmer, 11.9.2004 (Betr.: "Stasi und VW").

77 Ebd., B. Schulte an Loos, 27.9.2004 (e-mail: 12:55 Uhr). Vgl. ebd. Nachrichtlich ging dieses Schreiben an Frau Birthler.

78 Ebd. B.. Schulte an Kotras (Bundesarchiv), 29.9.2004 (e-mail: 12:30 Uhr). "b) der weiteren Vertragsabsprachen und Projekte der Verkehrshochschule Dresden mit VW (u[nd]. auch Audi)".

79 Ebd., B. Schulte an Oberstaatsanwalt Helmut Walter, Staatsanwaltschaft Ingolstadt, Strafanzeige gegen Prof. Dr. Peter Kirchberg..., 30.9.2004.

80 Vgl. ebd., B. Schulte an Kanzler Post, 30.9.2004 (e-mail: 13:37 Uhr).

81 Ebd., W. Siegemund an B. Schulte, 30.9.2004 (e-mail: 15:00 Uhr).

82 Ebd., W. Siegemund an B. Schulte, 1.10.2004 (e-mil: 11:17 Uhr): "Ich informiere sie gern darüber - Sie schrieben ja, dass es Ihnen nicht klar sei -, dass auch das August-Horch-Museum in Zwickau - von den bisher übrigens nie die Rede war - nicht in den Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Staatsministers für Kultus fällt. Der Unterschied liegt im Unterschied der Buchstaben "s" und "r" der Wörter "Kultus" und "Kultur". Der Kultusminister ist in Sachsen für Schulen, Sport, Religionen sowie Erwachsenenbildung, Laienmusik und Heimatpflege zuständig. Museen (wie übrigens auch Hochschulen und Universitäten) fallen in den Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK), Referat 2.2., werden kommunal verwaltet oder gehören z.B. zu Betrieben. Falls es also eine Verbindung ihrer angesprochenen Angelegenheit zu einem sächsischen Museun gibt, bitte ich Sie, sich selbst an das SMWK zu wenden, weil das Sächsische Staatsministerium für Kultus nach wie vor für Ihre Angelegenheit nicht zuständig ist. Ob das SMWK allerdings auch für Traditionspflege in Ingolstadt zuständig ist, entzieht sich meiner Kenntnis." Mit einem kurzen Satz: "Zuständigkeitshalber weitergeleitetet an..." wäre die ganze Chose aus der Welt geschafft gewesen. Übrigens wurde "Sächsisch" nun in Verbindung mit Ministerien groß geschrieben. Auffallend zudem, dass aber ein Weiterleiten des Vorganges immer noch mühsamer schien, als höchst eloquente Erklärungen über gewiss bedeutsame Strukturen der sächsischen Staatlichkeit. Dieser Vorgang wird deshalb so detailliert vorgeführt, weil in der Folge ähnliche Verhaltensweisen bundesdeutscher Behörden erkennbar werden (Hervorh.v.m., B.S.).

83 Ebd., M. Müller an B. Schulte, 5.10.2004 (e-mail: 19:14 Uhr). Offenbar waren auch hier anfänglich Widerstände gegen eine Bearbeitung meines Antrages zu überwinden. Eine offenbar verbreitete Haltung bei deutschen staatlichen Stellen. Ich musste erst meinen wissenschaftlichen Leumund von unverdächtiger Seite bestätigen lassen.

84 Vgl. ebd., www.forumfilm.de/Volumen statt Qualitäten.

85 Vgl. ebd., B. Schulte an Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, 11.10.2004. Strafanzeige betr. Prof. Dr. Peter Kirchberg, betr. 14.2.1934, Gassen, Kr. Sorau Wohnhaft: Am Gangsteig 9, 85051 Ingolstadt/Donau.

86 Ebd., B. Schulte an H. Walter, 1.11.2004.

87 Ebd., B. Schulte an Dietrich, 1.11.2004.

88 Ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 5.11.2004.

89 Ebd., L. Beck an B. Schulte, 9.11.2004 (e-mail: 18:37 Uhr).

90 Ebd., L. Beck an B. Schulte, 10.11.2004 (e-mail: 11:21 Uhr). Az.: 7512.2-1/1104. Benutzung des Bestandes 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv Ihre Anfrage vom 24.8.2004; Antwort vom 9.11.2004. Die Telefonate erinnerten durchaus an die 80iger Jahre, als der hölzerne Stil durchaus noch Wesensmerkmal der Kontakte mit dieser deutschen Region war. Es fällt auf, wie viel Zeit in gedrechselte Begründungen nachträglich investiert wurde, anstatt sofort sachgerecht zu reagieren.

91 Ebd., B. Schulte an P. Beck, 11.11.2004.

92 Vgl. ebd., B. Schulte an G. Benoit, 23.11.2004.

93 Der Generalbundesanwalt an B. Schulte, 3.12.2004.

94 Benoit hatte mich 1986 in einer Verkehrssache vertreten, die er damals mehr recht als schlecht führte (Richter "eisenhart" Nesemann). Das war bereits vor Schill.

95 Benoit hatte mich 1986 in einer Verkehrssache vertreten, die er damals mehr recht als schlecht führte (Richter "eisenhart" Nesemann). Das war bereits vor Schill.

96 Der Anwalt Benoit hatte, nach eigener Aussage, zu dieser Zeit mit Windele-Jensen telefoniert. Dass dessen Aktion auf die Mitteilungen des Anwaltes zurückging, drängt sich auf.

97 Ebd., Die Beauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes... , Tgb.-.Nummer 17081/96.

98 Ebd., Birk an B. Schulte, 14.12.2004. Fortgesetzter Autismus auch am Schluss des Schreibens. Birk gipfelt nämlich in der Formulierung: "Ihre annähernd gleichzeitig an das HStDD versandte Nachricht wurde von dieser umgehend am selben Tag beantwortet. Darin wurden Sie ausdrücklich auf die Möglichkeit hingewiesen, sich von dem Rechercheergebnis durch persönliche Einsichtnahme in die Unterlagen während der Öffnungszeiten des HStDD zu überzeugen". Dass diese Darstellung grob irreführend war, wird hier unter Anmerkung 89 dargelegt. Wie Frau Birk nun auf die äußerst optimistische Auffassung geraten konnte, sie hoffe, mein "Vorwurf [sic], es würde Aufklärungsarbeit verhindert," habe "sich mit dieser Nachricht des HStDD erledigt", bleibt unerfindlich.
Trotz erneuter Klarstellung meinerseits blieb Birk bei ihrer realitätsfernen Haltung. Vgl. ebd., Birk an B. Schulte, 21.12.2004.

99 Ebd., B. Schulte an L. D. Schilling, 20.12.2004. Doch diese waren entweder tot oder noch in Diensten von Audi und wollten somit ihre Stellungen nicht periclitieren (Frau Knüppel, vormals Chefsekretärin Dr. Habbel).

100 Ebd., I.W. Lill an G. Benoit, G. Berg und G. Benoit, 4.1.2005.

101 Ebd., Sachstandsbericht (Hinsch-Timm), 10.1.2005, Schulte.

102 Ebd. B.Schulte an J. Hinsch-Timm, o.D.

103 Ebd., Th. Barthol an Johannsen Rechtsanwälte, 12.1.2005. Th. Barthol an J. Hinsch-Timm, 12.1.2005.

104 Ebd., J. Hinsch-Timm an Amtsgericht Hamburg, 14.1.2005.

105 Ebd., Kostennote RVG, 17.1.2005: 1,3 Geschäftsgebühr 110,50, 1,3 Verfahrensgebühr 172,90, 1,2 Termingebühr 159,60, abzgl. Abgleich zwischen Geschäfts- und Verfahrensgebühr -86,45, Postpauschale gerichtlich 20,00, Postpauschale außergerichtlich 20,00. Gebühren und Auslagen (netto) 396,55, 16% Mehrwertsteuer, Nr. 7006 VV RVG 63,45, Gebühren und Auslagen (brutto) 460,00, Vorgelegte Gerichtskosten, Auslagen (steuerfrei) 243,00, Zwischensumme 703,00. Endbetrag der Rechnung 703,00.

106 Ebd., Johannsen Rechtsanwälte an Amtsgericht Hamburg, 17.1.2005.

107 Ebd., J. Hinsch-Timm an B. Schulte, 18.1.2005. Vgl., J. Hinsch-Timm an Amtgericht Hamburg, 18.1.2005: "Es wird um Mitteilung gebeten, auf Grund welcher Erkenntnisse der Angeschuldigte in der Anklageschrift als vorbestraft bezeichnet wird. Ausweislich des in der Akte befindlichen Auszuges des aus dem Bundeszentralregister[s] vom 16.8.2004 liegen dort ebenso wenig Eintragungen für Herrn Dr. Schulte vor wie im Verkehrszentralregister laut Auskunft vom 17.8.2004".

108 Ebd., B. Schulte an St. Ahrens, 18.1.2005

109 Ebd., ADS-L, Beltz Test GmbH, Göttingen, und FP-A1, 17.1.2005. Das Ergebnis, "die völlige Unbedenklichkeit" teilte ich am 1.2.2005 dem Anwalt Hinsch-Timm mit. Vgl. B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 1.2.2005 (e-mail: 11:05 Uhr).

110 Ebd., Klageschrift Hinsch-Timm vom 17.1.2005 (zugesandt am 20.1.2005).

111 Vgl. ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 21. und 26.1.2005.

112 Ebd., J.. Hinsch-Timm, 20.1.2005.

113 Ebd., J. Hisch-Timm an B. Schulte, 28.1.2005 (-mail: 9:53 Uhr).

114 Ebd., Amtsgericht Hamburg an Rechtsanwälte Dr. Johannsen pp., 2.2.2005.

115 Ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 2.2.2005.

116 Ebd., J. Hinsch-Timm an Elsner, Bezirksamt Eimsbüttel, Sozialpsychiatrischer Dienst, 2.2.2005.

117 Vgl. ebd., Detektei und Auskunftei Eva Sippel an J. Hinsch-Timm, 3.2.2005.

118 Ebd., J. Hinsch-Timm an B. Schulte, 4.2.2005. Vgl. ebd., J. Hinsch-Timm an Amtsgericht Hamburg, 4.2.2005. J. Hinsch-Timm an S. Lackas, 4.2.2005.

119 Vgl. ebd., B. Schulte an Wagenführ, 8.2.2005. Weiter: "Überfall, 10.8.2004, Groß-Borsteler Weg, Höhe Bus-Haltestelle, Hamburg, 14.25-14, 35 Uhr. Wer hat den o.a. Vorfall gesehen? - kann bezeugen, wie BMW dunkelblau (HH-AD 755), nahe ESSO-Tankstelle Kollaustr./-Groß-Borsteler Weg grünen Mercedes SLK (offen) ausbremst. - kann bezeugen Hergang des Überfalls des BMW-Fahrers, Höhe Bus-Haltestelle-Groß-Borsteler Weg - auf Fahrer SLK und dessen weiteren Verlauf? Wer hat weitere Vorkommnisse beobachtet (z. B. Ankunft der Polizei, Verhalten des Kommandoführenden Polizisten etc.)? [Photo aus Video] Wer kennt diesen Mann? Kann Auskunft geben? Hinweise bitte an infos@forumfilm.de."

120 Ebd., B. Schulte an J. Hisch-Timm, 10.2.2005 (e-mail: 10:46 Uhr).

121 Ebd., J. Hinsch-Timm an B. Schulte, 10.2.2005.

122 Ebd., J. Hinsch-Timm an B. Schulte, 10.2.2005 (e-mail: 10:42 Uhr).

123 Ebd., B. Schulte an J. Hinsch-Timm, 11.2.2005.

124 Ebd., B. Schulte an G. Schürer, 11.2.2005.

125 Ebd., B. Schulte an K. Schülke (Richter am Bundespatentamt-Gericht, 11.2.2005.

126 Vgl. ebd., B. Schulte an Prof. Dr. Dr. St. Ahrens, 16.2.2005.

127 Ebd., M. Griese (Referatsleiter) an B. Schulte, 21.2.2005.

128 Ebd., D. Heinrichsen an B. Schulte, 22.2.2005.

129 Ebd., Dr. A. Wagner an B. Schulte, o.D.

130 Ebd., Ermittlung Bleuß.

131 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 10.2.2005.

132 Vgl. ebd., C. Grau, 10.2.2005.

133 Vgl. ebd.

134 Vgl. ebd.

135 Ebd., J. Hinsch-Timm an C. Grau, 15.2.2005.

136 Ebd., C. Grau an J. Hinsch-Timm, 14.2.2005: "In der Strafsache gegen Herrn Dr. Bernd Schulte beim Amtsgericht Hamburg (Ihr Zeichen: 04/02059/ht) hatten Sie bereits bei Gericht Ihre Mandatsniederlegung angezeigt. Das gleiche gilt für das gegen Herrn Dr. Schulte beim Sozial-Psychiatrischen Dienst des Bezirksamtes Eimsbüttel anhängige Verwaltungsverfahren (Ihr Zeichen: 04/2443/ht). Für beide Angelegenheiten sind Ihnen - nach Auskunft von Herr Dr. Schulte... Honorarvorschüsse in Höhe von zweimal EUR 1.000,00 überwiesen worden. Nunmehr ist unserem Mandanten für das Strafverfahren noch eine weitere Kostenrechnung über EUR 313,20 und für das Verwaltungsverfahren über EUR 896,10 zugegangen. Wir dürfen Sie höflich bitten, eine nachvollziehbare Abrechnung der von Ihnen vereinnahmten Honorarvorschüsse und der hieraus beglichenen Vergütungsansprüche zu erstellen und zu unseren Händen zu übersenden.

Im Hinblick auf Ihre Tätigkeit gegenüber dem Bezirksamt Eimsbüttel bittet unser Mandant um Erläuterung, worauf der zugrunde gelegte Streitwert von EUR 5.000,00 unter Ansatz der Geschäftsgebühr in Höhe von 2,5 beruht". Hinsch-Timm antwortete: "Ich hatte mit Herrn Dr. Schulte aufgrund Honorarschein vom 25.8.2004 für meine Tätigkeit im Vorverfahren ein Honorar in Höhe von 1500,00 € zzgl. Nebenkosten zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer vereinbart. Auf Grund dieser Honorarverpflichtung wurde Herrn Dr. Schulte am 23.9.2004 Rechnung für meine Tätigkeit im Vorverfahren über 1.777,12 € gestellt. Hierauf wurden gezahlt am 30.9.2004 750,00 €, am 21.10.2004.277,12 € sowie am 28.10.2004 750,00 € [Zahlungsweise wie vereinbart]. Die Ansprüche aus dem Honorar sind somit ausgeglichen. Mit Kostennote vom 7.2.2005 313,20 € wurde Herrn Dr. Schulte meine Tätigkeit nach Anklageerhebung nach RVG in Rechnung gestellt. Alle Honorarvereinbarung für meine Tätigkeit nach Anklageerhebung wurde nicht getroffen." J. Hinsch-Timm an C. Grau, 15.2.2005. In der Kanzlei Johannsen und Partner war wiederholt nicht zweifelsfrei deren Kontonummer zu erfahren.

137 Ebd., Amtsgericht Hamburg an J. Hinsch-Timm, 10.2.2005.

138 Ebd., Notiz: Manfred Christiansen, *18.02.56.

139 Ebd., Th. Barthol an Amtsgericht Hamburg, 4.2.2005. Interessant, wie ich sprechen sollte, wo mir gerade dies durch Windele-Jensen untersagt wurde. Sollte der Angreifer gegen sich selbst aussagen?

140 Ebd., C. Grau an Amtsgericht Hamburg, 16.2.2005. Warum Grau der Beziehung widersprach, ist nicht ersichtlich, da es doch exakt um die produktive Verknüpfung beider Verfahren ging.

141 Ebd., Prof. Dr. Dr. St. Ahrens an B. Schulte, 10.2.2005.

142 Ebd., Dr. G. Broszeit, Psychometrieauswertung Persönlichkeitstest FPI-A1 und ADSL-L, 9.2.2005.

143 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 18.2.2005. Vgl. Dr.med..E. Kranert, "Ärztliches Gutachte", 8.3.2005. Es begann einTuziehen um die möglichst sichere Lösung. Wobei die optimistische Einschätzung des Ausganges durch Grau schlicht und einfach falsch war. Eben gerade nicht das rechtmäßige Verfahren, sondern eine neue Kerbe am Kolbenschaft des Gewehres der Hamburger Dienststelle bildete das Ziel.

144 Ebd., Notiz: "Eims[büttel] A[kten]eins[icht]. Dem entspricht auch die Einschätzung des Anwaltes Hinsch-Timm. Darüber hinaus meine Erfahrungen im Fall einer Timmendorfer Freundin mit dem Neustädter Sozialpsychiatrischen Dienst, die 1994 mit dem Selbstmorde dieser Freundin endeten.

145 Ebd., Prof. Dr. Dr. St.Ahrens an B. Schulte, 25.2.2005.Quittiert wurde die Zahlung von Asklepios Westklinikum Hamburg, Prof. Dr. Dr. Stephan Ahrens, Ärztlicher Direktor, Chefarzt d. Psychosomatischen Abteilung, Suurheid 20, 22559 Hamburg.

146 Ebd., C. Grau an Dr. Moskalez, 24.2.2005.

147Ebd., Elsner an C. Grau, 25.2.2005. Dieses Schreiben ging bei Grau erst am 1.3.2005 ein. Meine Vorsicht im Umgang mit dieser Behörde stellt sich als vollinhaltlich berechtigt heraus. Oder "spielte" M. mit verdeckten Karten?

148 Ebd., C. Grau an Elsner, 10.3.2005: "In der obigen Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihr Schreiben vom 22.2.2005 und übersenden Ihnen anliegend eine Kopie des ärztlichen Gutachtens von Frau Dr. med. Eleonore Kranert vom 8.3.2005. Wir teilen Ihnen mit, dass bei die unserem Mandanten keine psychische Krankheit vorliegt. Wir dürfen Sie bitten, uns mitzuteilen, ob das ärztliche Gutachten für einen Abschluss des Verfahrens ausreicht".

149 Ebd., Elsner an C. Grau, 11.3.2005.

150 C. Grau an B. Schulte, 2.3.2005. Selbst die Befähigung von Frau Dr. Kranert mit einer "Genehmigung für Psychosomatik" würde nicht verfangen. So hatte Grau inzwischen begriffen. C. Grau an B. Schulte, 16.3.2005. Vgl. C. Grau an Moskalez, 16.3.2005.

151 Ebd., Elsner an B. Schulte, 22.3.2005.

152 Ebd., C. Grau an Elsner, 10.3.2005: "In der obigen Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihr Schreiben vom 22.2.2005 und übersenden Ihnen anliegend eine Kopie des ärztlichen Gutachtens von Frau Dr. med. Eleonore Kranert vom 8.3.2005. Wir teilen Ihnen mit, dass bei die unserem Mandanten keine psychische Krankheit vorliegt. Wir dürfen Sie bitten, uns mitzuteilen, ob das ärztliche Gutachten für einen Abschluss des Verfahrens ausreicht". Der Eindruck G."s, erwies sich - angesichts dieser beliebigen Verfahrensweisen der Hamburger Behörde - das Verfahren sei zügig abzuschließen, als zumindest irrig.

153 Ebd., Elsner an C. Grau, 11.3.2005. C. Grau an B. Schulte, 2.3.2005. Selbst die Befähigung von Frau Dr. Kranert mit einer "Genehmigung für Psychosomatik" würde nicht verfangen. So hatte Grau inzwischen begriffen. C. Grau an B. Schulte, 16.3.2005. Vgl. C. Grau an Moskalez, 16.3.2005.

Vgl. ebd., Elsner an B. Schulte, 22.3.2005. Vgl. ebd., C. Grau an B. Schulte, 24.3.2005. Vgl. ebd., C. Grau an B. Schulte, 7.4.2005.

154 Vgl. ebd., C. Grau, 7.3.2005 und J. Hinsch-Timm an C. Grau, 4.3.2005.

155 Ebd., C. Grau an Amtsgericht Hamburg, 17.3.2005. Diese Dissonanz zwischen Vorgesetztem und Windele-Jensen betonte dieser in seiner Zeugenaussage im Termin. Interessant überdies, dass der Senat des Landgerichts den Fall einer Verkehrs- und Familienrichtern zur Verhandlung zuwies.

156 Ebd., C. Grau an Amtsgericht Hamburg, 17.3.2005.

157 Ebd., B. Schulte an St. Ahrens, 4.4.2005 (Einschreiben mit Rückschein National, 5.4.05, Empfangsbestätigung: Lemen Heiko)

158 Ebd., St. Ahrens an B. Schulte, 6.4.2005. Die Schilderung der Details und Eindrücke behalte ich mir an anderer Stelle vor.

159 Ebd., Staatsanwaltschaft Hamburg an J. Hinsch-Timm, 30.3.2005: "...die Bekundungen Ihres Mandanten reichen für sich gesehen nicht aus, um eine Anklageerhebung gegen den Beschuldigten zu rechtfertigen; hinsichtlich des dem Beschuldigten von Ihrem Mandanten vorgeworfenen Fahrverhaltens stehen weder Zeugen noch Aufzeichnungen von Verkehrsüberwachungskameras zur Verfügung". Quot erat demonstrandum. Die Ermittlungsbehörde legte sich die Beweise so zurecht, wie sie diese benötigte. Und warum hatte Bleuß sich angesprochen gefühlt, wenn er überhaupt zuvor "schuldlos" gewesen war?

160 Vgl. ebd., C. Grau an Staatsanwalt Kappel, 6.4.2005. Parallel wanderte meine Videocassette zu den Vorgängen an das Landgericht zurück.

161 Ebd., B. Schulte an D. Höhn, 22.3.2005.

162 Ebd., B. Schulte an D. Scharnagl, 23.3.2005.

163 Ebd., B. Schulte an Knüppel, 29.3.2005.

164 Ebd., Dr. E. Meyer-Hardting, an Elsner, 11.4.2005. Per Fax am 12.4. an C. Grau gesandt.

165 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 12.4.2005 und C. Grau an Dr. Moskalez, 12.4.2005.

166 Vgl. ebd., Wulf, Staatsanwaltschaft Hamburg, Anklageschrift, 10.12.2004.Kappel, Staatsanwaltschaft Hamburg, Geschäfts-Nr.: 2007Js917/04, Verfügung, 16.12.2004. Eingang: Polizeidirektion West, 22.12.2004. Zeugenfragebogen, PK 024 an M. Christiansen, 22.12.2004. Ermittlungsvermerk, Dolberg PHK, 3.1.2005: "Er teilte mit, dass der Mercedes und der BMW, als er die Fahrzeuge bemerkte, nebeneinander gestanden haben.

167 Ebd., PK 024 024/9V/0907527/2004, Dolberg PHK, Ermittlungsvermerk, 10.1.2005.

168 Ebd., Th. Barthol an Staatsanwaltschaft Hamburg, 7.2.2005. Kappel, Verfügung, 30.3.2005. Es wurde nach diesen Einlassungen des Beschuldigten und des Zeugen "das Verfahren ...gem. §170 II StPO eingestellt, da Taten nicht nachweisbar" seien.

169 Ebd., C. Grau an Kappel, 19.4.2005.

170 Ebd., Richterin Poscharsky, Richterin Neumann, Richter Dr. Goetze, Beschluss in der Strafsache gegen Dr. Bernd-Felix Schulte, 12.04.2005, S. 4.

171 Ebd., S. 1-3.

172 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 14.4.2005. Im Wesentlichen ging es um "den vom Gericht angeforderten Zeugenvorschuss", also wieder einmal um die Finanzen. AG Hamburg, Abt. 8B, Richterin Köper, 14.4.2005: "Klägervertreter erklärt: "Zum Beweis dafür, dass die Eintragungen im Bundeszentralregister für den Beklagten einschlägige Vorstrafen und Ermittlungsverfahren aufweisen, die auf eine Gewaltbereitschaft des Beklagten schließen lassen, beziehe ich mich auf das Zeugnis des Staatsanwaltes Kappel, zu laden über die Staatsanwaltschaft Hamburg’".

173 Ebd., B. Elsner an C. Grau, (Bezirksamt Eimsbüttel/Sozialpsychiatrischer Dienst), 25.4.2005.

174 Ebd., Staatsanwaltschaft Hamburg an C. Grau, 28.4.2005.

175 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 13.5.2005. Damit zeitlich verbunden war die Aufforderung, die Zahlung, entsprechend der "Honorarvorschussrechnung vom 7.4.2005 in Höhe von EUR 2.320,00" nicht zu versäumen.

176 Ebd., Prozeß zu lang! Alk-Fahrer kriegt Lappen zurück, in: Bild-Zeitung, 19.2.2005.

177E bd., Amtgericht Hamburg an B. Schulte, Ladung (auf den 21.7.) und adhängend, Beschluss, 25.5.2005.

178 Ebd., Amtsgericht Hamburg, Abt. 8B, Richterin Küper an C. Grau, 27.5.2005.

179 Ebd., Amtsgericht Hamburg, Abt. 8B, Richterin Küper, Beschluss, 14.4.2005 (Eing.: 30.5.2005).

180 Vgl. ebd., Amtsgericht Hamburg, Abt. 8B, an B. Schulte, 7.6.2005.

181 Vgl. ebd., Amtsgericht Hamburg, Richterin Küper, an B. Schulte, 15.6.2005.

182 Ebd., Th. Barthol an Amtsgericht Hamburg, 1.6.2005. B. wollte augenscheinlich über die Tatsache, dass diese Erkenntnisse über private Ermittler gewonnen seien, deren Nichtbeachtung im Verfahren erreichen.

183 Ebd., C. Grau an Amtsgericht Hamburg, 19.7.2005.

184 Ebd., C. grau an Staatsanwaltschaft Hamburg, 20.6.2005.

185 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 14.6.2005 (e-mail, 10:27 Uhr). So die "Geschäftsstelle des AG Hamburg" an Grau am selben Tage.

186 Vgl. ebd., Amtsgericht Hamburg an C. Grau, 25.5.2005 (Eingang [Stempel der Kanzlei]: 06.Juli 2005).

187 Vgl. ebd., Amtsgericht Hamburg an B. Schulte, 13.7.2005.

188 Vgl. ebd., Amtsgericht Hamburg an B. Schulte, 13.7.2005.

189 Vgl. ebd., Landgericht Hamburg an B. Schulte, 21.7.2005.

190 Ebd., Amtsgericht Hamburg, Richterin Küper, Protokoll der Verhandlung vom 25.8.2005, 25.8.2005. Es handelte sich um jene Amtsperson, die den jungen Herrn Falck fälschlicherweise auf Monate in U-Haft gebracht hatte.

191 Ebd.

192 Ebd., Amtsgericht Hamburg. Urteil, 22.9.2005. Interessant auch, dass mich mein Anwalt nach meiner Aussage erbost anging, ich hätte falsch ausgesagt, denn meine Aufgabe wäre es gewesen, den Tritt durch Augenschein etc. zu bestätigen. Dies hatte Grau jedoch zuvor mit keinem Wort erwähnt.

193 Ebd., C. Mangels an B. Schulte, 31.8.2005 (e-mail, 11:32 Uhr).

194 Ebd., Vgl. B. Schulte an E. Hartstock, 25.11.2005. Erste Zusendung. 11.11.2005 (2. Sendg.): "Bei den Recherchen zu meinem Buch über die 80iger Jahre, und die Vorgänge um die Erschließung der Auto Union Akten im STA Dresden für die Audi AG, bin ich auf Ihren Namen gestossen. Es geht mir darum, bestimmte Verbindungen zwischen der Verkehrshochschule Friedrich List und dem STA aufzuklären. In diesem Zusammenhang aufgefundene Unterlagen deuten darauf hin, dass Sie damals (1983/84) tätig wurden."

195 Ebd., Amtsgericht Hamburg, Urteil. 3.1.2006.

196 Ebd., C. Grau an B. Schulte, 16.11.2005. Amtsgericht Hamburg, Kostenfeststzungsbeschluss, 11.11.2006. C. Grau an B. Schulte, 23.11.2005.

197 Ebd., C. Grau an Amtsgericht Hamburg, 4.1.2006.

198 Ebd., Generalstaatsanwaltschaft Hamburg an B. Schulte, 11.4.2006. Da sich die Staatsanwaltschaft Hamburg wieder einmal nicht zur Sache erklärte, sprach ich am 11.4. und 3.5.2006 den Generalstaatsanwalt an. Es war ein Kunststück, diesen zu erreichen. Dort waren die Akten wieder einmal nicht auffindbar.

199 Ebd., Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, Lantz an B. Schulte, 19.4.2006.

200 Ebd.; B. Schulte an J. Goldbach, 10.5.2006. U. Kirste an B. Schulte, 27.10.2006. Für den Fall des Dr. Peter Kirchberg, der einen DDR-Professoren-Titel führt, wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mitgeteilt: "Für die Führung von in Sachsen erworbenen Titeln ist das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zuständig. Dieses hat auf Anfrage folgendes mitgeteilt: Nach dem mittlerweile außer Kraft getretenen sächsischen Hochschulerneuerungsgesetz fand eine Überprüfung aller wissenschaftlich Beschäftigten an den sächsischen Hochschulen statt. Dieses Gesetz sah vor, dass solchen Beschäftigten, denen nach DDR-Recht ein Titel verliehen worden war, eine weitere Titelführung erlaubt ist, sofern das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst keine andere Entscheidung trifft. Eine solche abweichende Entscheidung ist im Fall des Herrn Prof. Dr. Peter Kirchberg seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst nicht getroffen worden. Er ist deshalb berechtigt, seine Professorentitel weiterhin zu führen." Na dann Prost.

201 Ebd., B. Schulte an Lantz, 10.5.2006.

202 Ebd., Landgericht Hamburg, Beschluss, 17.8.2006. Diese Informationen kamen allerdings nur mündlich. Schriftlich erreichte mich lediglich die Liquidation. Vgl. C. Grau an B. Schulte, 15.8.2006.

203 Ebd., Staatsanwaltschaft Hamburg an B. Schulte, 14.9.2006. Anlage: Kostenrechnung, 14.9.2006.

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