Kein Krisenszenario im Kfz-Gewerbe


Das Deutsche Kfz-Gewerbe bezeichnete die heute veröffentlichte Analyse zur Lage der Automobilhändler in Deutschland als massive Überdramatisierung. Die benannte Insolvenzgefahr sei weit überzeichnet, der bezifferte Verlust an Arbeitsplätzen reine Spekulation, bekräftigte ein Verbandssprecher. Gleichwohl hielten die strukturellen Veränderungen im Kfz-Gewerbe an. Dabei liege die Chance kleinerer und mittlerer Unternehmen, je nach Standort, oft in der Kooperation oder Fusion.

2010 werde sicher ein schwieriges Jahr, hieß es weiter. Ein realistisches Bild zeichne indes die Gesamtbetrachtung der Jahre 2009 und 2010. Dank der Umweltprämie konnten immerhin rund eine halbe Million Neukunden in den Autohäusern gewonnen werden. Laut forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Kfz-Gewerbes hätten 28 Prozent der Umweltprämien-Käufer zum ersten Mal ein Auto in einem Autohaus gekauft, 44 Prozent hätten sich zum ersten Mal einen Neuwagen zugelegt.

Die Herausforderung für die Zeit nach der Umweltprämie sei auf der einen Seite an die Adresse der Hersteller gerichtet, den Boom der Umweltprämie nicht linear fortzuschreiben und auch die Jahresvereinbarungen 2010 der Normalität des Automarktes anzupassen. Der Bestand an vorgefertigten Lagerfahrzeugen auf den Höfen der Händler, die Kapital binden und oft mit hohen Rabatten in den Markt gedrückt würden, müsse zurückgefahren werden hin zu einer Flexibilisierung durch mehr Bestellfahrzeuge. Auf der anderen Seite sei das betriebswirtschaftliche Geschick jedes einzelnen Händlers gefragt. Im Handel bedeute dies, Kosten zu senken, nicht jedes Geschäft um jeden Preis zu machen und insgesamt die Abhängigkeit vom Handelsgeschäft zu reduzieren. Der Service sei nach wie vor die tragende Säule des Kfz-Gewerbes.

 

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e. V.

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